Steine in der Dreieich
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Steinbrunnen


In Langen gibt es zweifelsfrei die schönsten und kulturhistorisch wertvollsten Steinbrunnen, dafür haben schon die Großherzöge von Hessen-Darmstadt in Wolfsgarten gesorgt. Aber auch der Vierröhrenbrunnen ist so bedeutend, dass eine Replik auf dem Marktplatz im Hessenpark steht. Dazu kommt noch der wenig bekannte Tiefbrunnen im ehemaligen Forsthaus Koberstadt. Für mich allerdings ist der Kirchbornbrunnen in der Götzenhainer Gemarkung der Eindrucksvollste. Er hat eine zauberhafte, märchenhaft Anmutung. Interessant ist auch der von mir "wiederentdeckte" Lindborn in Götzenhain. Viel Vergnügen bei der virtuellen Brunnenwanderung durch die Dreieich.

Steinbrunnen in Langen
    --> Dachsborn
Steinbrunnen in Sprendlingen
Steinbrunnen in Dreieichenhain
Steinbrunnen in Götzenhain
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Steinbrunnen in Offenthal
Steinbrunnen in Neu-Isenburg und Zeppelinheim
Steinbrunnen in Egelsbach
Steinbrunnen in Dietzenbach
Steinbrunnen in Mörfelden
Steinbrunnen im Offenbacher Wald
Steinbrunnen im Frankfurter Stadtwald
Steinbrunnen bei Messel


Steinbrunnen in Langen/Wolfsgarten

Hofbrunnen 1 Wolfsbrunnen Hofbrunnen 2
Barockbrunnen Schlangenbrünnchen
Barockgartenbrunnen
Es übersteigt den Kontext dieser Website, die wunderschönen Anlagen des Schlosses Wolfsgarten zu beschreiben. Das Besondere an diesem "Märchenschloss" sind die unverputzten Natursteinmauern der Gebäude. Sie tragen wesentlich zu dem unvergleichbaren Charakter der Gesamtanlage bei. Ein Besuch des Schlosses und des Parks währen der Rhododentronblüte im Frühjahr wird wärmstens empfohlen. Im Innenhof der Schlossanlage erkennt man in einer Laube den zentralen Wolfsbrunnen. An der Ostseite des Hofes befinden sich die beiden Ziehbrunnen. Der hübsche, jugendstilige Schlangenbrunnen findet man an der Mauer rechterhand des Herrenhauses. An der Südseite der Anlage kann man sich an einem Barockgarten mit Brunnen und Steinfiguren erfreuen. Eine weitere Brunnenanlage befindet sich auf der Westseite des Schlosses. Hier ist ein Link zu einer Website über  Schloss Wolfsgarten .

Anmerkung 12/2013: Der Presse war zu entnehmen, dass im Zuge von Sanierungsmaßnahmen die Natursteinmauern der Schlossgebäude verputzt werden sollen. In einer E-Mail an das Landesamt für Denkmalpflege habe ich gegen dieses Vorhaben protestiert. Damit wird ein Teil dessen zerstört, was wir üblicherweise "Heimat" nennen. Es ist wirklich deprimierend!


Steinbrunnen in Langen

Vierröhrenbrunnen LangenVierröhrenbrunnen HessenparkDer Vierröhrenbrunnen auf dem Langener Wilhelm Leuschner Platz wurde 1553 zur Wasserversorgung der Langener Bevölkerung errichtet. Das Wasser kam durch eine hölzerne Leitung aus dem Mühltal. Die Löwenskulptur (hessischer Löwe) steht seit 1712 auf der Säule. Die Brunnensäule ist meisterhaft gestaltet und lohnt einen intensiveren Blick.  Beim alljährlichen Ebbelwoifest verwandelt sich das Wasser wundersamerweise ins "Stöffche". Eine Replik des Renaissancebrunnens steht auf dem Marktplatz des Hessenparks in Neu-Anspach (rechtes Bild).
Literatur: Oppermann, UTM: --> 32 U 477089 5537492


Obergasse 2Dieser Brunnen in der Obergasse hat eine interessante Geschichte: Bei Telefonanschlussarbeiten entdeckte man einen guterhaltenen, aus Rotliegendem gemauerten, mit einer Sandsteinplatte abgedeckten Brunnenschacht. Die Mitglieder der Langener Altstadtinitiative mauerten, ohne groß zu fragen, die Brunnenanlage wieder auf. Als Brunnenkranz nutzte man acht auf dem Bauhof lagernde Segmentsteine, die von dem sog. Schwedenbrunnen stammten. Dieser stand an der Mörfelder Landstraße und verschwand durch die Wohnbebauung. Der Brunnen in der Obergasse ist ca. 6 m tief und führt Wasser. Der Pflanztrog auf der Abdeckung ist Geschmacksache, m.E. ist er hier fehl am Platz.
Literatur: Oppermann, Grein, UTM: --> 32 U 477208 5537332


KinnerbrünncheDies ist das Langener Kinnerbrünnche. Hier soll die Empfängnisbereitschaft des weiblichen Teils der Langener Bevölkerung besonders groß gewesen sein.
Es handelt sich um einen Beobachtungsbrunnen aus den frühen Tagen der Langener Wasserversorgung an der Brücke über den Sterzbach (Straße vom Schwimmbad zum Paddelteich). Er besteht aus einem ca. 50 cm aus dem Boden ragenden Baukörper in Form einer stumpfen vierseitigen Pyramide (an der Erde 135 x 123 cm), gemauert mit guterhaltenem Steinen aus Rotliegendem. An der Ostseite befindet sich ein mit Backsteinen zugemauerter Eingang.  Der Türzapfen links oben ist noch vorhanden. Der Korpus ist oben mit einer Sandsteinplatte bedeckt (120 x 120 x 13 cm), deren Nordostecke schräg abgebrochen ist. Eine Vertiefung befindet sich mittig auf der Platte, an der abgebrochenen Ecke sind bandartige Vertiefungen mit jeweils einem Loch eingemeißelt. In einem dieser Löcher sind Bleireste zu erkennen. Entweder war damit die abgebrochene Ecke wieder befestigt worden oder es handelte sich um einen Griff zum Abheben der Platte (eher unwahrscheinlich wegen des  Zugangs durch die Tür).
Info: Reinhold Werner, UTM: --> 32 U 477813 5537422


BrunnenschneiseDiese Abbildung zeigt den Waldbrunnen an der Brunnenschneise im Langener Wald südlich des Langener Waldsees. Dieser Brunnen wurde 1719 angelegt, um das in den Wald getriebene Vieh mit Wasser zu versorgen. Er geriet in Vergessenheit und wurde 1897 wiederentdeckt, gesäubert und neu aufgemauert. Er war damals 13 Meter tief. Öffnen Sie hier den entsprechenden Bericht aus dem Langener Wochenblatt von 1898. Aus einem vorliegenden Dokument geht hervor, dass er 1982 neu vermessen und beschrieben wurde. Ursprünglich war der Brunnen mit einer Schwengelpumpe und einem Steintrog versehen. Der Brunnenschacht war mit zwei Steinplatten abgedeckt. Heute fehlt eine Platte, der Brunnen ist auf der Nordseite offen, der Brunnenrand ist ca. 60 cm abgebrochen. Ein provisorisches Stahlgitter wurde darübergelegt  Die Sache ist nicht ungefährlich; daher möchte ich keine Koordinaten angegeben. Der Brunnenschacht ist rund 8 Meter tief, sein Durchmesser beträgt ca. 100 cm. Die Steinplatte hat die Dimension 130 x 70 cm, wobei die südöstliche Ecke abgeschlagen ist. In die Platte ist eine kreisförmige Vertiefung mit einem Durchmesser  von 36 cm eingearbeitet, mit einem 23 x 9 cm großen Loch für die Aufnahme des Pumpengestänges. Von ehemals 5 Gewindestangen zum Befestigen der Pumpe sind noch 4 vorhanden. Vor dieser Platte liegt eine weitere 54 x 60 cm große Platte mit einer schlüssellochartigen Vertiefung für den Wasserabfluss (Durchmesser: 33 cm, Abflussbreite: 17 cm). Davor liegen weitere, nicht behauene Steine. Finden Sie hier eine Handskizze. Im Rahmen der Diskussion um die Erweiterung der Grube Sehring  spielte dieses historische Landschaftselement eine gewisse Rolle. Die hessische Denkmalschutzbehörde konnte sich nicht entschließen, diesen Brunnen unter Denkmalschutz zu stellen, so dass er jetzt einer Vergrößerung der Grube nicht im Wege steht. Hoffentlich erhält die Brunnenabdeckung in einer Langener Grünanlage ihren gebührenden Platz. 
Anmerkung 9/14: Der Kiesabbau in dem westlich gelegenen gerodeten Waldstücks hat zwischenzeitlich begonnen. Der Rand des gerodeten Gebietes ist nur wenige Meter vom Brunnen entfernt. Falls es zu einer weiteren Rodung kommt, sollen Teile des Brunnens, zumindest aber die Abdeckung, in der Nähe wieder aufgebaut werden.  In 10/14 wurde der Brunnen mit einem Bauzaun gesichert und der Wasserablaufstein auf den Langener Bauhof verbracht. Siehe auch Bericht von OP-online vom 12.1.2016. Anmerkung 6/16: Das Abbaugelände der Firma Sehring wurde erweitert; die Abdeckplatte und die obersten Steine des Schachtes wurden gesichert. Der Brunnenschacht existiert nicht mehr; zumindest wurden einige rotliegende Steine geborgen.


Dachsborn1Dachsborn 2Der Dachsborn liegt östlich der beiden Dachsteiche im Koberstädter Wald in einem unzugänglichen, urwaldartig bewachsenen Geländeeinschnitt. Man findet dort unter einem umgestürzten Baumstamm eine mit einem Beton-Kanalrohr (ca. 50 cm Durchmesser) gefasste Sickerquelle, die allerdings fast vollständig verschüttet ist. Einige Meter weiter westlich ist auf dem Nordseite des Geländeeinschnittes das links abgebildete Bauwerk zu sehen. Ein Foto durch die aufgebrochene Tür in das mit Bruchsteinen gemauerte Gewölbe ist rechts abgebildet. Es handelt sich offenbar um den bereits 1824 erwähnten Behälter, von dem ab 1847 das Schloss Wolfsgarten über eine 3,9 km lange gusseiserne Rohrleitung mit Trinkwasser versorgt wurde. Die Schüttung soll 1882 ca. 60 m³ betragen haben. Die Koberstadt war damals Domanialwald, d.h. Privateigentum des Großherzogs. Das Schloss bezog demnach das Trinkwasser aus einer eigenen Quelle. Heute fließt das Wasser aus einem Loch in der Mauer links unterhalb der Tür in den Bach und speist die 150 m entfernten Dachsteiche. Interessanterweise findet man einige Meter weiter westlich dieser Kammer auf der gleichen Bachseite Einstiegsluken. Eine führt in einen Raum mit verschiedenen Rohrleitungen und Sperrventilen, die andere in einen weiteren Wasserbehälter aus Beton mit den Ausmaßen von ca. 6 x 6 x 3 m. Das Wasser steht ca. 50 cm hoch im diesem Behälter. Ich werde recherchieren, was es mit diesem Wasserbehälter auf sich hat und an dieser Stelle berichten. Anmerkung 6/16: Nach Lit. Buss wurde die Brunnenstube erst 1886 gebaut, was allerdings nicht korrekt ist, da im "Der Erzähler aus der Landschaft Dreieich" Nr. 10, 1883, S. 24 die Brunnenstube an der "Dachslachquelle" (und die Schüttung von 60 m³) erwähnt wird. 1903/05 wurden in der Nähe von Wolfsgarten im Egelsbacher Gemeindewald sieben Brunnen gebohrt und ein Pumpenhaus sowie ein eiserner Wasserturm errichtet (HStA Darmstadt, G38 Langen, 279). Das Wasser war jedoch sehr eisenhaltig und konnte kaum als Trinkwasser genutzt werden. 1948 wurde am Wasserturm ein Brunnen gebohrt, dessen Wasser weniger eisenhaltig war, und das als Brauchwasser diente. Bisher konnte ich keine Informationen zu dem Beton-Wasserbehälter finden. Meine Hypothese: Die Schüttung der Quelle wurde geringer, so dass der Großherzog 1903 im Egelsbacher Gemeindewald die Brunnen bohren ließ. Da das Wasser nicht als Trinkwasser geeignet war, wurde an der Brunnenstube ein Wasserbehälter aus Beton erbaut, um die Trinkwasserversorgung des Schlosses zu gewährleisten. Aus einem Dokument im Staatsarchiv in Darmstadt geht weiterhin hervor, dass die Wasserleitung im Jahr 1928 in Betrieb war. in den 1980er Jahren gab es einen "Wassernotstand", so dass die Stadtwerke Langen auf die Schnelle in der Nähe des Schützenhauses einen Anschluss an die alte Rohrleitung legten und somit die Wasserversorgung vorübergehend sicherten. Die Einrichtungen am Dachsteich und der Wasserturm wurden seitdem nicht mehr benötigt. Um 2005 erfolgte der Anschluss an das Egelsbacher Wassernetz (Info: P. Wiede, KBL).
Literatur: Lütkemann (2), Buss, UTM: 32 U 477828 5536080


Forsthaus KoberstadtForsthazs Koberstadt, BrunnenschachtDer Tiefbrunnen im ehemaligen Forsthaus Koberstadt an der Bogenschneise in Langen (direkt an der A 661, Abb. rechts) hat eine sehr interessante Geschichte: 1565 plante Graf Wolfgang von Isenburg-Ronneburg, an dieser Stelle ein großes Schloss zu errichten. Dazu musste zunächst die Wasserversorgung gesichert werden. Tiroler Arbeiter gruben einen tiefen Brunnen, Baumaterial wurde herbeigeschafft, aber: der Graf änderte seinen Plan und baute sein Schloss in Kelsterbach. Dieses Renaissanceschloss, die Wolfenburg, wurde im 30jährigen Krieg zerstört. Heute sind nur noch die Kellerräume erhalten. Am geplanten Standort in Langen wurde stattdessen ein Forsthaus errichtet, das seit 1631 nachweisbar ist. Es folgten viele Umbauten, bis das Anwesen 1974 an eine Privatperson verkauft wurde. Der neue Eigentümer hat unter erheblichem finanziellen Aufwand sowohl die Gebäude als auch die Brunnenanlage restauriert. Der Brunnen befindet sich unter dem Fachwerkgebäude links im Bild. Unter dem Hof liegen zwei durch das Haupthaus zugängliche Kellerräume die einen Zugang zum Brunnenschacht ermöglichen (--> Schnittzeichnung). Der Schacht selbst hat bis  10,55 m unter der Oberfläche einen Durchmesser von 1,70-1,79 m, bis 26,55 einen von 3,50 - 4,00 m, dann schließt sich eine kesselförmige Vertiefung bis 28,15 m mit einem Durchmesser von 2,00 m an. Die Brunnenanlage ist nicht öffentlich zugänglich.
Literatur: Lütkemann (2). UMT: --> 32 U 478299 5536748


LudwigsbrunnenBei dem Ludwigsbrunnen an der Höllschneise im Koberstädter Wald handelt es sich um zwei Brunnenanlagen. Der historische Quellschacht wurde um 1725/1730 unter Landgraf Ludwig VIII angelegt, geriet aber im Laufe der Zeit in Vergessenheit. 1959 wurde er von Forstmeister Lütkemann wiederentdeckt: Ein durch drei Stufen betretbarer gemauerter Schacht in den durch eine Öffnung in der Wand aus einer mit Steinplatten abgedeckten Sammelgrube das Quellwasser floss. In den folgenden Jahren wurde der Platz angelegt. Der historische Quellschacht erhielt einen Abfluss, so dass man die drei Treppenstufen hinabgehen konnte. Anmerkung: das Ende des Abflussrohres mündet in den Graben, in den das Wasser aus dem Holztrog fließt. Der Einlauf befindet sich ca. 50 cm hinter dem Beginn des Ablaufgrabens unterhalb des Wasser- und Sandniveaus.
Ein Trogbrunnen mit Brunnenstock mit schmiedeeisernen Applikationen wurde 1973 aufgestellt und mit einer Leitung von der vorbeiführenden Wasserfernleitung mit Trinkwasser versorgt. Weiterhin wurde an der Brunnenanlage eine Schutzhütte erbaut. Das Ensemble wurde 1974 eingeweiht. Ich hatte im April 2014 das Vergnügen, an der Reparatur beider Anlagen beteiligt gewesen zu sein (s. Abb., sowie Artikel aus OP online).
Westlich des Brunnens ist noch das alte Wasserreservoir der Gemeinde Egelsbach zu erkennen, dessen Bau 1893 von der großherzoglichen Domanialverwaltung genehmigt wurde. Das Wasser wurde in einer gusseisernen Röhre nach Egelsbach geleitet. Es war bis 1959 in Betrieb.
Literatur: Lütkemann (2), Thomin. UTM: --> 32 U 478207 5535758


