Steine in der Dreieich
Gästebuch | Landkarten 

Miscellen


Miscellen bedeutet "Verschiedenes". Es gibt noch vieles zu berichten über Steine in der Dreieich. Kennen Sie den Felsenkeller in Langen? Oder Bildstöcke im Westkreis Offenbach?  Die Spolien der Goldenen Waage in Götzenhain? Die Überreste des Darmstädter Hofes bei Zeppelinheim? Die Löwenköpfe an der Villa Schott? Den Reichsapfelstein in der Offenthaler Dorfkirche? Die Geschichte der Löwen von Mariahall in Sprendlingen? Die Anmerkungen von Goethe über Steine in der Dreieich? Wenn nicht, finden Sie im folgenden die entsprechenden Informationen.

Langen
Egelsbach
Götzenhain
Zeppelinheim
Neu-Isenburg
Offenthal
Sprendlingen
Dreieichenhain
Buchschlag
Dietzenbach
Waldacker
Offenbacher Stadtwald
Frankfurer Stadtwald
Irgendwo in der Dreieich
Die Betonstein-Ecke
Weiter weg



Langen


FelsenkellerDer Felsenkeller befindet sich am Langener Steinberg: wenn Sie von der Theodor Heuss Straße in die Straße "An der Steinkaute" einbiegen, finden Sie linkerhand einen verwachsenen Hohlweg, der auf das fest vergitterte Tor des Kellers führt (--> GIS). Es handelt sich wahrscheinlich um einen Eiskeller, in dem die Langener Wirte (und Bierbrauer?) das im Winter gewonnene Eis für den Sommer gelagert haben. Vor Jahrzehnten kletterte ich über den damaligen Zaun und gelangte durch einen kurzen Gang in einen großen Raum mit Tonnengewölbe (quer zum Eingang). In dessen Decke befanden sich Entlüftungsschächte. In der hinteren linken Wand dieses Raumes führte ein weiterer Gang in ein zweites, etwas kleineres, quer zum ersten Raum liegendes Gewölbe. Den unterirdischen Gang, der von hier aus zum ehemaligen Forsthaus Koberstadt führen sollte, fand ich selbstverständlich nicht. Damals war das Gelände in einem sehr schlechten Zustand. Die Stadt Langen hat es sich lobenswerterweise einiges kosten lassen, die zerfallenen Sandsteinmauern im Eingangsbereich wieder aufmauern zu lassen. Das sieht alles sehr ordentlich aus. Schade, dass dieser schöne Fleck, inklusive des Kellers, nicht öffentlich genutzt wird. Herr Reinhold Werner hat mir freundlicherweise einige seiner Fotos vom Inneren des Kellers überlassen.

Bauhof LangenDiesen Türsturz aus  Sandstein fand ich per Zufall bei Recherchen auf dem Langener Bauhof. Nach Auskunft von Bauhofsmitarbeitern liegt er schon sehr lange auf dem Platz. Niemand kann sich erinnern, woher der Stein stammt. Auch im Langener Stadtarchiv lagen keine Informationen vor. Auf dem angedeuteten Schlussstein erkennt man ein ornamentales Gebilde, das aufgrund der Verwitterung nicht zu identifizieren ist. Darunter steht die Jahreszahl 1644 oder 1622. Der Stein weist noch Farbreste auf. Er wurde auf meine Veranlassung an einem geschützteren Ort aufbewahrt bis er dann hoffentlich einer sinnvollen Zweitnutzung zugeführtt werden wird.Schwimmbad Langen
Wenn wir schon bei Langener Spolien sind: Im Schwimmbad am ehemaligen Verkaufskiosk ist in einer Wand ein ornamental geschmückter Sandstein integriert. Er gehörte sicherlich nicht zur Erstausstattung dieses schlicht gestalteten, jetzt etwas heruntergekommenen Gebäudes. Es wird schwierig werden, Hintergrundinformationen darüber zu erhalten. Anmerkung 6/16: Nach Meinung von Prof. O. aus Langen könnte es sich um einen Ofenstein handeln, zu dem es noch ein Gegenstück geben müsste. Das Haus, das auf dem Grundstück einer ehemaligen Mühle steht, stammt aus den 1930er Jahren und soll bald abgerissen werden. Der Stein wird vorher geborgen werden (Info: H.G.).

Paddelteich PaddelteichPaddelteichPaddelteichPaddelteichPaddelteich 








Paddelteich Paddelteich1980 wurde auf Beschluss des Langener Stadtparlaments im Mühltal am Paddelteich ein internationales Bildhauersymposion veranstaltet. Jungen Künstler sollte die Gelegenheit gegeben werden, ihre Ideen und Vorstellungen an einem malerischen und geschichtsträchtigen Ort zu realisieren. Die Stadt kaufte die Skulpturen auf und ließ sie auf den Mühltalwiesen aufstellen. Diese bearbeiteten Steine (es war auch eine Holzskulptur dabei) sind eine Bereicherung für dieses wunderschöne Naherholungsgebiet. Die Künstler waren (in Reihenfolge der Abbildungen: 1 Dieter Oehm, 2 Rosel Herzberg, 3 Inge Schmidt, 4 Lothar Brügel, 5 Yoshimi Hashimoto, 6 Renate Golla, 7 Claus Martin Hiltner, 8 Liz Wilcox. Die Frauenskulptur von Dietz Eilbacher haben wir auf dem Gelände nicht finden können. Lit: Magistrat der Stadt Langen

Paddelteich Paddelteich SitzsteineWenn wir schon am Paddelteich sind, sollten wir nicht versäumen, die beiden Steine am nordwestlichem Eck des Teiches aufzusuchen. Ganz links ist ein großer Mühlstein abgebildet. Es sind dort bedauerlicherweise die Buchstaben "RJ" großformatig eingeflext. Der verstorbene R. J. (Name bekannt), ein städtischer Mitarbeiter, der die Aufstellung des Mühlsteines organisierte, hat sich dort in etwas unpassenderweise verewigt. Wenige Meter von dem Mühlstein entfernt liegt ein runder, an einer Seite abgeflachter Sandstein mit der herausgemeißelten Inschrift "1936". Ich werde noch recherchieren, was es mit diesem Gedenkstein auf sich hat.

Rechts sind drei "Sitzkiesel" abgebildet, die im Langener Mühltal zu finden ist. Eine Reihe dieser mit einer Teflonschicht überzogenen, glatten weißen Betonsteine wurde vom Regionalpark Rhein-Main im Jahr 2011 in der Umgebung von Frankfurt (z. B. auch in Heusenstamm oder Egelsbach) als Kennzeichnung der Regionalpark-Route aufgestellt. Sie sind von der Designerin Lara Glück entworfen worden. Diese Sitzkiesel bilden einen interessanten Kontrast zu zu den historischen Steinen im Mühltal.

StatueSchloss Wolfgarten bei Langen ist ein Dorado für Sandsteinliebhaber. Die dortigen Brücken und Brunnen haben wir an anderer Stelle dieser Website beschrieben. Aber es gibt dort vieles mehr zu sehen. Beim Klicken auf das Bild kommen Sie auf eine Unterseite von www.gg-online.de, auf der ein etwas anderer Parkspaziergang beschrieben wird: Zeugen der Vergangenheit. Es lohnt sich auch, auf der übergeordneten Seite über das Schloss Wolfsgarten zu stöbern.







Egelsbach

RottensteinEin Rottenstein in Egelsbach? Floss der Rhein an Egelsbach vorbei? Mitnichten, der links abgebildete Rottenstein, der auf einem Firmengelände in Egelsbach steht, wurde vor über 30 Jahren vom Rhein hierher geschafft. Frau Clara Hartmann hat mich darauf aufmerksam gemacht. Den ursprünglichen Standort konnte die Grundstücksbesitzerin nicht nennen ("aus der Nähe von Biebesheim"). Ein inzwischen verstorbener Freund hätte ihnen den Stein damals geschenkt. Es handelt sich dabei um ein sehr großes und schweres Geschenk. Der Stein ist 61 cm hoch, 61 cm breit und 34 cm tief. Er besteht aus Sandstein. Der Kopf ist flachpyramidal gestaltet. Die Vorderseite ist mit "Rottenstein." beschriftet. Auf der rechten Seite ist eine römische "III" eingemeißelt.  Es wird schwer sein, den ursprünglichen Standplatz zu identifizieren.

Sie wissen nicht, was ein Rottenstein ist? Rottensteine markierten die Grenzen der Zuständigkeiten benachbarter Gemeinden für Unterhalt oder  Bewachung/Sicherung von Deichen. Eine Rotte in diesem Sinn ist eine Gruppe von Personen, die für einen Deichabschnitt zuständig sind. Üblicherweise stehen auf einem Rottenstein die Namen der angrenzenden Gemeinden. Es gibt am Main und am Rhein noch eine Reihe dieser Steine, z. B. am Altrhein westlich von Erfelden oder in der Nähe der Hessenaue. In Ginsheim stehen Rottensteine, die eine starke Ähnlichkeit mit dem Egelsbacher Stein aufweisen. Auch am Main, östlich der Kostheimer Eisenbahnbrücke (Südufer) kann man einen Stein finden. Heute haben sie ihre ursprüngliche Funktion verloren.

Wenn man schon am Rhein ist: Kennen Sie Myriametersteine?