Am FalltorhausDies ist der Brunnen am Koberstädter Falltorhaus, das 1868 mitten im Koberstädter Wald erbaut und später mehrfach umgebaut wurde. Vor 1868 stand dort ein "Zaunknechthaus". Viele können sich an die Heckenwirtschaft für durstige und hungrige Wanderer und Radfahrer erinnern. 2007 wurde das Forsthaus abgerissen; als einzige Reminiszenz verblieb der Brunnen, der das Anwesen bis 1960 mit Wasser versorgte. Der Platz wurde 2010 mit den  alten Sandsteinen des Forsthauses sehr hübsch gestaltet. Es fehlt nur noch der Äbbelwoi-Ausschank.
Der Trog (200 x 54 x 50 cm LxBxH) besteht aus Rotliegendem. Der Rand ist auf der Westseite beschädigt. Die Schwengelpumpe ist aus Gusseisen, schön verziert. Der Schwengel endet mit einem Knauf (J NESSEL SELIGENSTADT). Der Brunnenring besteht aus segmentierten Elementen. Der Außendurchmesser beträgt 170 cm, der Innendurchmesser 125 cm. Der Brunnen ist mit einer ca. 2 cm dicken gusseisernen Platte bedeckt (Durchmesser: 130 cm), die mit einem Mannloch mit einer gusseisernen Klappe versehen ist. Die Platte ist von außen bis zum Mannloch gesprungen (insgesamt ist sie noch stabil), bei der Klappe fehlt ein Stück. Der Brunnenschacht ist aus rotliegenden Bruchsteinen gemauert, er ist ca. 20 m (!) tief, das Wasser steht (Oktober 2010) bei ca. 10 m. Eine Saugpumpe wäre hier überfordert.
UTM: --> 32 U 479393 5534859


Am NaturfreundehausDieser Brunnen befindet sich am Langener Naturfreundehaus, am Oberen Steinberg 24. Zwei Betontröge sind in eine gemauerte Sandsteinsäule mit einer kleinen Mauer aus rechteckigen rotliegenden Steinen eingelassen. Das Wasser fließt auf Knopfdruck aus einem Wassersspender in das obere, dann in das untere Becken. Ich finde diese Anlage -trotz des Betons- eigentlich als sehr gelungen. Der Brunnen wurde 1978 als Erinnerung an den letzten Brauchwasserbrunnen auf dem Steinberg errichtet.
Literatur: Oppermann, UTM: --> 32 U 477915 5536692
Anmerkung 12/2014: Der Brunnen ist defekt. Er soll aus Kostengründen auch nicht mehr repariert werden (s. Bericht in OP online).


SchmiedebrunnenDas Brünnchen auf der Abbildung links steht an der Langener Fahrgasse Ecke Obergasse. Es erinnert an die seit dem Mittelalter dort gestandene Alte Schmiede, die bis 1963 betrieben und 1976 abgerissen wurde. Eine Sandsteintafel links neben dem Brunnen erinnert daran. Der 1988 eingeweihte Brunnen besteht aus einem alten Futtertrog, der auf gemauerten Stützen sitzt. Der Wasserauslauf kommt ca. 60 cm darüber aus der Mauer, eine Pumpe sorgt für den Wasserumlauf. Mit den Blumenkübeln ist das Ensemble sehr nett anzuschauen, nur der Baumarkt-Wasserablauf aus grauem Plastik stört das Bild etwas.
Literatur: Oppermann, UTM: --> 32 U 476998 5537341


Am LutherplatzC: OP onlineDiese 15 Tonnen schwere und 3,65 Meter hohe Brunnenskulptur aus schwedischem Granit steht seit Anfang der 90er Jahre auf dem Lutherplatz. Auf der Ostseite des Platzes liegt ein großes aufgeschlagenes Buch. Das Ensemble soll symbolisch eine Beziehung zu dem Namensgeber des Platzes herstellen: Die schwere, fest im Boden stehende, etwas grob gehauene Stele auf der Mitte des Platzes charakterisiert die Persönlichkeit des Reformators und das steinernes Buch die Bibel. Eigentlich ist dies eine überzeugende künstlerische Umsetzung, Im Entwurf sollte das Buch am Fuße der Säule liegen. Wahrscheinlich hat man es dort nicht sehen können, darum wohl der Standort auf der Ostseite des Platzes, wo das Buch etwas verloren wirkt. Vor der letzten Umgestaltung gab es am Lutherplatz einen Springbrunnen. Dieser wurde 1959 bei der Anlage des Verkehrskreisels errichtet. Davor stand auf dem Lutherplatz von 1904 bis 1955 ein Uhrtürmchen.
Lit: Oppermann, UTM --> 32 U 476722 5537524

UmbachbrunnenDer Umbachbrunnen steht an der Ecke Bahnstraße - Goethestraße (Romorantin-Anlage) in Langen. Er ist nach dem Wilhelm Umbach benannt, der zwischen 1948 und 1966 Langener Bürgermeister war. Der Brunnen besteht aus einem rechteckigen Wasserbecken mit mehreren Findlingen aus Granit, darunter der Quellstein, der als "Bürgerbrunnen" im geplanten Stadtpark stand. Weil der Stadtpark aus Naturschutzgründen aufgegeben werden musste, wurde der Quellstein an diesen Ort versetzt.
UTM: --> 32 U 476010 5537630



Keßlerbrunnen An der Kreuzung der Bahnstraße mit der Friedrichstraße steht der Kesslerbrunnen. Er erinnert an Friedrich Kessler (1843 - 1917), der den Langener Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) 1877 gegründet hat. Erfahren Sie --> hier mehr über Friedrich Kessler (S. auch "Landschaft Dreieich" Bd II 1982, S. 97). Der Brunnen wurde 1927 zum 50. Jubiläum der VVV im Art Deco Stil aus Kunststein errichtet. Die Inschrift auf der Säule lautet: "Willst Du trinken, trinke hier - zahlst Du keinen Zins dafür". Der sehr schöne Brunnen steht etwas unscheinbar und beziehungslos auf seinem Platz. Der 1927 aufgestellte Brunnen wurde Ende der 90er Jahre marode, so dass man sich entschloss, eine Replik anzufertigen. Die Firma Kuhn ließ den neuen Keßlerbrunnen originalgetreu in Indien anfertigen.
Auf Neuer Auslaufeiner Zeichnung von Baeumerth ist der Brunnen mit Auslaufrohr abgebildet: ein wunderschön geformter Delfin. Reinhold Werner überließ mir ein Foto dieses Auslaufes. Es ist eine Schande, dass er abmontiert und offensichtlich gestohlen wurde. Konsequenterweise wurde die Wasserzufuhr (die auf Knopfdruck funktionierte) abgestellt.
Nachtrag 4/2013: Auf Initiative des VVV wurde erfreulicherweise ein neuer, kunstvoll gearbeiteter Wasserauslauf angebracht. Der Wasserspeier hat das Gesicht eines Fabelwesens, einer Mischung aus Drache, Fisch und Ente (Abb. rechts von Reinhold Werner). Besonders schön ist es, dass der Brunnen jetzt auch wieder auf Knopfdruck frisches Wasser spendet. Hoffen wir, dass er lange Zeit von Vandalismus verschont bleibt. Lesen Sie hier einen Bericht aus der OP-online.
Literatur: Oppermann,  UTM: --> 32 U 475597 5537747


Brunnen Bauhof LangenBrunnen SchwimmbadDer links abgebildete hübsche Brunnen steht vor dem Verwaltungsgebäude des Langener Bauhofs. Er ist in Betongusstechnik ausgeführt und dürfte aus den 1930er Jahren stammen. Sobald ich nähere Informationen habe, werde ich berichten.  UTM: --> 32 U 475540 5538662

Herr Reinhold Werner machte mich auf einen vergessenen Brunnen dicht am nördlichen Zaun (Richtung Rollschuhbahn im Langener Schwimmbad aufmerksam (rechte Abbildung). Er war dicht mit Gestrüpp bewachsen und kaum erkennbar. Es handelt sich ebenfalls um einen Betongusskörper, bestehend aus einem fünfeckigen Brunnenkörper mit einer vierkantigen, am oberen Rand verzierten Säule. Oben vorne auf der Säule ist das Wappen von Langen erkennbar, unten steht "1938". Er wurde wahrscheinlich im Rahmen der Einweihung der 
Rollschuhbahn im Mai 1938 dort errichtet. Es wäre schön, wenn die Stadt Langen oder der Langener Verschönerungsverein diesen Brunnen auf einen besseren Standplatz entweder im Schwimmbad oder sonst wo im Stadtgebiet versetzen würde. UTM: --> 32 U 477478 5537439


Brunnen 1938Nachtrag 6/2014: Die Stadt Langen ist erfreulicherweise diesem Wunsch nachgekommen und hat den "vergessenen Brunnen" an der Trauerhalle des Langener Friedhofs aufstellen lassen. Er wurde sogar an eine Wasserleitung angeschlossen und mit einem Messinghahn versehen, so dass der Besucher sich mit frischem Trinkwasser erfrischen kann. Bürgermeister Gebhard verlautete in einer Pressemitteilung, dass er es für wichtig hält, solche Zeugen der Vergangenheit sichtbar zu machen. Gut so. Die Umgebung des Brunnens wurde mit Bank und Blumenrabatten hübsch gestaltet. Dies ist alles sehr erfreulich. Ein Dank geht an Joachim Kolbe, vom Fachdienst Kultur und Sport der Stadt Langen. Lesen Sie  --> hier einen Artikel aus der Offenbach-Post über den "vergessenen Brunnen".


QuelleDiese Website handelt von Steinen in der Dreieich. Wir wollen dies aber nicht allzu eng sehen. An dieser Stelle soll von der Sterzbachquelle berichtet werden, die nicht mit Steinen gefasst ist. In einem der älteren Jahrgänge der "Landschaft Dreieich" schreibt ein Autor über diese Quelle:

... Eine sanfte Mulde im Wiesenhang, kaum dreißig Schritte breit, rundet sich um die Stelle, wo zwei mächtige Eichen zum Himmel ragen. In Hörweite des Straßenlärms und nah beim Fahrweg, ..., bin ich hier einsam und wie weltabgeschieden .... Ich sitze auf grasigem Polster, am Rande eines mächtigen, schattigen Topfes. Zwei, drei Meter tief bricht die graubraune Erde hier ab ... davon perlen glitzerhelle Tropfen ... So sammelt sich das Wasser auf dem dunklen Grunde, aber am schmalen Auslauf des Topfes ist es gleich ein munteres fleißiges Bächlein mit hell rieselnder Strömung über braunem Sand und rotem Stein.

Auf Anregung von Reinhold Werner ist es mir gelungen, diese vergessene Quelle ausfindig zu machen. Bis auf die
Betreten verbotenTatsache, dass eine der beiden Eichen umgestürzt ist, entspricht die Atmosphäre dieses Ortes immer noch dem oben zitierten Text. Es ist unglaublich, dass in unserem betriebsamen Rhein-Main Gebiet es solche verwunschen-wilden Plätze gibt. Es muss allerdings angefügt werden, dass die Quelle sich auf einem eingezäunten Privatgelände befindet, das nicht öffentlich zugänglich ist. Der Leser möge dies bitte beachten.

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Steinbrunnen in Sprendlingen

Sprendlingen besitzt keine historischen Brunnen im öffentlichen Raum. Auf Privatgelände existieren sicherlich noch Brunnenanlagen, die früher der häuslichen Wasserversorgung dienten. --> Hier kann eine Aufstellung aller Sprendlinger Brunnen (aus einer Publikation von G. Luft und H. Runkel) eingesehen werden. Meine Großmutter wurde übrigens "Bombe-Marie" genannt, weil sie die Tochter vom "Bombe-Lui" war. Ich komme sozusagen aus einer Pumpenmacher-Familie.

LindenplatzLindenplatz altEin Brunnen auf dem Lindenplatz wurde bereits 1601 erstmals urkundlich erwähnt. Er wurde 1772 erneuert. Die Steine kamen von den Langener Brüchen. Es handelte sich um einen mindestens 9 Meter tiefen Brunnen aus Rotliegendem für die öffentliche Versorgung (rechtes Bild, A. Baumbusch). Der Brunnenaufbau scheint quadratisch gewesen zu sein. Im Zuge einer Modernisierung des Platzes vor dem 2. Weltkrieg wurde er verschüttet. In den 80er Jahren wurde der Platz neu gestaltet. Die "Freunde LindenplatzblunnenSprendlingens" nutzten die Gelegenheit, gruben an der vermuteten Stelle und konnten den Brunnenschacht (Bilder: Freunde Sprendlingens) mit Hilfe der Firma Bratengeier teilweise freilegen. Statt den historischen Brunnen zu restaurieren, wurde auf Betreiben des Baustadtrates Schliepe der Brunnenschacht wieder zugeschüttet und dafür ein moderner Sandsteinbrunnen gesetzt: ein massiver, aus 8 Elementen bestehender Brunnentrog mit einer seitlich stehenden oben abgerundeten Säule mit seitlich angesetztem Wasserspeier. Im Jahr 2002 wurde im Zuge einer Kanalsanierung das schadhafte Pflaster durch Betonsteine ersetzt. Zu dieser Gelegenheit versuchten die "Freunde Sprendlingens" vergebens, den Brunnen wiederzufinden. Es wird vermutet, dass die Linde genau über dem Schacht gepflanzt wurde, daher entwickelt sie sich nicht so, wie die anderen Bäume auf dem Lindenplatz. Hier ist eine Skizze aus Lit. Luft und Runkel, wie der alte Brunnen ausgesehen haben könnte. Auf einer weiteren alten Postkarte ist zu erkennen, dass der Brunnenkopf quadratisch war. Auf diesem Bild ist nur eine Säule zu sehen, die die Umlenkrolle trug.
Info: A. Baumbusch, UTM --> 32 U 478224 5540278


Hooschebaa-BrunnenDie Sprendlinger wurden von den Bewohnern der Nachbarorte neidvoll als "Hooschebaa" bezeichnet, weil niemand das Wort "Hosenbein" mit einem solch weichem "sch" und das "aa" (eigentlich "ao") so wunderschön dunkel-nasal aussprechen konnte, wie wir Ureinwohner Sprendlingens.
Am Rande des Lindenplatzes steht der "Hooschebaa Brunnen" mit einer mit einer von Hermann Will (1921 - 1981) gestalteten Bronzefigur eines pfiffigen Jungen. Der 
Brunnen mit fünf übereinander stehenden Wasserbecken aus rotem Sandstein wurde von Arno Baumbusch gestaltet. Der Brunnenbau wurde von den MagistratssitzungszimmerFreunden Sprendlingens im Jahr 1977 zum Anlass des Hessentages initiiert. Jährlich wird auf dem Lindenplatz das "Hooschebaa-Fest" gefeiert. Vor dem Brunnen steht seit 2001 ein Gedenkstein aus Marmor mit der Aufschrift "Zur Erinnerung an den Schöpfer der Hooschebaa-Figur Hermann Will/1912/1988", gefertigt ebenfalls von Arno Baumbusch. Im Magistratssitzungszimmer des Sprendlinger Rathauses stehen übrigens zwei lebensgroße Tonfiguren des Hooschebaa und seiner Freundin Gretel, die von der Stadt Dreieich im Jahr 2001 aus dem Nachlass von Hermann Will erworben wurden. Das Portrait von Hermann Will (zwischen beiden Figuren) wurde vom Galeristen Wolfgang Kuhn der Stadt Dreieich geschenkt.