SynagogensteinDer "Synagogenstein" steht vor der ehemaligen Egelsbacher Synagoge in der Rheinstraße 49. Er hat eine bemerkenswerte Geschichte. Die Synagoge (die dritte in Egelsbach) wurde 1903 eingeweiht. In der "Reichskristallnacht" wurde sie wegen des Widerstandes des Feuerwehrkommandanten nicht angezündet, aber am nächsten Tag verwüstet. Ein Hitlerjunge stieß dabei den Abschlussstein des Treppengiebels in den Vorgarten hinab. Nach dem Krieg musste er aufgrund eines Spruchkammerbeschlusses dafür sorgen, dass der Giebelstein wieder auf seinen alten Platz kam. Allerdings stürzte dieser durch Naturgewalten erneut in die Tiefe und sollte daher nicht nochmals auf dem Giebel angebracht werden. Auf Bitte von Cliff Simon, dem Sohn des in Egelsbach geborenen und in der 1930er Jahren nach USA ausgewanderten  Erich Simon, wurde der Stein nach Miami verbracht, wo er jetzt im Leo-Baeck-Museum zu sehen ist. Der Steinbildhauerbetrieb Burckard in Dreieich-Sprendlingen fertigte eine Kopie des Steines an, die jetzt im Vorgarten der ehemaligen Synagoge (seit Anfang der 1960er Jahre in Privatbesitz) steht.
Lit: Thomin (2)


Götzenhain

Bildstock NeuhofBildstock WolfsgartenDie Landschaft Dreieich bestand aus protestantisch geprägten Territorien, demzufolge findet man
kaum Bildstöcke, Kruzifixe, "Marteln" oder ähnliches. Der sehr schöne, auf 1799 datierte Bildstock links steht auf dem Gelände des Hofgutes Neuhof (--> GIS). Er besteht aus einem geschwungenen Sockel, einer mit Weinlaub verzierten Säule und einer barock geformten und mit einer Krone geschmückten Steinplatte mit einem Relief von Maria mit Kind. Diese Weinsäule kommt wahrscheinlich aus dem fränkischen Raum. Ausführliche Informationen über die Geschichte des Neuhofs sind unter Lit. Nahrgang (3) zu finden.

Der Bildstock rechts befindet sich in der Nähe der kleinen Kapelle im Park des Schlosses Wolfsgarten (--> GIS). Es ist eine monolithische, leider gesprungene Säule mit quadratischem Grundriss, verdicktem Fuß und Kopf. Letzterer weist einen dachförmigen Abschluss auf. Auf der Vorderseite befindet sich eine rechteckige, jetzt leere Nische. 

Goldene WaageDie "Goldene Waage" war ein wunderschönes historisches Renaissance-Fachwerkhaus auf dem Frankfurter Römerberg, der im Feuersturm des Bombenkrieges 1944 unterging. Dieses Haus soll im Rahmen der Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt dort wieder errichtet werden.
Was hat dies mit "Steinen in der Dreieich" zu tun? Vor vielen Jahren las ich einmal, dass die Reste der "Goldenen Waage" von Frankfurt nach Götzenhain geschafft und in ein Gebäude integriert worden seien. Ich habe lange vergeblich danach gesucht, weil der Eigentümer dies nicht veröffentlicht sehen wollte. Eine Website (die in den "Links" zitiert wird) zeigte eine Spolie, die ich schließlich am Eingang eines Grundstücks in Götzenhain eingemauert wiederfand. Per Zufall kam ich mit dem Grundstückseigentümer ins Gespräch. Er erlaubte mir freundlicherweise das Grundstück zu besichtigen und einige Fotos zu machen. Es war fantastisch: Die historischen Sandsteine waren noch gut erhalten und waren integraler Bestandteil des Untergeschosses des Wohnhauses. Hier die Bilder eines Türsturzes und eines Kragsteins. Das parkartig angelegte Grundstück eines ehemaligen Steinbruchs, auf dem dieses Gebäude steht, ist sicherlich eines der eindruckvollsten im Dreieichgebiet.
Nachtrag 6/2014: In der FAZ vom 22..6.2014 war zu lesen, dass die Spolien dort ausgebaut und im Neubau der Goldenen Waage in Frankfurt wiederverwendet werden sollen. Dort wurde auch beschrieben, dass der damalige Intendant des Hessischen Rundfunks nach dem Krieg die Sandsteinteile der Goldenen Waage auf sein Grundstück in Götzenhain bringen und dort eine verfremdete Replik des Gebäudes aufbauen lies. Der jetzige Besitzer stellte die bildhauerisch wertvollsten Spolien der Stadt Frankfurt für den Wiederaufbau der Goldenen Waage zur Verfügung. Die ausgebauten Originalsteine wurden durch einfachere Steine aus Mainsandstein ersetzt. Die anderen Spolien verbleiben an Ort und Stelle. Es werden jedoch Silikonkautschuk-Abdrücke erstellt, anhand derer sie in einer Bamberger Bildhauerwerkstatt nachgebildet  werden.


Zeppelinheim



Graben WaldbahnKeine behauene Sandsteine, sondern Bauschutt, Abfall und sogar das Wrack eines VW-Käfers findet man in einem Graben auf der Westseite der Riedbahn südlich des Bahnhofs Zeppelinheim (zwischen den Bahnkilometerzeichen 70,4 und 70,2). Es handelt sich um ein Relikt der "Großherzoglich Hessischen Waldbahn Sprendlingen - Klaraberg a/Main". Ich bin durch eine Information von Frau und Herrn Gruber, zwei profunden Kennern der Zeppelinheimer Ortsgeschichte, darauf gestoßen. Wenn man in Arcinsys den Begriff "Waldbahn" eingibt, erhält man einen Hinweis auf im Staatsarchiv Darmstadt verfügbare Unterlagen. Dort findet man die unten rechts abgebildete Karte mit folgendem handschriftlichen Sütterlin-Text:

Waldbahnkarte 1903Großherzoglich Hessische Waldbahn Sprendlingen - Klaraberg a/Main
Zwischen der Main-Neckarbahn und dem Main liegt eine zusammenhängende Waldfläche, welche die Oberförstereien in Raunheim, Kelsterbach, Mitteldick, Mörfelden, Langen, Isenburg, Groß-Gerau und Mönchsbruch umfasst.
Um diese Waldungen nach der Main-Neckarbahn und vor allem nach dem Main hin zu erschließen, hat die Großherzoglich Hessische Forstverwaltung eine etwa 17 Kilometer lange Waldbahn von Station Sprendlingen nach Klaraberg bei Okriftel am Main erbauen lassen.
Die Bahn mündet vom Ostende bei der Station Sprendlingen der Main-Neckarbahn in einem größeren Holzlagerplatz mit Laderampe.
Am Westende der Bahn bei Klaraberg am Main kann eine weite Fläche zur Lagerung des Holzes benutzt werden. Durch eine in den Main gebaute Verladestelle ist die Möglichkeit gegeben, das Holz direkt von der Bahn in die Schiffe zu verladen. Schiffe, die vom Niederrhein bergauf nach Mainz, Frankfurt und anderen Rhein- und Mainstädten gehen, können als Rückfracht Holz aller Art in Klaraberg einnehmen. Insbesonders kommt das Holz 200 jähriger Eichen von rund 300 Hectaren in Betracht.
Nähere Auskunft erteilen:
Hillerich, Großh. Forstmeister zu Langen,
Hämmerle, Großh. Oberförster zu Raunheim a/Main
von Schmittburg, Großh. Oberförster zu Langen

Waldbahn um 1914Die Bahn wurde 1902 erbaut, um das Holz (speziell für Grubenholz) des o.g. Gebietes direkt Richtung Ruhrgebiet verschiffen zu können. Der östliche Teil ist auf einer Ravenstein-Wanderkarte links aus dem Jahr 1914 gut zu erkennen. Die Bahn begann an der heutigen Bahnstation "Dreieich-Buchschlag", die damals noch "Sprendlingen" hieß. Die Karte oben muss zwischen 1903 und 1905 entstanden sein, da die Dreieichbahn noch Waldbahnnicht eingezeichnet ist. Die untere Karte stammt aus dem Jahr 1905. Sie zeigt die Laderampe an der Station Sprendlingen. Die Waldbahn verlief dann am Nordrand der heutigen Landesstraße Buchschlag-Zeppelinheim, machte dann um das Forsthaus  Mitteldick einen Bogen, führte durch das heutige südliche Zeppelinheim und unterquerte die Riedbahn südlich des heutigen Haltepunktes in einem Tunnel, dessen Fortsetzung der eingangs erwähnte Graben darstellt. Dieser Waldbahn MesstischblattGraben ist sogar noch in rezenten Messtischblätter eingezeichnet (roter Pfeil in rechter Karte); noch besser sichtbar ist er in einem Kartenausschnitt, den ich im Langener Stadtdarchiv gefunden habe. Die Trasse folgte dann der Hurenschneise und bog dann nach Westen Richtung Main ab. Die "zusammenhängende Waldfläche" ist heute vom Flughafen okkupiert. Es gab zwei Abzweigungen: eine Richtung Gundhof Klaraberg(Zamminer Schneise) und eine entlang der Gelbgrundschneise im Westen. Klaraberg war ein bereits 1208 erstmals erwähntes Gehöft am Main, das vor einigen Jahren abgerissen wurde. Heute steht dort nur noch ein Teil der alten Umfassungsmauer. Der Tunnel unter der Riedbahn wurde 1934 im Rahmen der Ertüchtigung dieser Bahnstrecke beseitigt. Die Gräben wurden im Zuge des Neubaus des ICE-Abzweigs zum Flughafen um 1995 verschüttet.

Die Waldbahn hatte eine Spurweite 600 mm. Die Wagen ("Trucks") wurden von einer der ersten von der Köln-Deutzer Gasmotorenfabrik im Jahr 1902 erbauten "Benzollokomotiven" (Seriennummer 36, 8-pferdig) gezogen. Auf dem Holzlagerplatz in Klaraberg wurde ein Schuppen mit einer "Benzinförderanlage" errichtet. 1909 wurden die Holzschwellen z.T. gegen Stahlschwellen getauscht. Offensichtlich im oder nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Bahn nicht mehr benutzt und verfiel. Die Lokomotive wurde reparaturbedürftig. 1925 wurde in einem Memorandum geprüft, ob man die Waldbahn wieder reaktivieren sollte (incl. der Anschaffung einer neuen Lokomotive). Man kam zu dem Schluss, dass dies in Anbetracht des technischen Fortschritts (flexiblere Lastwagen) nicht rentabel sei. Die Waldbahn wurde dann 1928 für 22.122 RM verkauft.

Nachtrag 3/2013: Ich wurde von Christian Felten auf einen Internet-Artikel von Walter Kuhl über die Waldbahn aufmerksam gemacht, in dem ausführlich und erschöpfend die historischen Quellen beschrieben und kommentiert werden.


Mitteldick1Mitteldick 2Wenn wir schon beim Forst Mitteldick sind, dann sollte eine im März 2013 aufgestellte Informationstafel in Zeppelinheim nicht unerwähnt bleiben. Sie steht an der Heidestraße, hinter dem neuen Büro/Restaurant Gebäude, auf dem ehemaligen Gelände des Restaurantes Forsthaus Mitteldick. Es wird sehr informativ über die Geschichte dieses Forstes berichtet. Insbesondere wird auf das Wirken des Oberförsters Johannes Hillerich eingegangen, der auch für den Bau der o.g. Waldbahn verantwortlich war. In der Nähe, am Garten des Italienischen Restaurantes, steht eine Natursteinmauer mit einer Bronzplatte, worauf zu lesen ist: "Rest einer wiederaufgebauten Bruchsteinmauer eines Pferdestallgebäudes aus den Jahren um 1890 vom ehemaligen Forsthaus Mitteldick. Anno 2002"
Nachtrag 1/2014: Herr Gruber teilte mit, dass die Tafel im September 2013 gestohlen wurde. Unglaublich, was manchen Zeitgenossen so einfällt. Nachtrag 4/2014: Frau Gruber teilte mit, dass die Stadt Neu-Isenburg eine neue Tafel hat aufstellen lassen.

Berliner MauerEin Segment der Berliner Mauer findet man am Luftbrückendenkmal am Rande des Frankfurter Flughafens direkt am Zaun. Das Luftbrückendenkmal ist allemal einen Besuch wert, zumal dort eine Douglas C-47 und eine Douglas C-54 zu besichtigen sind. Beide Flugzeugtypen spielten eine große Rolle bei der Luftbrücke von Frankfurt nach Berlin. Man erreicht das Gelände von einem Parkplatz westlich der Bahnstation Zeppelinheim, überquert die Brücke über die A5 und geht dann links dem Zaun entlang. Das Denkmalgelände ist bereits Frankfurter Gemarkung. Hier geht es zur Übersichtskarte.



Neu-Isenburg

VersöhnungstorVersöhnungstorAuf dem Hof der Evangelisch-Reformierten Kirche am Marktplatz links des Eingangstors steht ein Denkmal mit der Bezeichnung "Versöhnungstor". Es besteht aus einem großen Granitstein auf Rädern eines Wehrmachts- Kraftfahrzeugs*, auf dem aufrecht eine Bronzeplastik steht. Der polnische Dichter und Bildhauer Maksymilian Biskupski (geb. 1958) schuf dieses Mahnmal an das Grauen in den Vernichtungslagern. Auf dem Granitstein ist zu lesen: GOTT VERGIBT UND VERGISST - DER MENSCH DARF NICHT VERGESSEN UM ZU VERGABEN - ER MUSS IN ERINNERUNG BEHALTEN UM ZU VERGEBEN. Auf einer Informationstafel an der Wand neben dem Denkmal ist zu lesen:
Denk-Mal: Auf der Suche nach der eigenen Identität ist das Gebet Seelengesang, ist das Gebet Erinnerung und Ermahnung, dass wir nicht vergessen ...
Denk-Mal: Ich kann nicht sagen, wie viele Namenlose, Vergaste, Erschossene, Zerrissene, Missbrauchte, Vergewaltigte, Ermordete, Vermisste, Vernichtete und Vergessene durch diese Versöhnungstore gehen wollen, um dir zu sagen: vergiss unsere Namen bitte nicht.
Denk-Mal: Wo bist du jetzt?
Das Denkmal stand zwischen 1999 und 2001 vor der Einhards-Basilika in Seligenstadt. Wegen der Umgestaltung des Kirchenvorplatzes wurde es 2001 an seinen jetzigen Standplatz verbracht. Der Ankauf wurde von der Stadt Neu-Isenburg und der Sparkasse Langen-Seligenstadt finanziert.
*Anmerkung: Herr Erwin G. aus Erzhausen machte mich darauf aufmerksam, dass es sich bei den Rädern offensichtlich um die äußeren oder inneren Laufrollen eines Sd.Kfz. 7, Krauss-Maffei 8t Halbkettenzugmaschine der Wehrmacht handelt. Diese Tatsache macht das Denkmal sicherlich noch etwas interessanter.

Offenthal

ReichsapfelsteinReichsapfelsteinEiner der geheimnisvollsten Steine in der Dreieich ist der Reichsapfelstein im Kirchturm der Offenthaler Kirche. Er ist 45 cm hoch und besitzt einen achteckigen Korpus mit eingemeißelten Kartuschen auf vier dieser Seiten. Oben und unten geht er in quadratische Flächen (35 x 35 cm) mit abgeschrägten Ecken über. Eine Kante ist großflächig abgebrochen/abgeschlagen. Das Besondere daran ist, dass in einer der Kartuschen eine Kugel mit Kreuz, ein Reichsapfel, herausgemeißelt ist. Wie ein solcher Stein in eine Dorfkirche kommt, ist wirklich rätselhaft. Ein Reichsapfel ist ein Zeichen königlicher oder kaiserlicher Macht. Natürlich denkt man automatisch an das kaiserliche Frankfurt, in der die Offenthaler das Burgmannenrecht hatten. Allerdings führten auch die rheinischen Pfalzgrafen das Symbol zumindest auf ihren Münzen. Der Stein wurde 2007 bei Sanierungsmaßnahmen unter der Empore entdeckt. Er diente dort als Widerlager der rechten Treppenstütze. Ein ähnlich gestalteter Stein (mit etwas anderen Maßen) sitzt noch unter der Stütze der linken Treppe zur Empore. Ob er ebenfalls mit einem Reichapfel geschmückt ist, weiß man nicht, da nicht alle Seiten bei den Untersuchungen zugänglich waren. Wahrscheinlich wird die Herkunft dieser Steine nie aufgeklärt werden können. Oder ist ein Leser dieser Zeilen in der Lage hier weiterzuhelfen? Lit.: Seibert
Nachtrag: Per Zufall fand ich heraus, dass die Stadt Bad Soden einen Reichsapfel im Stadtwappen trägt. Dort soll man auch Grenzsteine mit diesem Symbol finden. Ob es hier einen Zusammenhang mit dem Offenthaler Reichsapfelstein gibt?


Sprendlingen

LöwenkopfVilla SchottDiesen Löwenkopf findet man an den Altanvorbau der "Villa Schott" am südlichen Ortsausgang von Sprendlingen Richtung Langen. Diese außerordentlich repräsentative Villa wurde um 1880 (Lit. Söder) von Wilhelm Löffler, dem Besitzer der Sektfabrik Georg Adam Löffler gebaut. Die von seinem Vater 1865 gegründete Sektkellerei produzierte auf dem benachbarten Gelände LöwenköpfeEcke Darmstädter Straße / Hainer Chaussee über 100 Jahre lang. Ich kann mich noch gut an die Parties mit dem Löffler-Erdbeersekt erinnern. Die Kellerei wurde 1971 nach Dreieichenhain verlagert. Die Villa wurde in den 20er Jahren an die Familie Schott verkauft. Von 1932 bis nach dem Krieg wohnte dort Julius Schott, der ehemalige Pächter des Neuhofes. Nach wechselvoller Geschichte ist die Villa Schott seit 1961 unbewohnt und verfällt zusehends. Der Park verwilderte. Als junger Mann kletterte ich aus Neugierde durch ein Kellerloch in das Gebäudeinnere: Imposant war die große Halle mit einer schön geschnitzten Treppe in das Obergeschoss. Für das Personal war eine gesonderte Treppe vorgesehen. Die drei großen Bogenfenster auf der Nord-Ostseite ließen genügend Licht in die Halle fallen. Auf dem Altanvorbau mit Säulen und den Löwenköpfen ist "ARCHITEKTEN BEGAS u. HALLENSTEIN 1902" einbemeißelt. Möglicherweise bezieht sich die sehr auffällige Inschrift mit der Jahreszahl auf das Baujahr der Villa. Wer wissen will, wie es heute innen ausschaut, kann sich einen Film in YouTube ("Lost Places") anschauen. Die Villa wurde in den 1980er Jahren unter Denkmalschutz gestellt; sie darf demnach nicht abgerissen werden. Zwischenzeitlich wurde der Park gelichtet: Die Villa soll renoviert und im Park Häuser mit Eigentumswohnungen errichtet werden. Siehe dazu einen Artikel aus op-online.