Der Begriff Hooschebaa und die von Hermann Will gestaltete Figur war übrigens Mittelpunkt eines skurrilen Rechtsstreites: Eine Sprendlingerin hat diese als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet und wollte daraufhin um Erlaubnis gefragt werden, wenn Dritte (z.B. für das Hooschebaa-Fest) sie nutzen wollten. Glücklicherweise hat das Bundespatentgericht (auf Antrag) diese Eintragung wegen "Bösgläubigkeit" gelöscht und der Anmelderin die Verfahrenskosten auferlegt.
Literatur: Baumbusch, UTM: --> 32 U 478247 5540283


KugelbrunnenDer Kugelbrunnen an der Ecke Hauptstraße - Eisenbahnstraße und die kleine Anlage vor der Bank sind ein richtiges Schmuckstück für die Sprendlinger Innenstadt. Es war faszinierend, die auf dem Wasser schwebende, schwere Steinkugel in Rotation zu versetzen und mit den Händen die glatte Steinoberfläche durch den Wasserfilm zu fühlen. Leider wurde sowohl das Wasser abgestellt, als auch die Bänke demontiert, weil einige Zeitgenossen wenig sorgsam mit der Anlage und mit dem Brunnen umgegangen sind. Schade. Anmerkung 7/15: Der Kugelbrunnen wurde im Juli 2015 abgeräumt und die Pergola entfernt. Herr Dahlhaus schrieb mir dazu: "Der Kugelbrunnen ist leider nur noch Geschichte. Durch den Rück- und Umbau ist die kleine Fläche "übersichtlicher" geworden und - wenn ich mich an länger zurückliegende Zeiten mit Bank erinnere - sicher auch subjektiv sicherer. Trotzdem bin ich ein wenig traurig, dass dieser schöne Brunnen jetzt ganz weg ist."

UTM: --> 32 U 478166 5540631


Es existieren einige alte Aufnahmen von Sprendlinger Brunnen, die hier wiedergegeben werden:

Hauptstraße
Haupstraße
Vogtei
Vogtei (Gasthaus zum Roß)
Volksbank 1
Volksbank (1970?)
Volksbank 2
Volksbank (1980?)

Auf dem Wilhelm Leuschner Platz in Sprendlingen steht eine
Schwengelpumpe, die nicht unter die Kategorie "Steinbrunnen" fällt. Es sei mir trotzdem erlaubt, sie in dieser Website aufzuführen. Sie wurde vom Kleingartenverein Sprendlingen gestiftet und von den "Freunden Sprendlingens" renoviert und 1993 dort aufgestellt. Sie stand ursprünglich an einem Bahnwärterhaus an der Main-Neckar-Bahn zwischen Buchschlag und Neu-Isenburg. Lit. Nieß (5) und mündl. Information A. Baumbusch.


HolländerbornAuf dem Messtischblatt Neu-Isenburg findet man an den Seibertswiesen eine Quelle mit der Bezeichnung "Holländerborn" eingetragen. Bei der Suche nach diesem Born vor Ort konnte außer einem rezent angelegten Wasserloch nichts entdeckt werden. Bei weiteren Nachforschungen stießen wir auf einen Herrn (G.S.), der sich erinnerte, vor ca. 30 Jahren von einem Bekannten das "Seibertsbörnchen" gezeigt bekommen zu haben. Bei einem Ortstermin konnte er die Stelle genau identifizieren, und bei einer Sondierung konnte in ca. 70 cm Tiefe eine Steinplatte unbekannter Dimension nachgewiesen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um die historische Steinfassung des Holländerborns handelt. Die besagte Stelle liegt in einer leichten Mulde ca. 6 m vom Grenzgraben der Sprendlingen-Götzenhainer Gemarkungsgrenze entfernt. Auf der anderen Seite des Grenzgrabens liegt die Seibertswiese. Es handelt sich wahrscheinlich nicht um eine Quelle, sondern um eine Steinfassung, in der sich das dort austretende Sickerwasser sammelt. Das ganze Areal ist Teil des Naturschutzgebietes "Luderbachaue von Dreieich".

Die "Freunde Sprendlingens" hatten vor, diesen Born freizulegen, um ein Stück verlorener Heimat wiederzugewinnen. Wegen der Lage im Naturschutzgebiet wurde ein "Antrag auf Befreiung von den Verboten des Naturschutzgesetzes" beim Regierungspräsidium in Darmstadt gestellt werden. Von einer freundlichen Dame wurde 4 Wochen später telefonisch informiert, dass des Antrag wenig Chancen für eine Genehmigung hätte, die Bestimmungen des Naturschutzgesetzes seien sehr streng. Zudem müssten die Naturschutzverbände zustimmen. Der Antrag sei auch bei Ablehnung mit Kosten von rund 400 Euro verbunden (im Genehmigungsfall deutlich mehr). Daraufhin haben die Freunde Sprendlingens den Antrag zurückgezogen.


WaldbornNahrgang fand in alten Dokumenen die Erwähnung eines Kunzeborns. Aufgrund der Beschreibung ("bei den Seibertswiesen") vermutete er, dass es sich dabei um den Holländerborn handelt. Er wies noch auf die "Kunzeschneise" hin, deren Namensgeber er wohl sei. Diese Kunzeschneise verläuft nordöstlich des Holländerbornwegs, also in deutlicher Entfernung von Holländerborn. Nahrgang kannte offensichtlich die Quellfassung nicht, auf die mich Herr Keller, der zuständige Revierförster, aufmerksam machte. Er zeigte mir
im Herrnröther Wald eine Stelle, an der ein gefasster Brunnen/Born angelegt sein sollte. An besagtem Ort war allerdings nichts zu erkennen. Es handelte sich um einen feuchten, verschlammten Platz in der Nähe eines ebenso verschlammten Grabens, der offensichtlich als Schwarzkittel- Turnierplatz dient. Nach Rücksprache mit dem Staatlichen Forstamt Langen untersuchte ich -ohne große Erwartungen- die Stelle anderntags mit einem Sondier-Eisen und ortete dabei ca. 60 cm unter der Schlammoberfläche einen festen Gegenstand. Ich begann den Schlamm abzutragen, bis ich auf Steinfragmente traf. Nach schweißtreibendem Graben konnte ich die links abgebildete Steinfassung dieses Bornes freilegen. Zwischenzeitlich sammelte sich das Wasser in der Grube, so dass ich diese immer wieder leerschöpfen musste. Wie auf dem Bild zu sehen, handelt es sich um eine Fassung mit vier aufrecht stehenden Steinplatten aus Rotliegendem. In die vordere (nach Norden weisende) Platte ist ein eisernes Abflussrohr eingelassen, das nach einer Reinigung seine Funktion wieder erfülllte. Die Waldbornhintere Platte ist zerbrochen, von ihr ist nur die rechte Hälfte vorhanden. Die linke und rechte Platte ist durch je eine Eisenklammer mit der Vorderplatte verbunden. Die Vorderplatte ist 83 x 12 cm groß (Länge x Dicke) und die linke Platte 105 x 20 cm. Auf deren Oberseite ist eine Scharte zu erkennen. Die rechte Platte ist 105 cm lang und vorne 20 cm und hinten 6 cm breit. Die zerbrochene Platte ist 48 x 14 cm groß. Die Tiefe der Sandsteinplatten habe ich wegen des Schlamms nicht messen können. Die linke und rechte Platte stehen nicht ganz parallel zueinander: deren Abstand beträgt vorne 75 cm und hinten 85 cm. Links neben dem Auslauf liegt ein ebener Stein, auf dem man gut stehen kann. Schräg über dem Auslauf lag eine Betonplatte (eine rötliche ehemalige Beeteinfassung, die ich entfernte) mit den Maßen 68 x 30 x 5 cm. Sie diente wahrscheinlich auch als Trittstein.
Der Born wird nicht lange sichtbar bleiben. Das Grabungsloch füllte sich bald mit Wasser, und nach dem nächsten Besuch der Wildschweine wird die Anlage wieder mit Schlamm bedeckt sein. Der Born könnte nur mit größerem Aufwand freiliegend gehalten werden: Man müsste einen Baum fällen, dessen Wurzelwerk den Durchlass des oben erwähnten Grabens verstopft und den Graben dann entschlammen. Wie dem auch sei: Mit dieser Aktion wurde ein Kleindenkmal dokumentiert, das unsere Vorfahren mit Mühe errichtet haben, um ihr Vieh im Wald und auf der Weide zu tränken. Mein Muskelkater am nächsten Tag hat sich gelohnt!
Anmerkung 11/15: Die Steinfassung ist wieder von Schlamm bedeckt und nicht mehr zu sehen.
Anmerkung 7/16: In den Akten Birstein 12921 wird 1684 von einer Wiese "Am Scheelen Cuntz born, vnfern dem frawen Creutz" berichtet (Abschrift in Akten der Unteren Denkmalschutzbehörde).

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Steinbrunnen in Buchschlag

SchneckenbrunnenDer Schneckenbrunnen soll hier nur der Vollständigkeit angeführt werden. Er besteht nicht aus Sandstein, sondern aus Beton und Mosaiksteinchen. Er wurde 1980 von dem Künstler Bernd Rosenheim geschaffen und vom Kulturellen Förderkreis Buchschlag finanziert. Durch mangelnde Pflege geriet er in einen schlechten Zustand und sollte 2011 entfernt und das der Stadt Dreieich gehörende Grundstück verkauft werden. Durch den engagierten Einsatz des Kulturellen Förderkreises, des Bürgervereins und des Geschichtsvereins konnte der Brunnen erhalten werden. Der jetzt (2013) renovierte Brunnen steht in einer schmucken Anlage und erfreut das Auge der Passanten.



Steinbrunnen in Dreieichenhain

Brunnen im BurghofDer Brunnenschacht in der Hainer Burg stammt aus spätromanischer Zeit. 1961 wurde auf Veranlassung von Karl Nahrgeng der jetzige Oberbau auf diesen Schacht gesetzt. Es handelt sich um einen Ziehbrunnen aus einem ehemaligen Dreichenhainer Gasthaus "Zum alten Brunnen" (Bereiterhof, Fahrgasse 53). Auf dem Querbalken kann man die Jahreszahl 1559 erkennen.
UTM: --> 32 U 479667 5538847






Ludwig Erk BrunnenDer Ludwig-Erk-Brunnen ist nach dem Musikpädagogen und Sammler deutscher Volkslieder, Ludwig Christian Erk (1807-1883) benannt, der ein Teil seiner Kindheit in Dreieichenhain verbrachte. Der 1938 in Betongusstechnik ausgeführte Brunnen wurde von dem Bildhauer Wilhelm Fahrenbruch geschaffen. Ein Mandoline (?) spielender und singender, leicht bekleideter Putto steht auf einer Säule mit 4 Wasserspeiern, die mittig in einem kleinen Brunnenbecken steht. Der Brunnen befand sich bis 1968 in der Fahrgasse (obere Einmündung Erbsengasse) und wurde dann in den parkartig umgestalteten Burggraben hinter das Dreieich-Museum verbracht. Wilhelm Fahrenbruch (1892-1956) war ein fanatischer Nationalsozialist und ein skrupelloser Wegbereiter der "Deutschen Volkskunst". Finden Sie --> hier eine "Würdigung" Fahrenbruchs aus der "Landschaft Dreieich" Jahrgang 1939. Dabei ist anzumerken, dass Fahrenbruch als NSDAP Mitglied 1933 zum Generaldirektor der städtischen Museen (nicht des Städels!) ernannt, aber bald darauf wegen Plagiatsvorwürfen wieder abgesetzt wurde. --> Hier weitere Information zu Fahrenbruch.
Literatur: Heil, UTM: --> 32 U 479633 5538849


Hainer WeiberbrunnenDer Weiberkerbbrunnen, der seit 1986 in der Fahrgasse am Obertor steht, wurde von den "Hayner Weibern" initiiert und zum größten Teil aus den Erträgen der "Hayner Weiberkerb" finanziert. Er wurde von Eugen Müller entworfen. Der Brunnen besteht aus zwei unterschiedlich großen Becken, die mit einem Überbau verbunden sind, der an alte Ziehbrunnen erinnern soll. Im Querbalken ist die Jahreszahl 1986 eingemeißelt. Das Wasser fließt aus dem Hahn in das vordere Becken um dann in das hintere Becken überzulaufen. In den hinteren Teil des Brunnens ist eine hölzerne Sitzbank integriert. Dessen Holz ist eine Zweitverwendung: Es stammt von der alten Emporentreppe der Burgkirche.
Literatur: Heil, --> UTM: 32 U 479419 5538662


ZunftbrunnenDer Hayner Zunftbrunnen vor dem Faselstall in der Fahrgasse wurde von zwei bekannten Heimatkundlern initiiert und vollständig aus Spendengelder finanziert. Er wurde von dem Bildhauer Karl Matthäus Winter gestaltet. Der Brunnen besteht aus einem achteckigen, abgeschrägten Brunnentrog vor einer Säule mit einem Wasserauslauf. Am Trogrand außen sind 5 Wappen verschiedener Handwerkszünfte eingemeißelt: Leineweber, Bäcker, Bierbrauer und Bender, Schneider, Maurer (für die Schuhmacherzunft war kein Platz mehr). Auf der Brunnensäule erkennt man das Stadtsiegel von Dreieichenhain mit einer umlaufenden Inschrift: "Der stadt S[iegel] zum haynn in der Dryeich". An dem Schaft der Säule ist das Aufstellungsjahr 1991 eingemeißelt.
Literatur: Heil, UTM: --> 32 U 479702 5538810



HunnenbornDas "Hinnerbörnche" befindet sich in der Nähe des Neubaugebietes "Säuruh" im Dreieichenhainer Stadtwald. Bei uns in Sprendlingen heißt es "Haaner Börnche". Von dort holte der Storch bekanntlicherweise die kleinen Kinder ab und brachte sie - von einem Stück Zucker angelockt - zu den Familien. Irgendjemand hat der Quelle auch den unhistorischen offiziösen Namen "Hunnenborn" verpasst. Attila hat mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus dem Born getrunken und Hagen hat Siegfried bereits am Lindborn in Götzenhain erschlagen. Es gibt in der Nähe eine Straße mit der seltsamen Bezeichnung "Am Hunnenbrunnen". Erasmus Alberus, dem Reformator der Dreieich, vergleicht in einem Brief aus dem Jahr 1537 die Quellen der Dreieich mit den Musenquellen des Klassischen Altertums. Er beschreibt wortreich verschiedene Quellen in unserer Landschaft und beendet die Quellenbeschreibung mit: "Es sind außerdem einige andere Quellen nicht zu verachten, nämlich der ... und der Hindborn" (fons Hinnuli). Dieser Hindborn ist mit Sicherheit unser Hinnerbörnche (= hinterer Born). Der Bericht über Erasmus Alberus ist in Lit. Lenhardt (3) zitiert. Lesen Sie -->hier einige Anmerkungen zur Bezeichnung des Borns und --> hier einen Artikel von Wolfgang Pfannemüller (Die Haaner und ihr Hennebernche). Mit dem folgenden Link können Sie das "Hinnerbörnche-Lied" vom "Schuster-Hannes" aufrufen. Das Wasser des Hinnerbörnchens soll Heilkräfte besitzen, sagen manche Haaner.

Nach einer mündlichen Information war in der 1920er Jahren der Born mit rotliegenden Sandsteinen gefasst. Das Wasser soll aus einem Rohr geflossen sein. Früher stand auf dem westlichen Abhang eine vom Ensemble der Burgfestspiele 1927 gestiftete Betonbank, die seit 1992 im Burggraben steht. Deren Fundamente sind noch deutlich zu erkennen. Nach dem Krieg sollen die Brunnenkammer und die Betonsäule auf der Abdeckung von August Gries gefertigt worden sein. Nach einer weiteren mündlichen Information wurde der Born in der jetzigen Form im Zuge des Autobahnausbaus um 1970 neu gestaltet. Damals war im Wasserbau die Verwendung von Granitsteinen sehr üblich. In den 1980er Jahren war das Umfeld des Borns durch einen Sturm stark in Mitleidenschaft gezogen worden; jetzt sind die Wunden aber wieder weitgehend geheilt. In der Nähe der Quelle steht ein pilzförmiger Unterstand, der nach mündlichen Informationen (T. S.) von einem Spielplatz auf dem heutigen Parkplatz des TVD an das Hinnerbörnche versetzt wurde. Er wurde von Josef Hopf gefertigt.

KarteDas Hinnerbörnche entspringt am Fuß des "Sprendlinger Horstes", einem Ausläufer des Odenwaldes. Sein Wasser läuft in einem Graben 
Richtung Nordost zur B3 (alt) und versickert in der Regel, wenn es hinter der Autobahn die diluvialen Ablagerungen der Rheinebene erreicht. Der meist trockene Graben erreicht die B3 (alt) nordöstlich des Parkplatzes und läuft als Straßengraben zum ebenfalls aus dem Hainer Bürgerwald kommenden Geräthsbach, der auf der anderen Straßenseite den Grenzgraben zwischen Langen und Sprendlingen bildet (s. Y-HD Grenze).

BetonbankBis vor Kurzem war der Born und seine Umgebung recht verwahrlost: Das Auslaufrohr war entwendet, das Wasser suchte seinen Weg durch die Spalten des Mauerwerks, die Granitsteine der Ablaufrinne waren z.T. herausgebrochen, überall lagen Flaschenscherben, die Betonbänke waren mit den Fundamenten herausgerissen, die Papierkörbe und der Pilzunterstand waren mit Grafitti verziert, der Tisch aus Recyclingmaterial war angeschmurgelt, Der Platz war teilweise mit Brombeerhecken überwuchert. Die "Freunde Sprendlingens" beschlossen im Frühjahr 2015, den Born in Absprache mit dem Heimat- und Geschichtsverein Dreieichenhain, der Stadt Dreieich und dem Forstamt in Langen wieder auf Vordermann zu bringen: Ein neues Auslaufrohr wurde eingesetzt, die undichte Brunnenkammer mit 
Spezialzement abgedichtet und die defekte Auslaufrinne mit neuen Steinen repariert. Mehrere Eimer HinnerbörncheGlasscherben wurden aufgesammelt, Graffiti entfernt, die Anlagen mit einem Hochdruckreiniger gesäubert, die Brombeerranken und herumliegende trockene Äste beseitigt, eine Infotafen angebracht und eine herausgerissene Betonbank wieder eingesetzt. Der DLB hat die Tischplatte ausgetauscht, von der Firma OBI Dreieich zur Verfügung gestellte Trittplatten aus Granit für eine Treppe wurden von Mitarbeitern der Firma Tippelt Gartengestaltung gesetzt. Die Stadt Dreieich und die Stadtwerke Dreieich unterstützten das Projekt. Am 24.4.2015 wurde das renovierte Hinnerbörnche in Gegenwart von bürgermeister Dieter Zimmer der Presse vorgestellt. Ein Storch hatte sich auch eingefunden. Die Geburtenrate kann also wieder steigen. Lesen Sie dazu einen Artikel aus op-online.
Anmerkung 9/2015: Mit einem Schwanenhals-Endoskop habe ich durch das Auslaufrohr des Brunnens in die Brunnenkammer geschaut. Das Bild war etwas ernüchternd: Man konnte deutlich zwei Drainagerohre erkennen. Möglicherweise sind diese im Zuge der Bebauung der "Säuruhe" zur Entwässerung verlegt worden.



KreuzbornErasmus Alberus erwähnte 1537 in seinem Brief über die Dreieicher Quellen auch einen "fons Crucis", den Kreuzborn. Er war Heinz Lenhardt, einem versierten Heimatforscher nicht bekannt (Lit. Lenhardt (3) aus dem Jahr 1930). Dagegen wurde der Kreuzborn in Lit. Nahrgang (4) um 1960 erwähnt: "Der Kreuzborn liegt dicht westlich der Hengstbach in der Gewann "Die alten Stümpfe". Er hat ebenso wie die Kreuzmühle und die Kreuzwiesen von einem nahen, heute verschwundenen Sühnekreuz den Namen". Bei einer intensiveren Recherche entdeckte ich auf der nächsten Seite der Nahrgangschen Publikation eine Karte, auf der ganz klein "Kreuzborn" zu lesen war. Leider war weder der Maßstab noch die Herkunft der Karte angegeben. Aus der Entfernung zwischen der als projektiert eingezeichneten Hainer Chaussee und der Brücke über den Hengstbach bei der Winkelsmühle konnte ich eine Entfernung von 215 m Luftlinie von der Brücke bis zum Kreuzborn berechnen. KreuzbornAus dem GIS übernahm ich die Koordinaten und eilte an einem späten Märznachmittag zur Winkelsmühle und ging sehr gespannt den Bachweg Richtung Dampfmühle entlang. Genau an den errechneten Koordinaten erkannte ich "dicht westlich der Hengstbach" einen aufgemauerten Brunnen mit Sandsteinring und einem kleinen Dach darüber. Dies musste der von Alberus beschriebene Kreuzborn sein! Die Anwohner hatten ihn sicherlich etwas "modernisiert". Ich kontaktierte umgehend telefonisch den Besitzer des Anwesens, um die Erlaubnis einzuholen, den Brunnen näher untersuchen zu können. Der Besitzer war zunächst etwas irritiert ob meines Anliegens, meinte dann aber recht spöttisch, dass dies wohl kein mittelalterlicher Brunnen sei, da er ihn selbst mit seinem Vater im Jahr 1971 gegraben hat. Der Brunnen wurde unter Verwendung von Betonrohren hochgezogen, verblendet, mit selbstgefertigten Sandsteinsegmenten abgedeckt und mit einem Dach versehen. Dies war eine gelinde Enttäuschung für den wackeren Heimatforscher!
Ist es aber wirklich nur ein Zufall, dass der 1971 entstandene Brunnen sich an der Stelle befindet, die Nahrgang in einer Publikation von 1960 als dessen Standort angegeben hat? Merkwürdig. Immerhin hatte ich am gleichen Tag in der Nähe den (vorerst) einzigen Grenzstein der ehemaligen Gemarkungsgrenze zwischen Dreieichenhain und Götzenhain gefunden.


Den Klingenborn in der Dreieichenhainer Gemarkung ist weitgehend unbekannt. Ich erfuhr über Umwege von einer ehemaligen Quelle im Zwickel Neurothweg und den Fischäckern (dem Weg zum Christinenhof), der mit Sandsteinen gefasst sein sollte. Ein Blick auf die Flurkarte zeigte, dass dieses Gebiet "Am Klingenborn" heißt. Die Karte zeigt auch, dass durch die Grundstücke ein Graben führt, der das Rückhaltebecken an der Götzenhainer Umgehungsstraße entwässert, durch die Wiesen verläuft und in der Nähe des Burghofs in den Hengstbach mündet. In Lit. Nahrgang (4) ist zu lesen: Der Klingenborn lag neben dem Neuroth im Klingenbachtal zwischen dem alten Büdinger Weg und dem Neurother Weg. Der Graben ist demnach der begradigte Klingenbach. Nahrgang schrieb im KlingenbornPräteritum ("lag"), ein Hinweis darauf, dass 1960 dieser Born nicht mehr existierte.
In Lit. Lenhard (3) über die Beschreibung der Dreieicher Quellen durch Erasmus Alberus 1535 wird ein "fons Neucrinus" genannt. Lenhard schloss nicht aus, dass es sich um den "Klingenborn, eine steingefasste Quelle am Neuroth". Diese Publikation stammt aus dem Jahr 1930.
Soweit die Recherchen. Ich erfuhr den Namen des Besitzers des Grundstücks und kontaktierte ihn: Ja, der Brunnen läge auf seinem Grundstück, allerdings sei dort ein Teich angelegt worden, der auf Betreiben der Naturschutzbehörden wieder zugeschüttet werden 
musste. Er erteilte mir die Erlaubnis, sein Grundstück zu betreten, was ich auch umgehend tat: Der zugeschüttete Teich war als kleine Wiese gut zu erkennen. Der wasserführende Klingenbach floss durch das Gelände, in den von Norden ein weiterer Graben rechtwinklig einmündete. Dieser endete nach ca.15 m in einer gefluteten Vertiefung, in der ein Beton-Kanalausstiegsrohr senkrecht eingelassen war. Eine Pumpe lag funktionslos hinter dem Betonrohr. Dies alles war kein sehr romantischer Anblick. Der Garten ist verwahrlost, Überreste einer abgebrochenen Hütte und weiterer Müll lagen herum. Wenn beide Gräben gereinigt werden würden, könnte die Quelle sicherlich Wasser schütten. Das Areal nördlich des Klingengrabens ist Landschaftsschutzgebiet; die Bauten und sonstigen Anlagen sind im Prinzip illegal und müssten eigentlich geräumt werden. Aber von diesen Arealen gibt es in der Landschaft Dreieich genügend.
Nahrgang erwähnte in diesem Zusammenhang den "Unteren Weiher" im heutigen Gewann Am Klingenborn. Auf der Suche nach diesem Weiher fiel mir westlich der Brücke des Neurothwegs über den Klingenbach eine Böschung auf (parallel zu dem Weg zu dem Reitplatz), auf deren Kamm der Bach Richtung Hengstbach lief. Dies könnte der Damm des Unteren Weihers gewesen sein. Ich fand jedoch keinen Abfluss zum Hengstbach, sondern überraschenderweise einen wasserführenden Graben der in südwestlicher Richtung, parallel zum Hengstbach, jedoch in anderer Fließrichtung verlief. Rätsel über Rätsel. Ich sprach einige Gartenbesitzer an, ohne dass ich eine Erklärung für dieses Phänomen finden konnte. Ein Blick in die Flurkarte zeigte, dass dieser "Klingengraben" ein eigenständiges Flurstück ist, das quer durch die Gärten verläuft und an der Straßenbrücke "Geisberg" den Hengstbach trifft. Vor Ort erkannte ich dann zwei Plastikrohre, aus denen Wasser in den Bach floss. Gernot Schmidt half mir auf die Sprünge: Das Wasser zum Betreiben der Mühlen am Hengstbach war immer sehr knapp. Das Wasser des Burgweihers drehte das Mühlrad der Holzmühle. Der Holzmüller, der auf der Nordostseite des Hengstbachs Grund und Boden besaß, legte dort den Unteren Weiher an und führte das Wasser des Klingenbachs über den Klingengraben zum Hengstbachstau in den Burgweiher. Er konnte damit das Wasser des Klingenbachs zum Betreiben seiner Mühle einsetzen. Ohne diesen Graben wäre das Wasser ungenutzt in den Hengstbach geflossen. Das Gewässer in der Flurkarte vom angenommenen Unteren Weiher geradeaus in den Hengstbach ist falsch eingezeichnet. Das Wasser des Klingenbachs wird direkt und ohne Überlauf in den Klingengraben geleitet. Sage einer, Heimatforschung sei eine langweilige Angelegenheit!


Der Schüllerborn oder Schülerborn wurde von Erasmus Alberus 1536 als "fons Scholasticus" bezeichnet. Nach Lit.  Nahrgang (4) liegt er im oberen Teile der Schüllerwiesen. Die Schüllerwiesen erstrecken sich östlich des Schüllerwiese"Millionenhügels" und nordöstlich der Winkelsmühle hoch zu den Fischäckern. Die Suche nach dem Schüllerborn beginnt am Auslassgraben der Winkelsmühle, der gleichzeitig der Mühlgraben der Kreuzmühle (Dampfmühle) war. Gleich unterhalb der Winkelsmühle erkennt man ein Rohr, dessen Öffnung wenige Meter von diesem Parallelgraben zum Hengstbach aus dem Hang kommt. Der Einlass zu diesem Rohr befindet sich auf der Nordostseite der Kennedystraße. Dort erkennt man einen mit alten Eichen bestandenen Graben am südöstlichen Rand des mit Brombeerranken und Schilf bewachsenen Wiesenzugs (s. Abb. links). Man kann sich diesem Graben entlang am Rand der Schüllerwiesen bergan zum oberen Teil der Wiese vorarbeiten. Teilweise sind die Privatgrundstücke eingezäunt und können nicht betreten werden. Auch der obere Teil der Schüllerwiesen ist stark verwildert, so dass manchmal kein Fortkommen war. Es gab eine Stelle, die durchaus ein Quellhorizont gewesen sein könnte, allerdings konnte ich dort keine Quellfassung finden (s. Flurkarte). Das Gebiet oberhalb der Schüllerwiesen (Fischäcker, Hub) wird mittels eines Grabens entwässert, der in den beschriebenen Graben geleitet wird. An der Nordwestseite der Wiesen verläuft ein Abwasserkanal, der die unterirdischen Wasserflüsse verändert haben kann, so dass die Quelle versiegte. Schade, ich hätte den Schüllerborn gerne gefunden.


Noch ein Wort zum Herrenborn, der von Erasmus Alberus "Dominicum fontem" genannt wird: In Lit. Nahrgang (4) wird er am Rande des Herrenweihers verortet. Ich bin um den Herrenweiher herumgegangen und vergeblich versucht, eine Quelle zu finden. Andererseits fließt Wasser vom Herrenweiher in die anderen Teiche. Dies bedeutet, dass der Herrenweiher unter der Wasseroberfläche mit Wasser versorgt werden muss. Beim nächsten Säubern des Herrenweihers sollte man darauf achten.

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Steinbrunnen in Götzenhain
Auch in Götzenhain gab es in der Vergangenheit viele Brunnen auf privatem und öffentlichen Grund. Die meisten wurden nach der Einrichtung der zentralen Wasserversorgung zugeschüttet. Einige Brunnenschächte wurden bei Bauarbeiten wiederentdeckt und wieder aufgemauert. Es sei hier auf die umfassende Darstellung von H. Keim verwiesen.

DorfbrunnenDer Brunnen am Dorfplatz in Götzenhain gegenüber der evangelischen Kirche wurde 1995 auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofes errichtet. Er besteht aus einem alten runden Trog aus hellem Sandstein. Außendurchmesser: 96 cm, Höhe: 62 cm, Innenduchmesser: 34 cm, Tiefe 64 cm. Der äußere Umfang des Troges ist facettenartig gestaltet. Er steht in einem doppelten Steinkreis, dessen Innen- und Außenkanten mit 26 cm breiten Holzsegmenten versehen sind. An der Südseite des Platzes steht eine Edelstahltafel mit den Namen von Sponsoren der 2001 errichteten "Lichtinstallation". Die an einen elektrischen Weidezaun erinnernde Einfriedung ist allerdings eine ziemliche Geschmackssache. Alle 2 Jahre findet hier das Dorfbrunnenfest statt.
Literatur: Keim, UTM: --> 32 U 481067 5538192


Hist. Dorfbrunnen GötzenhainDer historische Dorfbrunnen an der Rheinstraße etwas südlich der evangelischen Kirche war einer von 6 öffentlichen Brunnen in Götzenhain um 1900. Er wurde 1887 von der Gemeinde Götzenhain errichtet. Nach der Umstellung auf zentrale Wasserversorgung wurde er 1935 zugeschüttet. Erfreulicherweise wurde der Brunnenschacht bei Bauarbeiten wiederentdeckt und von den Mitgliedern des Götzenhainer Kerbvereins freigelegt und 2003 wiederhergestellt. Sein Durchmesser beträgt 1,25 Meter, er ist 9,30 Meter tief und der Wasserspiegel liegt bei ca. 4,50 Meter. In einen Stein ist "1887 - 2003" eingeritzt. Auf dem Brunnen steht eine historische Schwengelpumpe (Saugpumpe). Das Schönste daran ist, dass sie noch
Hausbrunnenfunktioniert. Man kann wie in der Vergangenheit mit ihr Wasser aus dem Brunnen pumpen.
Literatur: Keim, UTM: --> 32 U 481070 5538171


Einige Dutzend Meter weiter die Rheinstraße entlang erkennt man auf der linken Seite (Haus Nr. 48) einen schön restaurierten, wahrscheinlich wieder aufgemauerten Hausbrunnen. Er ist mit einer Eisenplatte abgedeckt, in der noch die Öffnung für die Saugpumpe sichtbar ist. Auf der Vorderseite befindet sich eine gemauerten Vorsprung zum Abstellen der Eimer. Verschüttetes Wasser konnte nach unten in den Brunnen zurücklaufen. Eine sehr sinnreiche Konstruktion.