GendarmerieTreppe GedarmerieGegenüber der katholischen Kirche in Sprendlingen (geweiht 1935) steht in der Eisenbahnstraße 62 ein stattliches Haus, das von den Sprendlingern "Schandammerie" (Gendarmerie) genannt wird. In der heimatkundlichen Literatur ist nur wenig darüber zu finden. Es hat eine sehr interessante Geschichte. Das Haus wurde 1920 vom Bauunternehmer Dracker errichtet. Die Materialien stammten aus einem Haus in Frankfurt, das einem Bankneubau weichen musste. Das ist die Erklärung, dass in der Nachkriegsnotzeit ein solch reich gestaltetes Haus in dem armen GendarmerieabzeichenDorf Sprendlingen gebaut wurde. Bemerkenswert sind die Sandsteinapplikationen auf der Frontseite und die ebenfalls aus Sandstein bestehende Treppe zum Hauseingang mit einer schön verzierten Säule. 1922 wurde das Haus vom Volksstaat Hessen gekauft, um dort einen Gendarmerie-Posten, eine Landespolizeistation, einzurichten. In den sechziger Jahren (?) wurde die Polizeistation nach Heusenstamm verlegt. Die "Gendarmerie" verblieb im Eigentum des Landes Hessen und wurde als Dienstwohnung für Polizei- und andere Beamte genutzt. Als dies nicht mehr erforderlich war, kaufte die Stadt Sprendlingen das Gebäude vom Land. Vor einigen Jahren wurde das Anwesen von Privatleuten erworben und mit großem Aufwand sehr schön renoviert.


MariahallLöwen MariahallDas Landhaus Mariahall am Sprendlinger Schwimmbad (--> GIS) wurde 1965 abgerissen. Ich kann mich noch gut erinnern, als Kind auf dem Rücken der Löwen, welche die Südtreppe flankierten, geritten zu haben. Sie wurden vor dem ersten Weltkrieg vom Sprendlinger Bildhauer Wilhelm Storck geschaffen. Seit dem Abbruch des Hauses galten die Löwen als verschollen. Mir war es allerdings bekannt, dass die Löwen bei den Enkeln des Bildhauers Unterschlupf gefunden hatten. Erfreulicherweise haben sich beide Nachfahren des Künstlers bereiterklärt, die Löwen als Dauerleigabe der Dreieicher Bevölkerung zugänglich zu machen (an dieser Entscheidung war ich nicht ganz unbeteiligt). Diese Skulpturen, die ein spezifischer Teil der gemeinsamen Erinnerung der älteren Sprendlinger sind, wurden unter Mitwirkung der "Freunde Sprendlingens" am 4.11.2011 auf beiden Seiten des Eingangportals des Löwen Enthüllung 1Löwen EnthüllungLöwe rechtsSprendlinger Friedhof aufgestellt. Die Firma Burkard hat die Aufstellung dankenswerterweise kostenfrei Löwe linksübernommen. Die Löwen wurden während einer kleinen Feier in Gegenwart von Bürgermeister Zimmer und Stadträten Burlon und Stöhs von Bettina und Hermann Storck enthüllt. Lesen Sie einen Bericht in der op-online über die Einweihungsfeier. Eine Informationstafel erläutert die Geschichte dieser Sandsteinlöwen. Eine umfangreiche Dokumentation über das Landhaus Mariahall ist in Lit. Runkel (2) zu finden.

SteinblattDas "Rote Blatt" ist ein leider wenig beachtetes, aber sehr schönes Beispiel für die Wiederverwertung von historischen Sandsteinelementen. Es liegt in der Grünanlage vor dem Bürohaus "Dreieich-Plaza" auf der Ostseite der Offenbacher Straße in Sprendlingen (--> GIS). Es wurde von der Künstlerin Gabriele Berger im Jahr 2002 geschaffen. Es handelt sich um ein leicht aus dem Boden nach Norden ansteigendes, fünfteiliges Eichenblatt, das die fünf Dreieicher Stadteile sowie den Stadtnamen und das Stadtwappen symbolisieren soll. Die roten Sandsteine, die für dieses Kunstwerk benutzt worden sind, stammen von der Pestalozzischule (Bild von A. Baumbusch), die 1881 erbaut und wegen des neuen Dreieicher  Rathauses ("Dienstleistungszentrum") gegen den Willen vieler Sprendlinger im Jahr 2000 abgerissen wurde. Sehr schön sind im oberen Bereich die Fenstergewände der alten Schule eingearbeitet.


BildhauersymposiumIm Bürgerpark in Sprendlingen steht diese aus vierversetzten Würfeln aus Muschelkalk bestehende Säule, das "Euromal". Es wurde 1996 im Rahmen eines Bildhauersymposiums vorn 15 europäischen Künstlern geschaffen. Jeder Künstler konnte eine Seite individuell gestalten.Diese Säule symbolisiert auf eine einprägsame Weise das vereinte Europa: Eine Einheit aus aus unterschiedlichen Konzepten, Bildern, Charakteren, Ideen und Individuen.

Die Künstler: A. Durt (Belgien) · P. Schöbel (Dänemark) · Mic Leder (Deutschland)· A. Koskinen (Finnland) · R. Poisson (Frankreich) · V. Vassili (Griechenland) · N. Moss (Großbritannien) · V. Gorman (Irland) · F. Prevedello (Italien) · T. Flick (Luxemburg) · L. Arons (Niederlande) · J. Wagner (Österreich) · C. Ataide (Portugal) · B. Bergsten (Schweden) · M. A. Rebollo (Spanien)
Literatur: Stadt Dreieich, Kunstpfade Dreieich



BurlonBurlonMühlsteine in Sprendlingen? Ja, aber nicht in der Theisenmühle, sondern auf einem Grundstück an der Frankfurter Straße 114. Herr v. Oelsen hat mich freundlicherweise darauf hingewiesen. Auf diesem Gelände befand sich früher der Betrieb von Walter Burlon, der sich im weitesten Sinn mit Steinen beschäftigte (Terrazzo, Bodenbeläge, Fensterbänke, Natursteinarbeiten). Dort wurden auch historische Materialen angeboten: Steintröge, alte Sandsteingewände, aber auch Mühlsteine. Das Geschäft wurde vor geraumer Zeit aufgegeben und das Gelände wurde anderweitig genutzt. Rechts von dem schönen Wohnhaus ("Sprachzentrum Dreieich"), an dessen Umfriedungsmauer eine Sandsteintafel mit den Namen der Hausbesitzer angebracht ist, wurde eine moderne und geschmackvolle Wohnanlage unter Verwendung von viel rotem Sandstein erbaut. Zwischen beiden Gebäuden findet man den links abgebildeten aufrecht stehenden Mühlstein mit einem runden, eingelassenen Stein davor. Die vier rechts abgebildeten Mahlsteine stehen an der Grenze zum Eckgrundstück Frankfurter Straße - Ulmenstraße, auf dem z.Z. ein Gebrauchtwagenhändler seinen Geschäften nachgeht. Diese Nutzung steht im auffälligen Kontrast zu der wunderschönen Bruchsteineinfriedung mit großen Sandsteintrögen. Bei der Aufgabe des Geschäftes hat man offensichtlich die dort zum Verkauf lagernden Mahlsteine und Sandsteintröge in die neue Nutzung der Grundstücke integriert.


HöhenmesspunktHöhenmesspunktEinen seltsamen Stein entdeckte ich am Beginn der Biegung der alten B 3 zur Nordumgehung von Sprendlingen auf der linken Straßenseite (von Neu-Isenburg kommend). Er scheint neu gesetzt zu sein, besteht aus Granit und hat die Maße 25 x 25 x 25 cm. Auf der Vorderseite ist ein metallener Knopf mit ebener Frontseite mit einer waagrechten Linie angebracht. Eine Nachfrage beim Amt für Bodenmanagement und Geoinformation ergab, dass es sich um einen Höhenfestpunkt handelt. Definition: Höhenfestpunkte (Nivellementpunkte oder NivP) sind Messpunkte, deren Höhe in einem einheitlichen Höhensystem millimetergenau bestimmt werden. Für die Vermarkung werden Bolzen aus Metall oder andere Marken verwendet, die an geeigneten höhenstabilen und frei zugänglichen Bauwerken, massivem Fels oder eigens gesetzten Granitpfeilern dauerhaft befestigt werden. Die Höhenangabe eines Nivellementpunktes bezieht sich immer auf die höchste Stelle der Vermarkung.
In Sprendlingen gibt es ca. 60 solcher Messpunkte. Rechts ist einer von ihnen (Ecke Spengler- Gartenstraße) abgebildet.