Lindenborn 5Bild LindenbornDas Bild rechts vom Lindborn in Götzenhain zierte die Titelseite der "Landschaft Dreieich" im Jahr 1991. Der Lindborn wurde seither in der Literatur -soweit mir bekannt- nicht erwähnt, er schien in Vergessenheit geraten zu sein. Bei Recherchen stieß ich auf eine Ortsbeschreibung: südlich der Eisenbahnbrücke über den Hengstbach (am Bahnübergang der Straße Am Geisberg). An dieser Stelle sah ich zunächst nur ein Rohr, aus dem kräftig Wasser in den Hengstbach floss, dahinter eine Trockensteinmauer. Ich entfernte das Geäst und das Laub: darunter erschien der guterhaltene Rand des gesuchten Lindborns! Nach Rücksprache mit der Denkmalschutzbehörde habe ich den Brunnenrand gesäubert, die Böschung mit Natursteinen stabilisiert, Betontrümmer weggeräumt, einige dort herumliegende Gehwegplatten vor den Brunnen gelegt und versucht, den Schlick aus der aus dem Quelltopf zu entfernen. Das Ergebnis sieht ganz
Lindenborn 1 Limndenborn 2 Limndenborn 2 Lindenborn 4 Lindenborn 4
manierlich aus. Leider wird der Hang über dem Born als wilder Kompostplatz benutzt. Auf dem 4. Bild von links erkennt man den dort leider kanalisierten Hengstbach und im Hintergrund die sehr schön gestaltete Eisenbahnbrücke aus rotem Sandstein. Daneben ist die Quellfassung nach der Befestigung der Böschung zu sehen. Der Lindborn ist nur schwer zugänglich. Man kann ihn mit Gummistiefeln bewaffnet vom Ende der Grünanlage gegenüber dem Ringwäldchen erreichen, indem man dem kanalisierten Hengstbach folgt. Es ist sehr gefährlich, vom Bahnübergang die Gleise entlang und dann die Böschung hinunter zu klettern! Die Stelle ist übrigens vom Zug aus gut zu erkennen. Der Lindborn hat seinen Namen von der alten Linde, die auf dem Gemälde zu erkennen ist und die 1938 in einem Sturm umgestürzt ist. Früher nannte man den bereits 1537 erwähnten Brunnen den "Gerhardsborn". Der Name "Siegfriedsbrunnen" ist ebenfalls überliefert (Schauplatz von Hagens Mord an Siegfried). Die eigentliche Quelle entspringt außerhalb der Steineinfassung, fließt durch einen Spalt in den ca. 40 cm tiefen Quelltopf hinein und durch einen breiteren Spalt in ein Tonrohr, das zum Hengstbach führt. Der Brunnen hat einen Durchmesser von ca. 88 cm. Der Brunnenrand besteht aus drei Segmenten aus Rotliegendem (24 cm breit und 24 cm dick). Es sind Markierungen zu erkennen, die darauf hindeuten, dass die Segmente mit Metallklammern zusammengehalten wurden. Früher floss das Wasser offensichtlich aus einem jetzt trocken liegenden Rohr in den Brunnen. Es ist m. E. ein Versäumnis, dass der Lindborn nicht in die Denkmaltopographie des Kreises Offenbach aufgenommen wurde. Aus den Archiven des Dreieich-Museums hat mir Frau Gesine Weber einen Plan von 1938 zur Verfügung gestellt, nach dem der Brunnen öffentlich zugänglich gemacht werden sollte.
Lindenborn WelkerF.W. Schäfer berichtete 1933 in seinem Buch "Wanderungen in der Dreieich" über den Lindborn, dass der Brunnen leer sei; "denn die Quelle hat sich, der Menschenhand spottend, einen Weg gebahnt und rinnt langsam unter dem Damm hindurch". Die Menschenhand hat zwischenzeitlich dafür gesorgt, dass das Wasser wieder in den Brunnenstein (Zitat) rinnt. Schäfer spricht übrigens von einer "Gerhardseiche".
Anmerkung 7/16: In der "Kleinen Presse" von 1921 (Lit. Wilker (2), Info von Frau Gruber) ist ein Foto des Lindenborns abgebildet. Man sieht einen Mann am Brunnen vor dem Stamm einer mächtigen Linde sitzen. Man kann sich wirklich gut vorstellen, wie der Autor ausführt, wie der grüne Klee von Siegfrieds Blut soch rötet, als er an dieser Stelle von Hagens Hand gemordet wurde.
Erasmus Alberus, dem Reformator der Dreieich, verglich in einem Brief aus dem Jahr 1537 die Quellen der Dreieich mit den Musenquellen des Klassischen Altertums. Er Schrieb: "Der Gerhardsborn, mit dessen köstlichem Wasser die Bewohner von Gotteshain den Durst löschen, wird, verglichen mit dem Castalischen Quell, diesem nicht nachstehen." Die Castalische Quelle entspringt in der Nähe von Delfi in Griechenland. Deren Wasser soll - so die Sage - einem die Dichtergabe verleihen.
Lit: Grein, Nahrgang und Miedtank; Keim; Heinz Lenhardt in Lit. Nahrgang (5). F.W. Schäfer (2). -->GIS
P.S. Das Bild rechts oben ist eine Replik einer Abbildung, die in Lit. Wolf 1951 publiziert wurde.
LindeNachtrag: Im November 2012 hat das Grünflächenamt der Stadt Dreieich auf meine Anregung hin am Lindborn eine neue Linde pflanzen lassen. Sie wurde von dem Dreieicher Bürger, Herrn Heinz Müller, gestiftet. Es wird wohl einige Zeit vergehen, bis sie so groß und stark ist, wie der 1938 gefallene Baum. Im Beisein des Ersten Stadtrates von Dreieich, Martin Burlon, fand am 10.12.2012 ein Pressetermin statt, an dem über die Neupflanzung der Linde informiert wurde. Lesen Sie hier einen Artikel aus der online-Ausgabe der Frankfurter Neuen Presse oder der Offenbach-Post.
Am 8.9.2013 gab es zum Tag des Offenen Denkmals erstmals die Gelegenheit für die Öffentlichkeit, den Brunnen in Augenschein zu nehmen.


Grüner Born 1Grüner Born 2Im 2010 erschienenen Buch von Helmut Keim wurde der Grüne Born als verschollen bezeichnet ("Es ist niemandem bekannt, ob jemals jemand diesen Born zu Gesicht bekommen hat"). Dies erweckte mein Interesse und ich begann zu recherchieren: Der Grüne Born ist laut Messtischblatt die Quelle des Bieberbachs. Er liegt am Grüne-Born-Weg zwischen der Brücke über die Götzenhainer Umgehungsstraße und den Aussiedlerhöfen am Kirchborn. An Ort und Stelle fand ich nur eine mit Bäumen und Gestrüpp bewachsene vermüllte Mulde, die zu einem Graben hin nach Norden entwässert wurde, jedoch keine Quelle. Ein alteingesessener Götzenhainer erzählte mir, dass er als Kind dort an einer Quelle gespielt hatte. Auf der anderen Seite des Grüne-Born-Weges sieht man ein mit Hecken bepflanzten Acker. Darunter befindet sich der Stollen einer Schwerspatgrube ("Alter Schacht"), dessen Eingang nach dem 2. Weltkrieg zugeschüttet wurde. In Lit. Wolf aus 1951 wird berichtet, dass der Grüne Born "heute nur noch als als eine Vertiefung im Boden zu erkennen" sei. Die Vermutung, dass er mit der Flurbereinigung beim Wegebau in den 50er oder 60er Jahren verschüttet wurde, kann demnach nicht korrekt sein.

In Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und dem Umweltamt der Stadt Dreieich beauftragte ich im April 2011 ein Unternehmen, die aufgeschüttete Erde mit einem Greifer zu entfernen. Nachdem ca. ein Kubikmeter Erde ausgebaggert worden war, bemerkten wir durch Sondierungen, dass in 1-2 Meter unter der Bodenoberfläche größere Steine zu finden waren. Wir gruben vorsichtig weiter und konnten schließlich den gesuchten Grünen Born freilegen! Bald füllte sich die Grube mit Wasser, so dass wir einen provisorischen Entwässerungsgraben anlegen mussten.

Grüner Born DetailGrüner Born totalIm Juni 2011 wurde das Gelände unter Aufsicht des Umweltamtes der Stadt Dreieich wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt: Die zwischenzeitlich trockenliegende Quellfassung liegt jetzt in einer tieferen Mulde, die durch einen abgeböschten Graben entwässert werden kann. Beim Säubern der Steine entdeckten wir in der nördlichen Platte ein quadratisches Loch (9 cm Kantenlänge), durch das das Quellwasser offensichtlich früher abfließen konnte. Beim genaueren Hinsehen erkennt man, dass die südlichen Platte mit einer Nut mit den benachbarten Platten verbunden ist (s. Abbildung links).
Die Maße der Steinplatten: (LxBxH): 72x17x93 (Nord), 90x18x62 (West), 70x9x47 (Süd), 97x17x63 (Ost). Es wird interessant sein zu sehen, ob sich die Steinfassung in der feuchteren Jahreszeit wieder mit Wasser füllen wird. Ein Geländer zur Absicherung der Böschung und eine Informationstafel wurden dann noch angebracht. Das Bild rechts zeigt den Zustand des Geländes im November 2011; es ist alles wieder schön grün geworden am Grünen Born. Zwischenzeitlich (Juni 2012) wurde vom Regionalpark eine Hinweis-Stele am Regionalparkweg aufgestellt.

FundeBeim tieferen Ausschachten der Steinfassung stieß ich auf Glasscherben, Keramikscherben, zwei unzerbrochene grüne Flaschen und eine farblose Flasche, deren Hals abgebrochen war. Interessant war die Beschriftung dieser Flasche: "ELLIMAN'S ROYAL EMBROCATION FOR HORSES MANUFACTURY SLOUGH". Eine Recherche im Internet ergab, dass diese Flaschen mit Einreibungen für Pferde um 1890 sehr verbreitet waren. Bei ebay werden unzerbrochene Flaschen für 20 Pfund angeboten. Dieser Fund belegt, dass der Born zumindest die jetzige Tiefe hatte und dass er mindestens 100 Jahre alt ist.

Der Grüne Born wurde bereits im Jahr 1270 als "Grunenburnen" in einer Schenkungsurkunde erwähnt (Heinrich der Hinkende von Dietzenbach verkaufte seine Besitzungen dem Kloster Patershausen). Weitere Nennungen: 1582 Grünborn, 1681 Am Grünen Brunnen). Erasmus Alberus hat den Grünen Born in deiner Schhrift über die Quellen der Dreieich nicht beschrieben. Er ist aber Teil der Sagengeschichte der Dreieich: Es wird erzählt, dass vor langer Zeit Dietzenbacher Burschen dort den Teufel beschworen hätten. Er sei erst nach Anrufung der "drei höchsten Namen" wieder verschwunden. Seitdem haust er wahrscheinlich bei den Dietzenbachern unterm Dach.

Ich danke der Firma Tippelt Garten- und Landschaftsbau für die engagierte Unterstützung bei der Freilegung des Grünen Borns und Herrn Wissner von der Stadt Dreieich für die ebenso engagierte Begleitung des Projektes.
Lesen Sie einen Artikel über die Entdeckung des Grünen Borns in der op-online.de.
Literatur: Keim; Grein (3); Wolf; Lenhard. UTM: --> 32 U 481427 5539320

Nachtrag 9/16: Das Geländer an der relativ steilen Böschung wurde 2015 mutwillig zerstört. Im Frühjahr 2016
Grüner Born 9/16wurde in einer vom Verein "Zukunft Dreieich" unterstützten Aktion mit einem Bagger die Böschungen zur Quellfassung abgeflacht, das Totholz entfernt sowie zwei Baume geplanzt. Die "Freunde Sprendlingens" und Götzenhainer Bürger holten eine große Menge Müll und Unrat aus dem Gelände. Weitere Maßnahmen sind vorgesehen. Im September 2016 verlegte die Firma Burkard Grabdenkmäler aus Sprendlingen freundlicherweise ohne Berechnung Steinplatten rund um die Quellfassung. Ein Abflussrohr aus Kupfer wurde unter den Platten angebrachr, das in einem Lochstein endet. Es ist vorgesehen, den Abflussgraben zu vertiefen, um eine Überschwemmung der Quellfassung zu verhindern. Ich werde berichten.


KirchbornKirchborn 1922Der denkmalgeschützte Kirchbornbrunnen am Rande eines Eichenhaines ist ein wahrer Elfentanzplatz: eine verzauberte Stelle am Fuße einer uralten, knorrigen Linde am Rande eines Sumpfes. Das Wasser blubbert, als ob gleich der Froschkönig auftauchen würde. Leider hat er von seinem Charme etwas eingebüßt, die Gegend sieht sehr ungepflegt aus, seitdem sie unter Naturschutz steht. Früher war dies anders, wie dem Bild rechts aus dem Jahr 1922 (Lit. Welker (2) zu entnehmen ist. Zwischen den alten Eichenbäumen wuchs Gras, das Ganze hatte den Charakter eines gepflegten Parks. Die Götzenhainer feierten dort regelmäßig ihre Feste. Der runde Brunnenschacht wurde aus rotliegenden Steinen gemauert, darauf liegt ein monolithischer Brunnenring, über dessen Alter man keine Informationen hat. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er aus römischer Zeit stammt, da man in der Nähe einen römischen Brennofen ausgegraben hat. Der Brunnen selbst ist nicht sehr tief, eigentlich ist er eine der Quellfassungen des Bieberbachs, der in dieser Gegend zutage tritt. An der Südseite befindet sich ein Auslauf, aus dem sicherlich früher das Brunnenwasser in den Kirchbornweiher floss, der
eine Mühle am Waldrand, aber auch zeitweise über ein Grabensystem die Mühle am Neuhof mit Wasser versorgte
.
Erasmus Alberus schrieb 1537: "In den alten Schriften der Dichter nimmt der Quell Hypocrene oder Roßquell den ersten Rang ein. Mit ihm vergleiche ich den Kirchborn, der durch sein liebliches Murmeln erfreut, der zur Rechten entspringt, wenn man von Dietzenbach nach dem Hain geht." (Heinz Lenhardt in Lit Nahrgang (5))

Anmerkung 2/16: Die "Freunde Sprendlingens" planten Anfang der 1990er Jahre, den Kirchbornbrunnen zu renovieren. Dazu sollte der Steinkranz abgehoben, die Steine nummeriert und abgetragen werden. Anschließend sollte der Brunnen wieder (wasserdicht) aufgemauert und der Steinkranz wieder ordentlich aufgelegt werden. Damit hätte der Auslauf seine Funktion zurückerhalten und das Wasser hätte wie zu Alberus Zeiten wieder geplätschert. In einer fachlichen Stellungnahme wurde darauf verwiesen, dass die Wurzeln der Linde und der Zahn der Zeit dem Brunnenschacht sehr zugesetzt hatten und dass eine Renovierung erforderlich sei, um den Brunnen langfristig zu sichern. Leider hat die untere Naturschutzbehörde dem Vorhaben nicht zugestimmt, weil aus Prinzip nicht und weil im Brunnen ein Bergmolch gesichtet worden ist. Ein klassischer Konflikt zwischen Natur- und Denkmalschutz.
UTM: --> 32 U 481960 5539670


Quellfassung KirchbornEinige Meter südwestlich des Kirchbornbrunnens kann man eine weitere Quellfassung finden. Es handelt sich um eine U-förmig behauene ca. 30-35 cm starke Steinplatte aus Rotliegendem mit einer Basislänge von 138 cm. Die Schenkel des "U" sind 42 und 48 cm breit und ca. 60 cm lang. Die Platte ist auf der östlichen und südlichen Seite abgeschrägt. Am offenen Ende des "U" ist eine dünnere Sandsteinplatte eingelassen, deren oberes Ende leider beschädigt ist, so dass sie über der Wasseroberfläche nicht sichtbar ist. In der 38 cm breiten Aussparung der KirchbornquelleSteinplatte sammelt sich das Quellwasser und fließt über ein Kupferrohr in das versumpfte Gebiet des ehemaligen Kirchbornweihers.
Nachtrag: Ein älterer Götzenhainer erzählte mir, dass es sich bei diesem Gebilde um einen Überlauf einer Brunnenbohrung der Stadt Offenbach um 1900 handelt. In ca. 50 cm Tiefe kann man ein gusseisernes Rohr (ca. 7 cm Durchmesser) fühlen. Der ältere Herr berichtete, dass er vor ca. 30 Jahren ein gewinkelte Rohr in das gusseiserne Rohr gesteckt hat und vergeblich versucht hat, den Zwischenraum abzudichten, mit dem Ziel, dass das Überlaufwasser durch das gewinkelte Rohr abfließt.  UTM: --> 32 U 481950 5539660


NeuhofDas Hofgut Neuhof liegt auf Götzenhainer Gemarkung. Dort befindet sich rechts neben dem Eingang zum Hofgut ein mit Blumen bepflanzter Steintrog, den man mit etwas gutem Willen als Brunnen bezeichnen kann. Auf dem Korpus sind die Jahreszahl 1681 sowie zwei Wappen mit den Inschriften "MN" und MBN" zu erkennen. Es ist nicht bekannt, woher der Brunnen Stammt. Er wurde nach dem Bau der Umgehungstraße dort aufgestellt (pers. Mitteilung C.S.) Über dem Brunnen ist ein moderner Steinguss eines Halbreliefs angebracht, die den heiligen Georg beim Drachentöten zeigt. Ein Kupferdächlein schützt beide vor dem Unbill des Wetters. UTM: --> 32 U 480596 5540554



Brunnen 2 NeuhofBrunnen 3 NeuhofAuf dem Gelände des Hofgutes Neuhof gibt es zwei weitere Brunnen, die offensichtlich nicht zum historischen Inventar des Hofgutes gehören. Sie wurden in den
1950er Jahren im Antiquitätenhandel erworben (pers. Mitteilung C.S.). Der links abgebildete Brunnen (--> GIS) besteht aus 6 Segmentsteinen mit leicht auskragenden Wülsten oben und am Boden. Auf dem Segment an der Ostseite erkennt man zwei Wappenreliefs. Der Aufbau besteht aus alten schwarz gestrichenen Eichenbalken. Am Querbalken ist eine hölzerne Radscheibe befestigt, über die eine Kette läuft, an der ein Holzeimer hängt. Der Brunnen ist mit Erde gefüllt und mit Blumen bepfanzt.
Der rechts abgebildete, etwas abseits stehende Brunnen (--> GIS) besteht auf der Westseite aus 2 Segmentsteinen, die andere Hälfte auf der Ostseite ist mit Backsteinen ergänzt und sehr geschickt verputzt. Der massive Aufbau ist ebenfalls aus schwarz gestrichenen Eichenbalken gezimmert. Die Welle mit Handkurbel ist wenig funktional, sie wurde wohl aus optischen Gründen angebracht. Die Brunnenöffnung ist mit einer Holzabdeckung versehen. Der Brunnenaufbau verdeckt eine Brunnenbohrung aus den 1950er Jahren.