GoetheAuch Johann  Wolfgang von Goethe schrieb über Steine in der Dreieich. Er reiste häufig durch unsere Gegend. In seiner Jugendzeit besuchte er den Neuhof, später besuchte er oft in Darmstadt seinen Freund Johann Heinrich Merck. Am 24.8.1797 fuhr Goethe mit der Postkutsche von Frankfurt nach Darmstadt. In seinem Tagebuch  berichtet er über seine 3. Reise in die Schweiz:
Früh nach 7 Uhr von Frankfurth ab. Auf dem Sachsenhäuser Berge vieler und wohlgehaltner Weinbau, nebliches bedecktes, angenehmes Wetter. Die Chaussee mit Kalkstein ausgebessert. Hinter der Warte Wald. Der Kletterer der mit dem Strick und zwey Eisen an den Schuhen auf die starken und hohen Buchen stieg. Welsches Dorf. Todtesliegendes an der Chaussee aus den Hügeln bey Langen. Sprenglingen. Basalt im Pflaster und auf der Chaussee bis Langen, muß sehr häufig in dieser flach erhobnen Gegend brechen wie drüben bei Frankfurth; sandiges, fettes, flaches Land, viel Feldbau, aber mager. Ich sah seit Neapel zum erstenmal wieder die Kinder auf der Straße die Pferdeexcremente in Körbchen sammeln. Um 10 Uhr in Langen. Der Boden wird etwas besser; aus Darmstadt um 12 1/2, nachdem wir in einer Viertelstunde expedirt worden waren.
Dieser Text ist unter verschiedensten Aspekten interessant:

- Das welsche Dorf ist Neu-Isenburg.
- Sprendlingen nennt er Sprenglingen.
- Offensichtlich war die Chaussee zwischen Neu-Isenburg und Langen 1797 bereits fertiggestellt.
- Pferdeäpfel musste der Autor dieser Zeilen noch in den 1950er Jahren von der Straße als Gartendung aufsammeln (siehe dazu auch Lit. Neubecker).
- Auf den ersten Blick ist der mystische Ausdruck "Todtesliegendes an der Chaussee aus den Hügeln bey Langen" rätselhaft. 

Der Hinweis auf Kalkstein und Basalt offenbart das Interesse Goethes an der Geologie. Das ist der Schlüssel zum "Todtesliegendes".  Dieser ungewöhnliche Begriff steht zweifelsfrei für "Rotliegendes". Es ist schwer abzuschätzen, ob es sich um einen Druck- oder Übertragungsfehler handelt. Dagegen spricht allerdings die Tatsache, dass die Mansfelder Bergleute das Rotliegende als "rotes totes Liegende" bzw. "rothes todtes Liegendes" bezeichnet haben, da es unter den nutzbaren Kupfererzen lag. Wie dem auch sei:  Unser Dichterfürst hat einen interessanten Beitrag zur Website "Steine-in-der-Dreieich.de" verfasst. Ich danke Clara Hartmann für ihre Recherchen zu diesem Thema.


Dreieichenhain


KennedystrasseWenn jemand eine Website mit der Bezeichnung "Steine in der Dreieich" gestaltet, dann freut er sich, dass es noch weitere "Steinfreunde" in der Landschaft Dreieich gibt. Der Besitzer des großen Grundstückes an der Kennedystraße in Dreieich liebt offensichtlich besonders große Steine. Wenn man über den Grundstückszaun späht, erkennt man eine wahre Zyklopenmauer aus riesigen Felsbrocken. Diese archaisch anmutende Trockenmauer ist einmalig in unserer Gegend. Auch am Eingangstor des Anwesens sind große Felsen aufeinandergetürmt. Die ganze Anlage ist offensichtlich seit geraumer Zeit  Baustelle (und ist immer noch). Weitere Informationen liegen mir über dieses bemerkenswerte Langzeitprojekt nicht vor.



Buchschlag

SteinbrennerVor der evangelischen Kirche in Buchschlag steht ein charakteristisches Werk des Bildhauers Hans Steinbrenner (1928 - 2008). Es handelt sich um eine 1969 aufgestellte Sandsteinstele, bestehend aus drei übereinandergestapelten Quader, wobei die Stele aus einem Stück gefertigt wurde. Es gibt im Frankfurter Raum eine Reihe weiterer Arbeiten von Steinbrenner, nicht nur in Naturstein, sondern auch in Holz. Dem Vernehmen nach ist der Altar in der Buchschlager Kirche ebenfalls von Steinbrenner gestaltet.




HolzskulpturenWölfeIm Buchschlager Wald, im "Birkeneck", steht eine Reihe von bemerkenswerten Holzskulpturen, die dort eine so eigentümliche, märchenhafte Atmosphäre bilden, dass ich sie nicht unerwähnt lassen möchte, obwohl sie nicht in den spezifischen Fokus dieser Website fallen. Wenn man in diesem Waldgebiet (Karte rechts) spazieren geht, wird man von Gnomen, Hexen, Wölfen, Eulen, Adlern, Rehen und Hasen überrascht, die auf kleinen Lichtungen am Wegesrand stehen. Es handelt sich um mit einer Kettensäge gestaltete Holzfiguren, die der Künstler dort -in Absprache mit den Forstamt- aufgestellt hat. Die Lichtungen sind teilweise mit Blumen  und Baumschösslingen bepflanzt. Der Künstler wohnt offenbar im Rostädter Weg in Sprendlingen, zumindest stehen dort im Garten ein Dutzend weitere Holzfiguren. Auch für den im Juni 2016 eröffneten Kräutergarten in den Sprendlinger Baierhansenwiesen hat er zwei Skulpturen zur Verfügung gestellt. In einem Webalbum (Klick auf das Bild) können diese Figuren bewundert werden.



Dietzenbach

GeschichtspfadGeschichtspfadDer vom Regionalpark initiierte Geschichtspfad in Dietzenbach ist ein reizvolles Gelände für heimatbewusste Mitbürger -->GIS. Es wird dort in künstlerisch ansprechender Weise versucht, die einzelnen Entwicklungsperioden von Dietzenbach darzustellen, von der keltischen Besiedlung über die erste Erwähnung Dietzenbachs (s. linkes Bild) und den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs (s. rechtes oberes Bild) bis hin zur BalanciermeileVerwandlung vom Dorf zum Siedlungsschwerpunkt. Diese vorletzte Station des Geschichtspfades wurde  - fast symbolisch anmutend - mit Sprayfarbe verschmiert. Die Erläuterungen auf den Regionalparkstelen sollten gelegentlich erneuert werden. Lesen Sie -->hier mehr über dieses empfehlenswerte Ausflugsziel. Ganz dicht dabei befindet sich die Dietzenbacher Balanciermeile (s. Bild rechts unten). Es handelt sich um eine Reihe von Betonstelen und waagrechten Balken, über die man balancieren kann. Eine schöne Idee.

Ortseingang DietzenbachRudolf-Steiner-SchuleAm Ortseingang von Dietzenbach aus Richtung Gravenbruch steht vor der ersten Ampel links eine Willkommens-Säule aus rotem Sandstein. Oben ist "Stadt Dietzenbach" eingemeißelt, darunter kann man das Dietzenbacher Wappen mit den beiden Trauben und dem Schrägbalken mit Wellenband erkennen. Am Fuß der Säule auf dem niedrigen achteckigen Sockel ist hinten "Raschke" und vorne 1985 zu lesen.

Auf der anderen Seite der Straße, im Wendekreisel der Rudolf-Steiner-Schule steht eine flache Sandsteinstele, in der oben ein Symbol eingemeißelt ist, das wohl ein Yin-Yang Zeichen darstellt. Dieses Zeichen besitzt in der Steiner'schen Lehre eine spezifische Bedeutung.

EbertsbergDer Ebertsberg ist mit 193 m eine der höchsten Erhebungen im Kreis Offenbach. Er liegt auf Dietzenbacher Gemarkung (vorher im Fürslich-Isenburgischen Forst Dreieich) -->GIS. In römischer Zeit soll die Verbindungsstraße Dieburg - Nied etwas nördlich seines Gipfels vorbeigeführt haben. Man hat über einem römischen Wachturm auf dem Ebertsberg spekuliert, allerdings sind keinerlei Spuren davon gefunden worden. Es lohnt sich, von der Regionalparkstele am Offenbacher Weg die 25 Höhenmeter zum Gipfel hinaufzustürmen. Man hat keine Aussicht, der Berg ist bewaldet, dafür findet man (nicht an der höchsten Stelle) einen modernen Granitstein mit einem Dreieck und "TP", der einen trigonometrischen Punkt markiert. An der höchsten Stelle des Berges hat jemand einen Kegel mit Kieselsteinen aufgeschüttet. Dies ist recht seltsam, da diese Kieselsteine offensichtlich dort original nicht zu finden sind; sie müssen also dorthin verbracht worden sein. Von wem? Warum? Wann? Fragen über Fragen. Vielleicht ein Geheimbund, der auf dem Gipfel des Ebertsberges okkulte Feste feiert? Vielleicht ein Kraftsportler, der sich oben seiner Steingewichte entledigt? Vielleicht eine Grabstätte eines geliebten Hundes? Ich werde recherchieren.



Waldacker

Trigonometrischer PunktTrigonometrischer PunktZwischen Waldacker und Messenhausen, also nicht mehr im engeren Dreieichgebiet, steht mitten im Kappenwald ein interessanter Stein. Auf der Nordseite erkennen wir ein auf der Spitze stehendes Dreieck von dessen unterer Spitze ein senkrechter Strich bis zum Boden führt. Auf der gegenüberliegenden Seite lesen wir "PCT TRG ORD II". Es handelt sich danach um einen trigonometrischen Punkt 2. Ordnung. Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Großherzogtum Hessen durch Triangulation vermessen. Das Basisdreieck lag zwischen dem Großen Feldberg, dem Melibokus und dem Donnersberg. Darin befanden sich dann weitere Dreiecke mit Eckpunkten auf erhöhten Landmarken, wie hier die Anhöhe im Kappenwald. Der Punkt muss von anderen trigonometrischen Punkten einsehbar gewesen sein. Entweder gab es früher dort keinen Wald oder es wurden Schneisen in die entsprechenden Richtungen geschlagen. Ausnahmsweise möchte ich den genauen Standort dieses Steines nicht publizieren, da er unter Denkmalschutz steht. Man kann ihn finden, wenn man vom Ende der Wingertsstraße in Waldacker -->GIS zum "Gipfel" der Anhöhe im Kappenwald geht. Lit. Weber (3)

Am Südrand der Turmschneise, ca. 100 m südöstlich der Kreuzung mit der Hügelschneise finden wir einen modernen Granitstein, der offensichtlich einen (neueren) trigonometrischen Punkt markiert. Auf einer Seite ist ein Dreieck (mit Spitze nach oben) zu erkennen, auf der gegenüberliegenden Seite ist "TP" eingemeißelt. Diese Stelle ist in älteren Messtischblättern als "Trig. Punkt" (kleines Dreieck mit mittigem Punkt) eingezeichnet.


Offenbacher Stadtwald

Trigonometrischer PunktNordseiteFrau Luise Hubel machte mich auf einen Stein aufmerksam, der einen weiteren trigonometrischen Punkt III Ordnung kennzeichnet. Er steht auf einem Hügelgrab am Hainbachkopf, einem relativ flachen Gelände im Offenbacher Stadtwald östlich der L 3405. Den genauen Standort möchte ich an dieser Stelle nicht nennen. Auf der Südseite  ist folgender Text eingemeißelt: "PCT / TRGORD / III", auf der Nordseite ist ein Dreieck mit einer Linie nach unten zu erkennen. Die "III" ist auf dem Bild nicht zu sehen. -->Hier ist eine Skizze des Steines von Frau Hubel aufrufbar. Trigonometrische Punkte müssen - wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen, einen Sichtbezug zu mindestens zwei anderen trigonometrischen Punkten besitzen. Daraus folgt, dass um 1830, als die Vermessung Hessens durchgeführt wurde, der Hainbachkopf nicht bewaldet war. Dies ist durchaus möglich, da - wie an anderer Stelle berichtet - der Wald damals durch Raubbau sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Der Hainbachkopf ist eine sehr flache Erhebung, daher dürfte das Hügelgrab die höchste Stelle in der Umgebung gewesen sein.


Frankfurter Stadtwald

MufflonhügelDarmstädter Hof Im Frankfurter Stadtwald in der Nähe von Zeppelinheim fand ich nach einigem Suchen die Reste des "Darmstädter Hofes". Diese haben eine interessante Geschichte: Um 1899 wurde in Frankfurt der barocke "Darmstädter Hof" auf der Zeil 46 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Magistrat der Stadt Frankfurt kaufte die Sandsteinteile des Gebäudes für die erstaunliche Summe von 30.000 Goldmark, mit dem Ziel, das Gebäude wieder an anderer Stelle aufzubauen. Daraus wurde aber (wahrscheinlich aus Kostengründen) nichts. Offensichtlich brauchte man irgendwann den Platz im Depot in der Gutleutstraße. Die z. T. wunderschön bearbeitete Steine (siehe Bild) wurden in den Stadtwald  bei Zeppelinheim geschafft. Den dort dort gehegten Mufflons sollte Gelegenheit gegeben werden, sich auf den drei "Mufflonhügel" die Hufe abzuwetzen. Trotz des großen Gewichtes der Steine ist deren Diffussionsrate beachtlich (man sollte einmal in den Zeppelinheimer Gärten nachschauen). Grundsätzlich war der Umgang mit diesen Steinen ein Skandal. Es ist aber außerordentlich erfreulich, dass das Historische Museum der Stadt Frankfurt im April 2011 mit einem begrenzten Etat die schönsten Steine abtransportiert und sichert. Zur weitern Ehrenrettung der Stadt Frankfurt muss hier auch angeführt werden, dass sie in der Borsigalle eine riesige Lagerhalle besitzt, in der viele Sandsteinskulpturen und andere historische Großobjekte sicher aufbewahrt werden. Ich hatte im Rahmen einer Suche nach einem Dreimärker die Gelegenheit, dieses Lager zu besichtigen. Für einen Sandstein-Afficionado war dies ein außerordentliches Erlebnis.
Lit: Berger & Setzepfand
Die Abbildung rechts oben fand ihren Weg auf die Titelseite eines lesenswerten Buchs von Beate Sorg über Christoph Graupners Musik zu zeremoniellen Anlässen am Hof der Landgrafen zu Hessen Darmstadt. Lit: Sorg.

RundseeschneiseAn der Rundseeschneise zwischen der Wolfsgartenschneise und Mitteldicker Allee liegt ein großer Sandstein (95 x 63 x 54 cm), dessen Vorderkante abgeplatzt ist. Auf der grob geglätteten Westseite ist ein Steinmetzzeichen eingemeißelt (BIB, wobei das 2. B spiegelverkehrt dargestellt wird). Die Ostseite scheint abgebrochen zu sein. Auf der Oberseite sind 3 Löcher eingemeißelt. Es ist naheliegend anzunehmen, dass dieser wuchtige Stein von den Resten des Darmstädter Hofes stammt, der irgendwann aus unbekannten Gründen vom Zeppelinheimer Wald an diesen Platz verbracht wurde. -->GIS



Frankfurter AdlerIn der inneren östlichen Brüstung der Steinbrücke des Hainerwegs über den von der Grastränke kommenden Baches ist ein Wappenstein mit dem Frankfurter Adler und der Jahreszahl 1607 eingemauert. Die Sandsteinbrücke ist neueren Datums. Mir liegen keine Informationen vor, von wo diese Spolie stammt. Auf jeden Fall war es eine schöne Idee, den Wappenstein in eine rezente Brücke einzulassen.

An der Brücke der Mörfelder Landstraße über den Königs-/Luderbach soll ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1730 und der Inschrift "CF" (Commende Frankfurt) verbaut worden sein (Lit. Wenzel). Dieser Stein ist heute nicht mehr vorhanden.



Irgendwo in der Landschaft Dreieich


MühlsteinIrgendwo in den dunklen Wäldern der Landschaft Dreieich liegt dieser geheimnisvolle Mühlstein. Niemand weiß, wieso und wie lange er an dieser Stelle liegt und wer ihn dort "entsorgt" hat. Aus verständlichen Gründen möchte ich den Fundort nicht nennen. Nach der Vermessung wurde er wieder mit Laub bedeckt. Er besteht aus vier Segmenten, hat einen Durchmesser von ca. 175 cm und ist nach innen leicht konkav. Am Rand ist er ca. 21 cm stark. Das Material ist nicht Rotliegendes, sondern feinkörniger Sandstein. Die Segmente waren mit Eisenklammern aneinander befestigt, von ursprünglich vier ist nur noch eine an Ort und Stelle. Bei einem Segment ist außen ein ca. 20 cm tiefes Stück über die Hälfte des Viertelumfangs herausgebrochen. Bei einem anderen Segment kann man Ergänzungsspuren aus  Zement identifizieren. Seltsam ist die Tatsache, dass kein eindeutiges Mittelloch vorhanden ist: drei Segmente gehen nach innen spitz zu, bei dem Vierten ist die Spitze nicht mehr vorhanden (rund ausgestemmt). Es darf spekuliert werden.


Die Betonstein-Ecke

Bunker Sprendlingen 1Diese Website ist eigentlich den heimischen Sandsteinen gewidmet. Wir haben bisher einige Ausnahmen gemacht, wenn es sich um interessante Objekte handelt. Die in diesem Abschnitt vorgestellten Betonbauten gehören zweifelsfrei in diese Kategorie.

Die "Freunde Sprendlingens" befassen mit der Erkundung und der Dokumentation von Weltkriegsbunker in Sprendlingen. Die Ergebnisse sind auch auf dieser Website aufgeführt. Klicken sie bitte auf das Bild rechts.

SprengstoffbunkerLinkss abgebildet ist der Sprengstoffbunker in einem ehemaligen Langener Steinbruch. Das Steinbruchgelände steht unter Naturschutz, ist eingezäunt und darf nur mit Sondergenehmigung betreten werden. In dem Steinbruch hat sich ein imposantes, vielfältiges Biotop entwickelt. Der Bunker selbst ist relativ klein (Innenmaße: H 200, B 110, T 140 cm). Die ca. 60 cm dicken Seitenwände bestehen aus Bruchsteinen, die Decke ist betoniert. Der Bunker sollte den Sprengstoff vor Diebstahl schützen. Konsequenterweise wurd er von einer schweren Stahltür verschlossen, von der die rechte obere Ecke abgeflext ist, um den Einflug von Fledermäusen zu ermöglichen. Ehrenamtlichen Mitarbeiter von NABU kümmern sich darum. Der Freiraum vor dem Bunker ermöglicht einen hindernisfreuen Anflug dieser fliegenden Säugetiere.