Philippseicher WaldDie Reste dieses Waldbrunnen am Fuße einer uralten Eiche steht am nördlichen Rand des Waldes westlich von Phillipseich. Er diente zur Versorgung eines Forsthauses, das 1958 abgerissen wurde. Der jetzt noch sichtbare Brunnenschacht ist aus Rotliegendem gemauert und nur ca. 1 Meter tief. Der Brunnenkranz ist nicht mehr erhalten, die oberste Steinreihe lückenhaft. Eine Abbildung des Originalbrunnens ist in dem Buch von H. Keim zu finden. Die Umgebung des Brunnens ist etwas vermüllt. Dies ist sehr schade, denn auch dieser Platz hat eine ganz besondere Atmosphäre.
Literatur: Keim, UTM: --> 32 U 480132 5537477
Nachtrag 6/2013: Leider ist die Eiche zwischenzeitlich umgestürzt. Von der besonderen Atmosphäre ist nichts mehr zu spüren.



Philippseich 2Phjlippseich 1
Auf dem Gelände von Philippseich findet man noch zwei Steinbrunnen an den Originalstandorten, d.h. über einem Brunnenschacht. Der links abgebildete Brunnen steht in einem sehr gepflegten Hof. Die Steine sind sauber verfugt, darauf liegt der Brunnenring aus Sandsteinsegmenten. Der auf dem rechten Bild dargestellte Brunnen steht im südlichen Eingangsbereich des Hofgutes in einer etwas rustikaleren Umgebung. Auch er ist aus Rotliegendem aufgemauert und trägt einen Brunnenring aus 5 Segmenten.


Philippseich 3Der dritte Brunnen steht im Bereich des landwirtschaftlich genutzten Teils der Philippseicher Anlage. Er ist wahrscheinlich erst nach dem 2. Weltkrieg an diese Stelle versetzt worden. Er besteht aus einer ca. 3 Meter hohen rechteckigen Sandsteinsäule mit einem schmiedeeisernen Wasserausfluss. Die Säule steht auf einem konischen, ca. 80 cm hohen Sandsteinsockel. Das elektrisch umgewälzte Wasser fließt in einen Sandsteintrog, der vermutlich nicht Teil des Gesamtensembles war. Säule und Trog stehen auf einer entsprechend großen Sandsteinplatte.


Philippseich ist Privatgelände; daher sind diese Brunnen öffentlich nicht zugänglich. Früher gab es dort sicherlich weitere Brunnen und Springbrunnen. Südwestlich der Einmündung der Philippseicher Straße in die B 486 findet man in einem kleinen Wäldchen einen Teich
(-->GIS), der mit einer Druckleitung mit Philippseich verbunden gewesen sein soll, um die Fontänen dort zu speisen.


EngelsbornEin weiterer Brunnen in der Götzenhainer Gemarkung ist der Engelsborn ( -->GIS). Auf ihn hatte Förster Keller aufmerksam gemacht. Ein Herr namens Engel hätte ihn vor Jahren errichtet. Zunächst sah man am angegebenen Ort an der Schäferwiesenschneise gar nichts. Mit Mühe konnte man einen Rohrauslauf in einem verschlammten Graben freilegen. Herr Keller war so freundlich, den Graben reinigen zulassen, so dass der Auslauf gänzlich freigelegt werden konnte. Im Mai 2016 hatten wir die Gelegenheit, die Anlage am Graben von Erde und Bewuchs zu säubern. Sie bestand aus einem knapp 100 cm breiten und knapp 40 cm hohen Mäuerchen, aus dem unten ein Metallrohr mit ca. 10 cm Durchmesser herausragte, aus dem Wasser floss. Im Verputz der Mauer ist "196 " zu erkennen ebenso ein "E.". Hinter dieser Mauer erkennt man einen flachen, feuchten Graben, der nach ca. 35 m zu einem mit Wasser, Steinen und Schlamm gefüllten senkrecht im Boden stehenden Betonrohr führt. Das Betonrohr hat einen Durchmesser von 50 cm. Die runde Betonabdeckung ist noch vorhanden, passt aber nicht mehr auf das Betonrohr, da es am oberen Rand ungleichmäßig ausgebrochen ist. Betonstücke und rotliegende Steine lagen um das Betonrohr herum. Im Juli 2016 wurde von den Freunden Sprendlingens eine Spezialfirma damit Engelsbornbeauftragt, das Metallrohr vom Weg aus mit einer Hochdruckpumpe zu reinigen. Ca. 30 m Rohr wurden freigespült, dann ging es nicht mehr weiter. Es konnte somit keine direkte Verbindung zu dem Betonrohr hergestellt werden. Daraufhin wurde das Betonrohr von Steinen und Schlamm gereinigt und ausgeschöpft. Es füllte sich recht schnell wieder mit Wasser. Bei der Aktion wurde festgestellt, dass dieses Betonrohr ringförmig von rotliegenden Steinen eingefasst war. Dies bedeutet, dass Herr Engel das Betonrohr in einen bereits vorhandenen, historischen gemauerten Brunnenschacht stellte und den Zwischenraum verfüllte und dass dies der eigentlichen Born war. Das Mäuerchen am Weggraben fasste demnach nur dessen Überlauf.

Engelsborn An einem anderen Tag wollten wir den äußeren (historischen) Brunnenschacht freilegen. Zu unserer Überraschung fanden wir unter dem Schlamm in Richtung des Grabens eine ca. 2 m lange und 60 cm breite betonierte Fläche, die grabenabwärts von einem weiteren Mäuerchen begrenzt wurde. Dort war "1964" in den Verputz eingeritzt worden. Beim Graben hinter dem Mäuerchen entdeckten wir eine Plastikplane unter die rotliegende Bruchsteine verlegt worden waren (= Drainage). Wir entschlossen uns, einen Spiralschlauch mit 6 cm Durchmesser von der Quellfassung zur Drainage zu verlegen. Das Wasser aus dem Überlauf des zerbrochenen Betonrohrs konnte jetzt über die Drainage wieder zum Eisenrohr und von dort in den Graben am Weg fließen. Mit den herausgeholten rotliegenden Bruchsteinen ergänzten wir die Rundung des Engelsbornhistorischen Brunnenschachtes Auslaufzu einem Vollkreis und füllten um den Brunnen den Boden auf. So dürfte der Brunnen ursprünglich ausgesehen haben. Anschließend wurde das im aufgemauerten Brunnenschacht befindliche (abgebrochene) Betonrohr mit dem oben erwähnten Betondeckel  verschlossen. In diesem mit einem eisernen Tragring versehenen Deckel konnte man eine Inschrift erkennen: "Ph. E.". Zum Abschluss der Arbeiten setzten wir ein Kupferrohr in das grabenseitige Ende des Eisenrohres ein und dichteten alles mit Spezialzement ab. Das Wasser aus dem Engelsborn fließt jetzt aus dem Kupferrohr über einen neu gesetzten Ablaufstein in den Graben.

In Götzenhain konnten wir den "Ph. E" als Philipp Engel identifizieren, der in den 1960er Jahren als Haumeister in diesem Revier gearbeitet hat (Info und Bilder: G. Engel). Interessanterweise existiert an der Kosakenschneise ein weiterer Brunnen ("Kosakenborn"), der baulich starke Ähnlichkeit zum Engelsborn besitzt (senkrechtes Betonrohr, Überlauf per Eisenrohr in einen Graben). Offensichtlich legte Philipp Engel diese Brunnen im Wald an, um während seiner Arbeit über Wasser verfügen zu können.

Engelsborn Am Ortseingang von Götzenhain steht ein Schild mit der Aufschrift "Ort der Engel". Dies erinnert an eine Kunstaktion aus dem Jahr 2009/10, in der über 200 Engel des Künstlers Ottmar Hörl (nicht nur) in Götzenhain aufgestellt wurden. Es ist eine schöne Koinzidenz, dass der Engelsborn auf Götzenhainer Gemarkung sprudelt. Dies war Anlass für die Freunde Sprendlingens und die Arbeitsgemeinschaft Götzenhainer Vereine am 17.12.2016 zu einem weihnachtlichen und heimatkundlichen Kunstspaziergang einzuladen. Am Born wurde die TorpfostenEntdeckungsgeschichte dieses erhaltenswerten Landschaftselements erläutert und ein Rückblick auf die Kunstaktion "Ort der Engel" gegeben, die an diesem Engelsborn eine Fortsetzung finden sollte. Dies geschah, indem zwei Engel beim Lied "Engel singen in den Wäldern ..." gen Himmel fuhren: Gernot Engel, der Sohn von Philipp Engel, stieg eine Leiter mit der goldenen Engelsfigur empor und brachte diese hoch oben an einem Baumstamm an. Nach der Lesung der Geschichte von Robert Gernhard von den drei Engeln auf einer Nadelspitze kam diese engelige Aktion bei Glühwein zu ihrem Ende. Lesen Sie -->hier einen Artikel aus der FNP-online.
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Steinbrunnen in Offenthal

Offenthaler DorfbrunnenDer Offenthaler Dorfbrunnen steht an der Borngartenstraße in der Nähe der Einmündung in die Mainzer Straße. Er wurde 1997 anlässlich der 1150 Jahrfeier der Gemeinde Offenthal errichtet. Der von der Stadt Dreieich finanzierte Brunnen besteht aus einem Sandsteintrog und einem Pumpenaufbau mit Wasserspeier. Er steht auf einer Feuerlöschzisterne, von wo er auch mit Wasser versorgt wird. Der Sandsteintrog soll aus dem Pfälzischen gekommen sein.
Literatur: Raffius, UTM: --> 32 U 481531 5536375




Offenthal KircheAuf dem Hof hinter der Offenthaler Kirche steht dieser gemauerte Brunnen, der mit einer Metallplatte abgedeckt ist. Er gehörte früher zu einer privaten Hofreite und war einer der vielen Hausbrunnen, die es in Offenthal gab oder auch noch gibt. Praktisch jedes Haus wies einen privaten Brunnen auf. Es war daher verständlich, dass es deutliche Widerstände bei der Einführung einer zentralen Wasserversorgung in den 1920er Jahren gab. Die letzten Offenthaler, die sich noch weigerten, mussten sich per Zwangsverfügung anschließen lassen.



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Steinbrunnen in Egelsbach

KlammerschnitzerbrunnenDer Klammerschnitzer-Brunnen auf dem Kirchplatz von Egelsbach wurde vom Künstler Franz Leschinger geschaffen und 1990 eingeweiht. Es handelt sich um einen achteckigen Sandsteinbrunnen, der von acht Wasserspeiern gefüllt wird. Auf der Säule sitzt eine bronzene "Klammerschnitzerin", die an die in Egelsbach früher übliche Heimarbeit des Klammerschnitzens erinnern soll (müsste der Brunnen nicht "Klammerschnitzerinnen-Brunnen" heißen?). Die Dame soll der letzten Egelsbacher Klammerschnitzerin, der "Säuhirte Kunigunde", nachempfunden sein. Im Sommer jeden Jahres wird dort das Klammerschnitzer-Brunnenfest gefeiert.
Literatur: Stornfels, UTM: --> 32 U 476081 5535296



Hainbornkarte 1825Hainbornkarte 2Werner Luft, der Vorsitzende des Egelsbacher Heimatvereins, überließ mir eine Karte aus 1825, in der südwestlich von Egelsbach ein "Hainborn" eingezeichnet ist. Weiterhin ist handschriftlich auf einem angehefteten Zettel vermerkt (Datum und Autor nicht bekannt): Haborn (Hainborn), der noch vor 50 Jahren eingezäunt war (ein eiserner Rost liegt heute noch über der Quelle), soll sich einmal ein Mädchen ertränkt haben. Wer länger in den Haborn hineinsieht, den zieht ein weibliches Wesen, das aus dem Born aufsteigt, hinunter in die Tiefe". In Lit. Grein (S. 16) wird von einem Haborn (Hagborn) berichtet, aus dem die Egelsbacher Kinder kommen. Wo liegt nun dieser Hainborn? Werner Luft gab mir den Hinweis, wo diese Quelle
Hainborn 1Hainborn 2liegen könnte. In der Tat fand ich in einem Garten südlich des Friedhofs eine Quelle. Allerdings passte der Ort nicht ganz zu der 1825er Karte, denn dort ist die Quelle dicht am Tränkbach eingezeichnet. Ich machte den Besitzer des Gartens, einen alten Egelsbacher, ausfindig. Er bestätigte, dass es sich nicht um den Hainborn handelt, ich sollte aber knapp 200 m westlich der Brücke der Umgehungsstraße über den Tränkbach südlich des Bachlaufs nachschauen, dort war nach seiner Erinnerung der Hainborn. Kurz darauf war ich an besagter Stelle. Leider war der Tränkbachgraben dicht mit Brombeerbüschen bewachsen. An einer Stelle vernahm ich ein leichtes Plätschern. Ich entfernte die Brombeerranken und altes Laub und plötzlich sah ich Wasser aus einer Quelle sprudeln. Die Quelle liegt relativ dicht an der Uferböschung in die das Wasser eine schmale Rinne geschnitten hat und durch die es in den Tränkbach fließt.