US-Bunker 1US-BunkerEine andere Art von Spengstoffbunker findet man im ehemaligen Munitionsdepot der US-Armee im Egelsbacher Wald. Bis ca. 2010 standen dort noch 31 Bunker aus Stahlbeton, die im Kalten Krieg mit todbringenden Waffen gefüllt waren. Zwei dieser Bunker wurden stehengelassen und zu Fledermauswinterquartieren umgewidmet. Ein Bunker wurde auch auf der Frontseite mit Erde bedeckt. Die Fledermäuse können durch ein mit einem Gitter versehenen Kanalrohr in das Bunkerinnere gelangen. Der andere Bunker ist mit einer Tür versehen, in der ein Durchflugschlitz angebracht ist. Mit diesen beiden Typen soll den Bedürfnissen verschiedener Fledermausarten entsprochen werden. Die Anlage ist eine Ausgleichsmaßnahme der Fraport AG wegen des Baus der Nordwestbahn. Anmerkung 3/15:  Dieses Gebiet wurde 1953 durch die US-Army beschlagnahmt, um dort das Munitionslager zu errichten. Die Bundesrepublik Deutschland kaufte 1963 das 62 ha große Gelände der Gemeinde Egelsbach ab, die dafür vom Hessischen Staat die Höhberge in den Gemarkungen mörfelden und Erzhausen kaufte. 

Bunker PatershausenEine weitere Fledermausunterkunft findet man hinter dem Wasserwerk an dem Weg von Patershausen nach Dietzenbach. Man sieht einen verschlossenen Eingang hinter dem eine Betontreppe nach unten führt.
Interessant waren die Spekulationen, die über diesen Eingang in die Unterwelt kursierten. Es soll der Zugang zu den unterirdischen Katakomben des Klosters  sein. Das Ganze ist profaner: Es handelt sich um einen um 1941 errichteten Betonunterstand (Bunker wäre zu hoch gegriffen) für die Landarbeiter, die am Paterhäuser Hof arbeiteten und die vor Fliegerangriffen Schutz suchten.  Der Unterstand wurde von der Kolpingfamilie Dietzenbach für Amphibien und Fledermäuse hergerichtet, der Kreis Offenbach spendierte die stabile Gittertür. Die Rückseite des Treppenhauses ist mit einem Hinweis beschriftet. Ich werde über das Innere dieses Objekten zu gegebener Zeit berichten.

Im Außenbereich von Sprendlingen wurde ca. 1941 ein Rundbunker mit Gasschleuse und Notausgang als Schutz vor Sprengstoffen erbaut. Er wird auf der Website der "Freunde Sprendlingens" beschrieben.  Nach Meinung eines Naturschützers ist er für Fledermäuse nicht geeignet. Einerseits steht steht dort das Wasser ca. 80 cm hoch, andererseits ist Einflugsraum nicht weit genug.


Unterstand FlughafenBunker FlughafenWestlich des Flughafens am  Flörsheimer Grenzweg steht mitten im Wald ein Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg. Es handelt sich um einen Betonunterstand mit dem Maßen von ca. 3,80 x 2,90 m. Das Dach ist gewölbt (4 flachwinklig zueinander stehende Flächen). Das Bauwerk besitzt eine Innenhöhe von ca 2 m. Auf der Südseite ist ein waagrechter Schlitz  (160 x 20 cm) in der 60 cm dicken Wand. Die Tür auf der Nordseite, die durch drei hinabführende Stufen erreicht werden kann, ist durch eine Splitterwand aus Beton geschützt. Dem Vernehmen nach handelte es sich um einen MG-Unterstand zum Schutz des Flughafens.

Bunkereingang ZeppelinheimBunker ZeppelinheimSüdlich von Zeppelinheim wurde im 2. Weltkrieg ein Bunker für Bahnbedienstetegebaut. Er bestend aus einem betonierten Gang mit zwei Ausgängen. Nach manchen Aussagen soll innen ein Quergang abgezweigt sein, der in einem Aufenthaltsraum endete. Nach dem Krieg war das Gelände ein Abenteuerspielplatz der Zeppelinheimer Jugend. Man machte mehrere vergebliche Versuche, die Eingänge zu verschließen. Ende 2015 wurden die beiden Eingänge zunächst mit schwerden Baumstämmen und dann mit stabilen Gittern gesichert. Es sollen erneut noch Baumstämme über die ca. zwei Meter tiefen Eingangslöcher gelegt werden noch ein Bild durch die Gitterstäbe aufnehmen.. Der Bunker wurde nicht zugeschüttet, weil man Fledermäusen die Möglichkeit geben will, sich dort anzusiedeln. Ich hatte die Gelegenheit, noch ein Bild durch die Gitterstäbe aufnehmen. Man erkennt einen ca. 20 Meter langen gewölbten Gang, an dessen Ende das Licht durch den südlichen Eingang fällt. Frau Gruber machte mich auf einen  Internet-Beitrag eines Zeppelinheimers aufmerksam (auf der Seite ganz unten). Die Leser dieser Zeilen werden gebeten, die Gitter heil zu lassen und die Fledermäuse nicht zu stören.

Flakstellung?LaufgrabenAuf interessante Überreste aus dem 2. Weltkrieg (?) machte mich Herr P. M. in der Waldabteilung 209 südlich des alten Neu-Isenburger Gütergleises an der Eisenbahnschneise aufmerksam. Dort gibt es eine eingezäunte Sickergrube für die Neu-Isenburger Regenwasserkanalisation. Auf deren Ostseite erkennt man einen ca. 4 m hohen Betonklotz, der möglicherweise Teil einer Flakstellung war.  Er ist mit Hohlblocksteinen erhöht worden, um Vögel oder Fledermäusen eine Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Nistkästen sind daran befestigt. Unweit entfernt kann man einen betonierten Laufgraben mitten im Wald entdecken. Er ist ca. 25 m Schachtlang, 1,10 m breit und 0,90 m tief. Auch der Boden ist betoniert. An beiden Enden befinden sich Treppen mit je 5 Stufen. In der Mitte auf der südlichen Seite befindet sich ein betonierter, ca. 1,80 m tiefer Schacht (ca. 2,40 x 1,00 m), der offensichtlich mit Holzbohlen abgedeckt war. An der Ostseite des Schachtes ganz unten erkennt man eine 49 cm breite Öffnung, die sich nach 20 cm verjüngt und deren Zweck sich dem Betrachter nicht augenscheinlich erschließt. Vorsicht: Der Waldboden ist am Schacht unterspült, Einbruchgefahr! Es soll noch einen zweiten Laufgraben geben, den ich jedoch noch nicht gefunden habe. In diesem Gebiet findet man eine Reihe von Gräben und Wällen, die wie der Laufgraben in West-Ost-Richtung verlaufen. Ich recherchiere z.Z., welchen Zweck diese Einrichtungen hatten.
Anmerkung 5/2015: Lesen Sie --> hier, was meine Recherchen ergeben haben.

Munitionsbunker?Südlich der K 180 zwischen Messel und Eppertshausen findet man der Nähe der Kreuzung der Wiesenschneise mit der Steinkautenschneise drei bunkerähnliche Gebilde: Es handelt sich um mit Erde überdeckte Betonröhren, die mit einer Stahltür verschlossen werden konnten. Dem Vernehmen nach sind dies Relikte der Arbeit des Kampfmittelräumdienstes. In der Nähe befindet sich das "MUNA"- Gelände Breitefeld. Dort wurde im 2. Weltkrieg vor dem Anrücken der Amerikaner die dort lagernde Munition gesprengt. Die z.T. nicht explodierten Geschosse wurden im weiten Umkreis verteilt. Noch heute ist das Betreten des Waldes wegen dieser Kriegsrelikte verboten, trotz aller Aufwendungen durch den Kampfmittelräumdienst. Das ehemalige Munitionslager, in dem die später Amerikaner auch Atomwaffen lagerten, ist heute noch Sperrgebiet.

OF DreieichparkIm Offenbacher Dreieichpark in Westen der Stadt findet man die ältesten Betonkonstruktionen ohne Stahlbewehrung in Deutschland. Es handelt sich um einen eleganten Brückenbogen, der einen Parkweg überspannt sowie ein Tempelchen mit einer Kuppel. Beide Bauwerke wurden  1879 im Rahmen einer Hessischen Landesausstellung errichtet, um die Vielseitigkeit dieses neuen Baustoffs zu demonstrieren. Sie wurden in der Vergangenheit mehrfach restauriert. Seit 1986 stehen sie unter Denkmalschutz. 2014 mussten die Bögen des Tempelches leider durch ein Holzgerüst gestützt werden Offensichtlich war die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet. Die beiden Bauwerke sind Teil der Route der Industriekultur. Mehr darüber in Wikipedia.