Ich konnte keine Steinbefestigungen finden. Wo soll der Gitterrost gelegen haben? Hier kann sich beim besten Willen niemand ertränken. Ein weibliches Wesen habe ich auch nicht gesehen. Handelt es sich vielleicht nur um das Ende eines Drainage-Rohrs, mit dem die nasse Wiese von nebenan entwässert wird? Drei Fakten sprechen dafür, dass es sich um den Hainborn handelt: Zum Einen die Aussage des alten Egelsbachers. Zum Zweiten eine Überprüfung der Lage. Zieht man auf der 1828er Karte eine Linie ausgehend vom östlichen Gebauderiegel von Schloss Wolfgarten parallel zur heutigen K168, dann trifft man am Tränkbach genau auf den dort eingezeichneten Hainborn. Wenn man dies mit einer modernen Karte macht, dann liegt der Schnittpunkt der Linie mit dem Tränkbach ziemlich genau an der Stelle, an der ich die Quelle freilegte. Zum Dritten ist der Tränkbach begradigt worden. Es ist zu vermuten dass dabei auch der Hainborn beeinträchtigt wurde. Es wird interessant nachzuschauen, was mit der Quelle in trockeneren Zeiten passiert.
UTM --> 32 U 474650 5535047




Steinbrunnen in Neu-Isenburg und Zeppelinheim

Westendbrunnen
Der Westendbrunnen steht so versteckt in einer kleinen Anlage vor dem Neu-Isenburger Bahnhof, so dass ihn selbst viele Einheimische nicht kennen. Er besteht aus einem zweilagig aus Muschelkalksteinen gemauerten Sockel, einer etwas auskragenden, schweren Brunnenschale mit einem geschwungenen Aufsatz auf deren Hinterseite. Aus dem Aufsatz kommt mittig das jetzt mit einer Verschlusskappe versehene Ausflussrohr für das Brunnenwasser heraus. Links und rechts davon kann man undeutlich ein freigemeißeltes Vogelpaar erkennen. Darunter steht: "Westend Verein / 1910". Der Brunnen und dessen Umgebung sind in einem etwas heruntergekommenen Zustand. Es wäre schön, wenn hier etwas Westendbrunnen neuinvestiert würde und der Brunnen wieder zum Laufen gebracht würde, zumal Neu-Isenburg nur wenige öffentliche Brunnen besitzt. Es wäre auch ein Zeichen des Respektes für das bürgerliche Engagement dieses -nicht mehr existierenden- Vereins.
Nachtrag Juni 2013: Die obigen Anmerkungen waren wahrscheinlich nicht der Grund, weshalb die Stadt Neu-Isenburg den Bahnhofsvorplatz und den angrenzenden Hegwaldpark renoviert hat. Der Westendbrunnen ist restauriert und steht in voller Schönheit gut sichtbar am Rande des Bahnhofsvorplatzes. Sehr erfreulich!


ZeppelinbrunnenZeppelinbrunnenDer Zeppelinbrunnen steht am Dr. Eckener Platz in Zeppelinheim. Er besteht aus einer Sandsteinmauer, in die eine Sandsteinschale eingefasst ist, aus der das Wasser in ein Becken fließt. Auf der anderen Seite sind zwei bronzene Halbreliefs angebracht: links das von Graf Ferdinand von Zeppelin, rechts das von Hugo Eckener. Mittig ist ein stilisiertes Luftschiff zu sehen, darunter "Zur Erinnerung an die Pioniere der Luftschiffahrt", beides ebenfalls aus Metall. Bei diesem Brunnen ist es schwer zu entscheiden, was hinten und was vorne ist. Es wäre wahrscheinlich schöner gewesen, die Reliefs und die Schrift wären auf der gleichen Seite wie die Schale (und die Revisionstür auf der anderen).

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Steinbrunnen in Dietzenbach

Trinkborn
Der Trinkborn in der Dietzenbacher Altstadt hieß früher Hainborn. Es handelte sich zuerst um einen Holzbrunnen, der um 1750 durch eine steinerne Fassung ersetzt wurde. Jahrhunderte lieferte er gutes Trinkwasser für die Anwohner, bis er dann 1956 zugeschüttet wurde, um die Borngasse verkehrsgerechter zu gestalten. 1978 begann eine Gruppe junger Männer, ohne um Erlaubnis zu fragen, den Brunnen wieder auszugraben. Gegen manche Widerstände ist es schließlich gelungen, dieses historische Ensemble wieder zu errichten. Es ist ein Schmuckstück für die Dietzenbacher Altstadt geworden und ist Zentrum des jährlichen Trinkbornfestes.
Literatur: Welcker, UTM: --> 32 U 483964 5539668



Brunnen an der Kirche
Dieser mittelalterliche Brunnen steht gegenüber dem Pfarrhaus außen an der Kirchhofsmauer. Mir ist es noch nicht gelungen, Informationen über ihn zu erhalten.
UTM: --> 32 U 483905 5539534










Knabenborn
Knabenborn 1974Im Knabenborn am südlichen Rand der Dietzenbacher Siedlung Hexenberg entspringt das Wasser, das durch den Kaupenwiesengraben im Industriegebiet in den Schmittgraben und dann Richtung Main fließt. Es handelt sich um einen Quellhorizont, der z.T. auf Privatgelände liegt (was hat sich die Stadt damals beim Verkauf gedacht?). Unter einem Baum sind einige rundliche Granitfindlinge(?) drapiert, unter denen das Wasser aus der Erde kommt. Die Schüttung ist relativ gering. Wie bei den meisten Brunnen außerhalb der Ortslagen fehlt auch hier eine regelmäßige Pflege (Laub- und Totholzentfernung). Die Zeichnung von K. H. Wagner aus dem Jahr 1974 zeigt eine hübsch gestaltete Anlage. In den dreißiger Jahren war der Knabenborn ein
ein beliebtes Ausflugsziel der Dietzenbacher Jugend.
Literatur: Weilmünster, UTM: --> 32 U 483597 5537695


Dietzenbach
Im aktuellen Messtischblatt 5918 ist nordwestlich von Steinberg an der Alten Babenhäuser bzw. der Unterste Straße an der Gemarkungsgrenze zu Heusenstamm eine Quelle eingetragen. Diese "Qu" erwies sich als ein gemauerter Steinhügel mit einem Wasserauslass in Form eines Schlangenkopfes. Das Ablaufgefäß unterhalb des Rohres wurde offensichtlich gewaltsam entfernt. Frau Koch vom Heimatverein Dietzenbach teilte auf Anfrage mit, dass in den 70er Jahren sich dort eine Quelle, zumindest jedoch eine Feuchtstelle, die "Babenhäuser Quelle" befunden hat. Die jetzige Konstruktion könnte ein Teil einer Druckregelungsanlage oder ein Überlauf des Wasserbehälters am Hohen Berg gewesen sein. Die ZWO teilte dazu auf Anfrage mit, dass es dort in den 1970er Jahren einen Anschluss an die Fernwasserleitung gegeben hat, der aber jetzt stillgelegt ist. Wanderer konnten sich dort per Knopfdruck mit Wasser versorgen. Weitere Details sind nicht bekannt.
UTM: -->32 U 484126 5543053




Auf der Suche nach dem Hengstbach-Ursprung

Götzenhainer WieseWenn man eine Internet-Seite mit dem Titel "Steinbrunnen" (in der Dreieich) publiziert, dann liegt es nahe, auch die Quelle des Hengstbaches beschreiben zu wollen. In Wikipedia ist zu lesen, dass der Schwarzbach/ Gundbach/ Hengstbach zwischen Dreieich und Dietzenbach "entspringt". Auf der Grundschule in Heimatkunde lernte ich, dass er eigentlich keine Quelle besitzt, sondern dass sich sein Wasser auf den Wiesen östlich von Götzenhain (s. Abb. rechts) in Gräben sammelt. Ein gewisser Uffnik hat auf seiner sehenswerten Internetseite seine Suche nach der Hengstbachquelle auf den Götzenhainer Wiesen beschrieben und auch sehr schöne Fotos hochgeladen.

Ein Blick auf die Karten zeigt jedoch, dass der Bachlauf des Hengstbachs östlich der Götzenhainer Wiesen weiterführt: am Nordrand der Hundslochwiese entlang. Er unterquert die L 3001 (Dietzenbach - Offenthal) und endet laut Karte 170 m weiter östlich im Wald, am Fuße des südlichen Hexenberg-Gipfels auf Dietzenbacher Gemarkung.
Im November 2014 machte ich mich auf, dort die Hengstbachquelle zu finden. Das Ergebnis war enttäuschend: keine Quelle, kein Wasseraustritt, noch nicht einmal ein trockener Graben. Der Karteneintrag ist definitiv falsch.

Anmerkung: Die
Hundslochwiese liegt östlich der Götzenhainer Gemarkungsgrenze im Dietzenbacher Wald, gegen den sie mit einem Grenzgraben mit interessanten Grenzsteinen abgegrenzt ist. Nur ein Teil des Geländes ist noch Wiese, der Rest ist bewaldet. Die Hundslochwiese wird durch die Landesstraße L 3001 in einen größeren westlichen Teil (mit Wiese) und einen kleineren (bewaldeten!) östlichen Teil getrennt (s. Karte weiter unten).

Bei meinen früheren Erkundungen zu den Grenzsteinen am Rande der Hundslochwiese war ich dem wasserführenden nördlichen Grenzgraben (dem Hengstbach) entlanggegangen, bis seinem Durchlass unter der L 3001. Der Grenzgraben auf der Ostseite der Landesstraße führte damals Wasser, das ganze Gebiet war feucht und versumpft. Auf meiner Hengstbach-Quellensuche im November 2014 waren die Gräben trocken, der Boden war weniger feucht. Bemerkenswerterweise war östlich des Straßendurchlasses kein Hengstbachgraben erkennbar, jedoch sammelte sich das Wasser vor dem Rohr des Durchlasses.

HundslochwieseJetzt müssen wir einen Blick auf die Karte werfen (zum vergrößern bitte anklicken). Auf dem kleinen Ausschnitt rechts oben erkennen wir den blau eingezeichneten Hengstbachlauf. Diesen sehen wir auch auf dem größeren Kartenausschnitt. Dort ist auch das Grenzgrabensystem der Hundslochwiese eingetragen (schwarze Linien). Das grün markierte Teilstück des Bachlaufs ist nicht als Graben erkennbar, jedoch deutet eine gerade Reihe von Erlen im Wald auf seine frühere Existenz hin.
Die Weiterführung, d.h. der rot markierte Bachlauf, existiert definitiv nicht (s. oben). Dort, wo der ehemalige Hengstbachgraben auf den Grenzgraben trifft, ist die tiefste Stelle der östlichen Begrenzung der Hundslochwiese. Ein Blick auf die Höhenlinienkarte zeigt, dass die mit einem roten Punkt auf der Karte markierte Ecke des Grenzgrabens der höchste Punkt des Grabensystems ist. Dort steht der Grenzstein Nr. 18 mit der Beschriftung "18 H" und "D".

Nr 18Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Hengstbach keine Quelle im üblichen Sinn besitzt. Er "entspringt" nicht an einer definierten Stelle, sondern speist sich am Beginn seines Laufes aus dem Sickerwasser des östlich der Landesstraße L 3001 liegenden Teiles der
dort bewaldeten Hundslochwiese. Das Wasser aus diesem Gebiet sammelt sich vor dem Straßendurchlass. Dieses Gebiet kann man als den "Ursprung" des Hengstbaches bezeichnen. Wenn man einen Ursprungspunkt definieren will, dann ist dieser zweifellos der höchste Punkt des dortigen Grabensystems, nämlich der am Grenzstein Nr. 18.


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Steinbrunnen in Mörfelden


HellenenbrunnenDer Hellenenbrunnen hinter Schloss Wolfsgarten an der Hellenenbrunnenschneise südlich der B 486 nach Mörfelden liegt im "Nauheimer Oberwald". Er wurde 1717 gefasst und wurde damals "Hummelsborn" genannt. Für die Bewohner und Besucher des Schlosses Wolfsgarten war er ein beliebtes Ausflugsziel. Der Name Hellenbrunnen kommt nicht von der frommen Helene, sondern von der "Phil-Hellenischen Bewegung", der Freiheitsbewegung der Griechen. Diese war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland sehr populär. Der erste König des befreiten Griechenlandes besuchte Schloss Wolfsgarten im Jahr 1836. In diesem Jahr wurde der Brunnen umbenannt. Weitere Informationen erhalten Sie --> hier, einer Website des Nauheimer Heimat- und Museumsvereins. Daraus geht
hervor, dass 1951 ein 100 er Beton-Kanalrohr auf den Brunnenring gelegt wurde, der mit einer Betonplatte mit der Aufschrift "1100 Jahre Nauheim" verschlossen abgedeckt ist. Dadurch hat der Platz mit diesem Brunnen leider deutlich an Stimmung und Atmosphäre verloren. Ein Blick durch den Spalt des Deckels belegt, dass der historische Brunnenring zumindest teilweise erhalten ist (zusammengefügtes Foto, man beachte die Frösche). Im Februar 2011 betrug die Wassertiefe ab Unterkante des alten Brunnenrings 80 cm. Der Heimatverein von Nauheim sollte meines Erachtens das hässliche Kanalrohr entfernen und den Brunnenring wieder freilegen. UTM: --> 32 U 472837 5536536


WaldbornDie Abbildung links zeigt den Waldborn bei Mörfelden. Er liegt wie der Hellenenbrunnen etwas östlich vom Wurzelbach im gleichen Quellhorizont. Man findet ihn, wenn man von Langen kommend 200 Meter hinter der Ampelkreuzung zum Industriegebiet nach links in den Feldweg an der Bebauungsgrenze von Mörfelden hineinfährt. Er heißt Waldborn, weil er bis 1828 vor dessen Rodung im Wald lag. Die 1658 erstmals erwähnte Quelle versorgte über hölzerne Leitungen das Dorf Mörfelden und das Jagdschloss Mönchsbruch mit Trinkwasser. Das Brunnengehäuse wurde 1918 abgebrochen und die Brunnenkammer zugeschüttet. 1978 hat der Heimatverein Mörfelden nach alten Plänen den Waldbrunnen wunderschön wieder restauriert. Die Anlage besteht aus einer mit rotliegenden Steinen überwölbten Brunnenkammer mit einer fest verschlossenen Tür. Daneben ist ein Brunnenschacht aufgemauert (Außendurchmesser 160 cm), der aber nicht in die Tiefe geht, sondern als Grillstelle genutzt wird. Beide Elemente werden durch ein aufgeständertes Ziegeldach mit Fachwerkeinlage geschützt. Im Eingangsbereich der Anlage wurde ein alter Kilometerstein aufgestellt. UTM: 32 U 469920 5535880

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Brunnen im Offenbacher Stadtwald

Kaiser-Friedrich BornDer Kaiser-Friedrich-Born im südlichen Hainbachtal des Offenbacher Stadtwaldes - also nicht direkt in der Landschaft Dreieich - soll hier kurz beschrieben werden, weil er nur marginal im Internet erwähnt wird und weil er nicht ganz leicht zu finden ist. Er liegt östlich der Straße von Offenbach nach Dietzenbach. Man kann in der Nähe der Brücke über den Hainbach parken, geht den Weg an der Südseite des Baches ca. 200 m nach Osten und dann zum Bach hinunter. Der Born befindet sich auf der Nordseite des Baches hinter einer auffälligen Eiche, welche direkt am Bach steht und am Fuß eine Höhlung aufweist. Aus dem Born fließt kein Wasser mehr, die Wasseraustrittstellen in der Nähe haben ihm wohl das Wasser entzogen. Er ist in einem schlechten Zustand. Der Brunnenkörper mit einem Durchmesser von 160 cm ist mit Ziegelsteinen gemauert, die obersten Reihen und der befestigte Brunnenrand fehlen. Er ist mit Schlamm gefüllt. Vor dem Born steht ein Grenzstein, der die Grenze vom Forst Offenbach und dem Wildhof markierte. Der Kaiser-Friedrich-Born ist natürlich nicht zu verwechseln mit der Kaiser-Friedrich-Quelle, aber er dürfte (aufgrund des Namens und der Bauweise) ebenso um 1888 geschaffen weiterer Brunnenworden sein. Seltsamerweise befindet sich ca. 15 m weiter westlich in einem Quellzufluss innerhalb einer Betoneinfassung ein weiterer Brunnen (bzw. ein senkrecht im Boden stehendes Rohr?) mit einem Durchmesser von 40 cm und einer Tiefe von mindestens 100 cm. Wahrscheinlich diente das Ensemble Ende des 19. Jh. der Trinkwassergewinnung für Offenbach. Ca. 350 Meter weiter östlich befindet sich ein weiterer gemauerter Brunnenschacht direkt am Bachlauf, von dem ein eisernes Rohr Richtung Süden abgeht. Weiter bachabwärts steht ein Haus, das früher als Pumpstation diente und jetzt von einem Künstler (offensichtlich Steinbildhauer) bewohnt wird. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Hainbach auf dieser Strecke einmal abzulaufen und im Waldcafe der Behindertenwerkstätten Hainbachtal einzukehren. -->Hier kann eine Broschüre über die Offenbacher Gewässer abgerufen werden.



Brunnen im Frankfurter Stadtwald

MörderbrunnenIm Frankfurter Stadtwald, ebenfalls nicht im engeren Dreieichgebiet, findet man den Mörderbrunnen. Er ist ein mit Basaltsteinen gefasster Brunnen, der jetzt bis auf ca. 1 m verschüttet ist und kein Wasser mehr führt. Er befindet sich östlich der Straße Neu-Isenburg - Sachsenhausen an dem von der Grastränke kommenden Bächlein. Leider ist der Brunnenring höchst unfachmännisch ausgebessert worden. Der Brunnen liegt in einem Sumpfgebiet an einem Bach, der die Grastränke und den Kesselbruchweiher entwässert. Bereits 1742 wurde er als "Mörder brun" bezeichnet. Irgend eine Untat muss dort geschehen sein, zumal die nahliegende Wiese auch Mörderwiese bezeichnet wird. Oder handelt es sich nur um einen "Marderbrunnen", wie er auch manchmal genannt wird. Lesen Sie --> hier, was auf der Infotafel über die unglückliche Wasserfee und ihren Jägersburschen berichtet wird.


Königsbrünnchen
Das Königsbrünnchen findet man zwischen der Oberschweinstiege und Louisa, direkt am Königsbach (= Luderbach), der den Jacobiweiher (vulgo: Vierwaldstätter See) entwässert. Er wurde 1881 mit Natursteinen gefasst. Sein Wasser ist durch Eisenoxid rotbraun gefärbt. Ein Geruch von Schwefelwasserstoff liegt in der Luft. Sachsenhäuser trinken es als Heilwasser. Es hat aber offensichtlich für Bad Sachsenhausen nicht gereicht. Aus vier weiteren, ungefassten Quellen fließt Wasser in den Königsbach.
Lit.: Langer, UTM: 32 U 476974 5546951



Königsbrunnen
Königsbrunnen 2Königsbrunnen WestMir war es nicht bewusst, dass es neben dem Königsbrünnchen noch einen Königsbrunnen gibt. Er befindet sich ca. 50 m weiter nordöstlich des Erstgenannten. Er besteht aus einem (modernen) Brunnenschacht aus Ziegelsteinen, auf dem ein aus vier Basaltsegmenten bestehender Brunnenring ruht. Auf der westlichen Innenseite erkennt man den Frankfurter Adler und gegenüber zwei weitere Wappen, die ich nicht identifizieren konnte. Nach Lit. Langer soll es ein Wappen mit drei kleinen Bienenkörben sein, dem Wappen der Herren von Bienenthal. Auf der Adlerseite erkennt man "1607", das Jahr in dem der Brunnen gefasst wurde. Weitere Zahlen deuten darauf hin, dass der Brunnen 1691 und 1737 repariert wurde. Der Ratsherr Carl Wilhelm Bender von Bienenthal (Forstamtsleiter 1736-1743) veranlasste die Instandsetzung in 1737.
Lit.: Langer, UTM: 32 U 476992 5547007



KönigsbrunnenDiese Brunnenanlage steht an der Darmstädter Landstraße gegenüber der Einmündung des Bischofswegs am Stadteingang Frankfurts, ca. 5 m östlich der Straße (etwas nördlich der Ampelanlage). Ich bin sicherlich mehrere hundert Male daran vorbeigefahren und sie wegen des Bewuchses nicht bemerkt (s. Street View  Bild von 2008). Frau Anneliese Welk aus Neu-Isenburg machte mich darauf aufmerksam. In den üblichen Quellen (inklusive meiner recht umfangreichen Kartensammlung) ist dieser Brunnen nicht zu identifizieren. 
DA LandstraßeDer Brunnen ist aus gebossten Basaltsteinen erbaut und besteht aus einem Mittelteil mit Aufsatz und zwei Seitenteilen. Auf den linken Seitenteil sind zwei Schrauben mit Muttern eingelassen. Wahrscheinlich dienten sie zur Befestigung einer Bank. Auf dem rechten Seitenteil erkennt man einen halbkugelförmigen "Nietkopf", der möglicherweise eine Vermessungsmarke ist. Im Mittelteil ist eine gewölbte Nische eingelassen. Mittig in DA Landstraßedieser Nische ist ein nach oben konisch zugehender Stein verbaut. Im oberen Drittel dieses Steines schaut ein Rohr mit Innengewinde heraus, auf dem der Wasserauslauf befestigt war. Darunter, auf Bodenhöhe, befindet sich das Wasserbecken, ebenfalls aus Basalt bestehend. Der Ablauf aus diesem Becken befindet sich mittig auf dessen Hinterseite. Ein Wasserspiegel von ca. 4 cm im Becken war gewährleistet. Der Ablauf führt schräg nach rechts unten durch den Stein des Mittelteils. Auf der Rückseite des Mittelteils ist eine senkrechte rechteckige Rinne für die Leitungsführung in dem Stein gemeißelt. Reste von Halterungen, die mit (geschmolzenem) Blei im Basalt befestigt waren, sind zu erkennen. Im Boden ist ein gemauerter Schacht zu sehen, in den der Beckenablauf mündet. Der Schacht ist ab 50 cm mit Erde und Laub gefüllt. Die Maße sind -->hier dokumentiert 
DA LandstraßeBei einem solchen Brunnen stellt sich die Frage, woher das Wasser kam. Ich dachte zunächst an eine Leitung vom ca. 200 m entfernten Sachsenhäuser Wasserreservoir. Ich wollte den Schacht an der Rückseite des Brunnens säubern. Dabei bemerkte ich, dass dieser Schacht tiefer war als ich erwartete. Nach einigem Nachdenken kam ich zu dem Schluss dass es sich bei diesem Schacht im einen Grundwasserbrunnen gehandelt haben muss. Die Halterungen auf der Rückseite des Brunnens dienten zur Befestigung einer atmosphärischen Handpumpe, mittels derer das Wasser aus dem Schacht nach oben durch den Brunnenauslauf in das Wasserbecken gepumpt wurde.
DA LandstraßeDA LandstraßeDA LandstraßeNach Rücksprache mit dem zuständigen Revierförster räumte ich den Platz um den Brunnen etwas auf: Das Efeu wurde abgeschnitten, Baumstümpfe ebenerdig abgesägt, Scherben und diverse Toilettenartikel aufgesammelt. Der Schacht hinter dem Brunnen wurde mit einer Abdeckung versehen, das Basaltpflaster vor dem Brunnen freigelegt und ergänzt. Der Bewuchs zwischen Brunnen und der Straße wurde entfernt, so dass die Anlage jetzt von dort gut sichtbar ist. Ich hatte mir erlaubt, die Sitzbank wiederherzustellen und einen neuen Auslauf anzuschrauben. Zum Abschluss der Arbeiten konnte ich es nicht lassen, mit Hilfe moderner Technik den Brunnen temporär wieder zum Laufen zu bringen. Lesen Sie -->hier etwas über meine vergeblichen Versuche, weitere Informationen über diesen Brunnen zu erhalten. Eine alte Sachsenhäuserin erzählte mir, dass sie als kleines Kind an dem Brunnen gewesen ist: Er müsste demnach seit mindestens 80 Jahre dort stehen.



StumpfbrunnenDer Stumpfbrunnen im Frankfurter Stadtwald ist ebenfalls kaum bekannt. Er befindet sich direkt hinter dem Staudamm des Jacobiweihers. Zwei schöne Sandsteintreppen führen zu ihm hinab. Er besteht aus einer sandsteinverkleideten runden Vertiefung mit einer kleineren Vertiefung in der Mitte. In der Außenmauer talabwärts erkennt man zwei Öffnungen über denen seltsamerweise "TRIKWASSER" eingemeißelt ist. Eine Sandsteintreppe führt in die zweite Ebene hinunter. Die sandsteinverkleidete Abflussrinne des Brunnens ist unterschiedlich breit und fließt mäandernd zu dem Grundabfluss des Weihers. Die jetzt breitere Rinne zieht weiter bis sie den Überlaufgraben des Weihers trifft, der mit großen Steinen ausgekleidet ist. Der Luder- bzw. Königsbach fließt dann weiter Richtung Königsbrünnchen. Die ganze Anlage ist etwas verwahrlost. Der Stumpfbrunnen wird in der Literatur genannt: Erste Erwähnung 1443 ("Stump Born"). Er soll durch den Bau der Staumauer versiegt sein (Lit. Langer). Im Internet sind einige Bilder von dem Brunnen publiziert: Link 1, Link 2. Aus diesen Bildern kann man schließen, dass der existierende Brunnen nicht identisch ist mit dem auf den Bildern gezeigte. Der ganze Baustil, die Art der Verkleidung mit Sandstein deutet auf eine Entstehungszeit nach dem 2. Weltkrieg hin. Ich bin noch am Recherchieren. Aber auch hier können die Ämter des Stadt Frankfurt keine Auskunft geben. Die Geschichte des Brunnens ist nicht bekannt. Bei der Suche nach Informationen über den Brunnen an der Darmstädter Landstraße fand der Stumpfbrunnen keine Erwähnung.


Brunnen auf der BürgerwieseDer Brunnen auf der Bürgerwiese (nicht zu verwechseln mit dem Bürgerbrunnen in Niedererlenbach) steht im Frankfurter Stadtwald auf der Ostseite der Bürgerwiese zwischen Kennedyallee und Mörfelder Landstraße am Schäfersteinpfad. Er besteht aus zwei aus Sandsteinen gemauerten übereinanderstehenden ungleich großen Quadern mit seitlichen Ausbuchtungen. Diesen Quadern ist ein halbkreisförmiges "Wasserbecken"
vorgelagert, das jedoch vorne eine Öffnung aufweist. Die Begrenzungsmäuerchen können als Sitzgelegenheit genutzt werden. Es fließt schon lange kein Wasser mehr aus diesem Brunnen. Wie bei anderen Brunnen im Stadtwald ist die Historie dieses Brunnens nicht nachvollziehbar. Forstmeister Hensel legte die Bürgerwiese Ende des 19. Jh. an. Der Brunnen dürfte in den 1950er Jahren erbaut worden sein.



RömerbrunnenDer römische Steinbrunnen im Schwanheimer Wald ist ein interessantes Wanderziel, das man vom Waldspielplatz Schwanheim auf wunderschönen Wegen gut erreichen kann. Er stammt aus dem 2./3. Jhd. und befand sich auf dem Gelände eines römischen Hofguts, dessen Fundamente man nahebei erkennen kann. Der Brunnen wurde 1973 beim Bau der Kelsterbacher Spange entdeckt. Er war 3,50 m tief (inzwischen ist er wieder verfüllt) und hat einen Durchmesser von 1,60 m.


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Steinbrunnen in und um Messel

Trinkborn MesselIn Messel ist an der Sporthalle am Ende der Straße am Steinernen Kreuz der Trinkborn zu finden. Es handelt sich um eine teilweise überdachte Anlage, deren Boden mit Sandsteinplatten verkleidet ist. Man erkennt einen mit einer (zerbrochenen) Sandsteinplatte abgedeckten runden (bzw. polygonalen) Brunnenkörper, der ebenfalls mit (länglichen) Sandsteinplatten verkleidet ist. Vor dem Brunnenkörper, unter dem sich wohl die Brunnenkammer befindet, ist eine viereckige Vertiefung angelegt, in die aus zwei metallenen Ausläufen das Quellwasser hineinläuft. Von dort aus fließt es im Sommer in das danebenliegende Kneipp-Becken. Der Trinkborn ist eine der Quellen, die den Hahnwiesenbach speist.


MörsbachquelleAn der K180 Richtung Eppershausen sieht man links ein Schild, das auf den "Heimkehrerplatz" hinweist. Es handelt sich um einen Waldfestplatz mit festen Hütten und einem Spielplatz. >Erklärung für Namen< Hinter dem Platz erkennt man in einer mit einem Geländer gesicherten Kuhle die Mörsbachquelle. Der Bach fließt der einige Kilometer weiter westlich in den Hahnwiesenbach. Die Quelle besteht aus einer nach Nordwesten offenen Brunnenkammer, die mit zwei seitlichen Trockenmauern befestigt ist und die oben mit Erde überdeckt ist. Leider ist die Öffnung der Brunnenkammer mit grünem Gitterzaun verschlossen, was den Brunnen nicht wirklich schmückt. Durch einen neu angelegten Graben fließt das Wasser in einen ebenfalls neu gestalteten Teich und von dort aus durch die Wiesen gen Westen. Bemerkenswert sind die alten Eichen, die dem Gebiet eine besondere Atmosphäre verleihen.


SellbornIn der Nähe von Messel, aber in der Eppershäuser Gemarkung findet man drei gefasste aber nicht mehr sprudelnde Quellen. Bei der einen handelt es sich um den Sellborn, der nur ca. 50 m südlich der Straße Messel - Eppershausen zu finden ist. Man erkennt noch einen gemauerten Brunnenschacht, der halb mit einer Steinplatte abgedeckt ist. Der Auslauf ist sehr interessant mit einer Wurzel überdeckt. Der Brunnen sollte unbedingt gesäubert werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er ganz unter dem Laub verschwindet. Ich habe (noch) nichts Näheres über diesen Brunnen gelesen.



Eisenborn
Der andere Brunnen ist der Eisenborn. Man findet ihn, wenn man von der Straße Messel - Urberach die Thomashüttenschneise 2 Waldabteilungen nach Südwesten folgt. An der Schneisenkreuzung ist an einem Baum ein Schild mit der Beschriftung "Eisenborn" angebracht. Man geht ca. 50 m in der angezeigten Richtung (nach Westen) in den Wald und kommt dann an einen vertieften Quellhorizont, an dessen östlicher Seite eine gefasste Quelle zu finden ist. Es fließt dort kein Wasser, es tritt an anderer Stelle des Quellhorizontes hervor. Die Fassung besteht aus zwei parallelen Steinreihen die von grob behauenen Steinplatten überdeckt sind. Auch hier sollte sich jemand darum kümmern, dass der Born nicht verschwindet. In altern Dokumenten ist von "stählernen Messel" die Rede. Dies weist auf die Verhüttung von Raseneisenerz in diesem Gebiet hin. Es sollen dort keltische Goldmünzen gefunden worden sein (mündl. Information Achim Seibert). Auf einer alten Karte ist in der Nähe eine "Erzgrube" eingezeichnet. Im Wurzelstock eines umgestürzten Baumes am Eisenborn konnten wir Schlackenreste der Eisenverhüttung finden.


WeizbornParallel zur Eisenbornschneise verläuft eine Waldabteilung weiter nordwestlich die Waizenbornschneise. Auf einem alten Messtischblatt ist ca. 50 m südwestlich des Waldrandes Richtung Eppertshausen nur wenig von der Schneise der Waizenborn eingezeichnet. Ich suchte ihn anhand der dortigen Abflussgräben, konnte ihn aber nicht finden. Ein Anruf bei Karl Wenchel ergab, dass ich nicht nach einem Born, sondern nach einem aufgelassenen Waldbrunnen suchen musste. Ca. 5 m von der Schneise entfernt entdeckte ich ein ca. 3 m tiefes Loch, an dessen Rand Bruchsteine verstreut lagen. Dies war zweifellos der gesuchte Waizenborn. Die Stelle ist nicht ungefährlich, man kann leicht in das Loch hineinrutschen. M. E. ist es erforderlich, diesen ehemaligen Brunnen abzudecken oder anderweitig zu sichern.


JakobsbornEtwas weiter weg von Messel auf Dieburger Gemarkung findet man den Jacobsborn. Man erreicht ihn, wenn man vom Mainzer Berg an dem Sendeturm vorbei den Herrenweg Richtung Dieburg läuft. Der Odenwaldklub Dieburg hat diesen Born sehr liebevoll und recht aufwändig restauriert. Das Wasser fließt in einer ausgemauerten Vertiefung aus einem Rohr in ein Sandsteinbecken und von dort aus weiter entlang einer Rinne im Natursteinboden aus der nach Osten offenen Vertiefung. Diese Vertiefung, die über eine Treppe zugänglich ist, wird mit Zaunelementen geschützt. Am Brunnen sind neue Tische und Bänke aufgestellt worden, es gibt eine Rundbank um den Stamm eines großen Baumes und außerdem wurde eine neue Schutzhütte dort aufgestellt. Alles sehr schön! Karl Wenchel berichtete, dass vor dem 2. Weltkrieg das Wasser für die Morethütte (Naturfreundehaus auf dem Mainzer Berg) vom Jacobsborn geholt werden musste.

Der Lappenborn im Norden der Messeler Gemarkung, direkt am Rutschbach, existiert nicht mehr. Ich habe den Platz in dem Kapitel Grenzsteine am Rutschbach beschrieben.

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