Opel-Bahn

Die alte Opel-Rennbahn südlich von Rüsselsheim ist ziemlich weit von der Dreieich entfernt; ich nehme sie trotzdem in diese Website auf, weil es sich um einem Ort mit einer extrem dichten Atmosphäre handelt. Die Opel-Bahn wurde 1916 als Teststrecke für das naheliegende Opel-Werk gebaut. In den 1920er Jahren wurden dort gut besuchte Rennen gefahren. Der Rennbetrieb ging in den 1930er Jahren zurück. 1946 wurde die Bahnaufgegeben. Nach einer Übergangszeit unter amerikanischer Militärverwaltung wurde sie der Natur überlassen. Heute ist die Betondecke mit den überhöhten Kurven im urwaldähnlichen Baumbestand mit Gestrüpp kaum noch auszumachen. So muss man sich die Reste unserer Zivilisation vorstellen, nachdem die Menschen sich gegenseitig ausgelöscht haben. Es gibt dort eine Besucherkanzel, in deren Umfeld die Bewachsung zurückgeschnitten wurde. Ein Besuch dieses "Lost Place" kann nur empfohlen werden.




Die Waldabteilungssteine im Mönchwald

MönchwaldClara Hartmann wies mich auf einige Betonsteine im Wald östlich und westlich der Startbahn West hin. Da sie sich außerhalb der Landschaft Dreieich befanden und zudem nicht aus Sandstein bestanden, war mein Interesse daran zunächst nicht sehr ausgeprägt. Dies änderte sich erst, als ich dort an der Aschaffenburger Straße die ersten dieser Steine an einigen Schneisenkreuzungen entdeckte. Sie  waren ca. 60 - 70 Mönchwaldcm hoch und viele davon verjüngten sich nach oben. Auf den Seiten waren die Namen der beiden sich kreuzenden Schneisen in negativer Schrift (= vertieft) eingefügt. Auf dem flachen Kopf waren gerade, gekreuzte und T-förmige Linien und Nummern zu erkennen. Diese Nummern entsprachen denen der dort angrenzenden Waldabteilungen. Dann begann ich systematisch nach diesen Waldabteilungssteinen zu suchen. Insgesamt fand ich 54 dieser Betonsteine. Einige lagen heraus, von einigen fand ich nur noch Bruchstücke und ein Stein steht hinter dem Heimatmuseum in Walldorf. Bei einem umliegenden konischen Stein erkannte man, dass es sich um Hohlkörper handelt. Dabei war es möglich, die genauen Maße festzustellen: Grundfläche = 44x44 cm, Kopffläche = 35x35 cm, Gesamthöhe = 100 cm, Wanddicke (im unteren Bereich) = 10 cm, Höhe des Hohlraumes im Inneren = 65 cm, darüber kompakter Beton. Die Kanten sind gefast (3,5 cm breit).

KarteDie Steine stehen in einem Waldgebiet, das im Süden von der Rüsselsheimer Grenzschneise und im Osten von der Grohhaus-Schneise begrenzt wird. 10 der gefundenen Steine stehen westlich der A 67. Nördlich der A3 fand ich fünf weitere dieser Steine. Das bedeutet, dass sie bis zum Kelsterbacher und Raunheimer Waldrand gestanden haben müssen. Durch den Flughafenausbau und den Kiesabbau sind viele der Steine verlorengegangen. Dieses Gebiet wird umgangssprachlich "Mönchwald" genannt. Es umfasst den Kelsterbacher, Raunheimer, Bischofsheimer und den Rüsselsheimer Wald. Es gibt auch dort einen Staatswald mit der Bezeichnung Mönchwald. Auf der nebenstehenden Übersichtskarte sind die Standorte der Steine (rot: zerbrochene Steine, grün: umliegende Steine). Siehe Detailkarte 1, Detailkarte 2, Detailkarte 3, Detailkarte 4. Die Beschriftung (Schneisennamen) ist einer abrufbaren Tabelle zu entnehmen (möwa 2n steht z.B. an der Kreuzung Aschaffenburger Straße und Eichenhügel-Schneise). Stein möwa8p (nördlich der A3, bezeichnet mit Häfner-Schneise und Dachsbau-Schneise), steht an der Kreuzung Häfner Schneise, mit dem Wasserloch-Weg. Der Stein muss demnach beim Bau der ICE-Strecke umgesetzt worden sein.  Interessanterweise sind alle Steine am Flörsheimer Grenzweg mit "Mönchswald / Grenze" beschriftet (s.u.).

Opel-SchneiseWas hat es nun mit diesen Steinen auf sich? Eine Erklärung liefert der Stein an der Kreuzung Bischofsheimer Grenzweg mit der Fritz Opel Schneise (möwa3h auf der Karte). Dort ist die Jahreszahl 1913 zu lesen. Fritz Opel (1875 - 1938) war der Sohn von Adam Opel, dem Gründer der Opel-Werke. Er war Ingenieur und begeisterter Radrennfahrer. Er wird oft mit seinem Neffen Fritz von Opel ("Raketen-Fritz") verwechselt.  Bereits Adam Opel war begeisteter Jäger und hatte sein Jagdrevier in den Rüsselsheimer Wäldern (Mönchbruch). Die Söhne von Adam Opel Pachteten 1907 ein Jagdrevier in diesem Waldgebiet, das schließlich eine Fläche von über 2000 ha umfasste. Angemerkt sei noch, dass die Fritz-Opel-Schneise in älteren Forstkarten nicht existiert. Diese (kurze) Schneise muss wohl erst Anfang des Jahrhunderts angelegt worden sein und den Namen des begüterten Jagdpächters erhalten haben. Eine weitere kurze Schneise, die von der Grohaus-Schneise abzweigt, ist nach Karl Opel benannt, einem weiteren Sohn von Adam Opel (der sich jedoch "Carl" schrieb). Die Familie Opel besaß in den Wäldern eine Jagdhütte, die sie später dem Odenwaldklub übereignet hat. Man kann dort übrigens sehr gut einkehren. Eine schöne Übersicht der Geschichte dieser Waldungen findet man in einem Artikel von Dietrich Kulsch. Eine historische Karte dieses Jagdreviers ist bei Arcinsys abzurufen. Anmerkung: Auf dem Stein möwa9p nördlich der A3 ist unter der Schneisenbezeichnung die Jahreszahl 1912 zu lesen.

Museum WalldorfZwischen dem Walldorfer Heimatmuseum und dem dahinterliegenden Parkplatz steht ein weiterer Betonstein, der auf drei Seiten beschriftet ist. Allerdings hat er andere Proportionen und scheint vor Ort gegossen worden sein, denn auf der Kopffläche hat sich ein  "K. Jung" im frischen Beton verewigt. Auf einer Seite ist "Mönchwald / Grenze" deutlich zu erkennen. Mit Mühe kann man auf einer der anderen Seite "Forstgarten / Schneise" lesen. Auf der dritten Seite erahnt man ein "H" vor einer kurzen Schneisenbezeichnung. Die Forstgartenschneise ist nur auf alten Karten zu sehen, sie liegt heute fast ausschließlich auf Flughafengelände. Die einzige Querschneise, die mit einem "H" beginnt, ist die Häfnerschneise. Der ehemalige Standort des Steines ist auf der Karte mit möwa4d (rote Flagge) gekennzeichnet. Die "Mönchwaldgrenze" entspricht dem Verlauf des Flörsheimer Grenzwegs.

Interessanterweise sind die Schneisennamen bei einigen Steinen im südlichen Bereich in Frakturschrift angebracht, bei anderen in einer moderneren (Helvetica) Schriftart. Zwei Steine verdienen besondere Aufmerksamkeit: Der herausliegende Stein möwa5s besteht nicht aus Beton, sondern aus Mainsandstein. Wie wohltuend!. Stein möwa_xg (nördlich von möwa8g) steht nicht an einer Wegekreuzung. Er trägt zweimal die Inschrift "Wasserloch". Demnach ist er kein Waldabteilungsstein, sondern ein Hinweis auf einen spezifischen Ort im Wald. Er ist horizontal glatt zwei Teile geborsten. Es scheint mehrere Methoden gegeben haben, diese Steine herzustellen. Von einem älteren Raunheimer Bürger erfuhr ich, dass die Schalungen der Steine von einem Raunheimer Schreiner angefertigt worden sein sollen. Die o.g Jahreszahlen weisen darauf hin, dass die Steine von Nord nach Süd aufgestellt worden sind. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass die nördlich stehenden Steine weitaus gröber hergestellt worden sind als die weiter südlich stehenden Hohlkörpersteine. In diesem Gebiet verlaufen übrigens einige besteinte Gemarkungsgrenzen. Die dort stehenden Grenzsteine aus Sandstein sind nicht Thema dieser Ausführungen.

Vielleicht gibt es noch weitere Steine, die ich übersehen habe? Für entsprechende Hinweise bin ich stets dankbar.
Weißer Stein
Anmerkung 9/2015: Clara Hartmann machte mich auf drei weitere Steine aufmerksam, die ich übersah bzw. versäumte, zu dokumentieren. Es handelt sich um die Steine möwa1aa, möwa7g und möwa9o. Das interessante an möwa1aa ist, dass er die Inschrift "Karl-Opel-Schneise / 1913" trägt und nicht an einer Wegekreuzung steht, sondern an der relativ kurzen Karl Opel-Schneise. Demnach sind die Namen beider Opel-Brüder in diesen Steinen verewigt. Weiterhin ist interessant, dass die Steine nördlich der ICE Trasse zwischenzeitlich weiß grundiert wurden. Die Beschriftung wurde schwarz ausgemalt. Das sieht eigentlich recht hübsch aus. Dieses Gelände gehört zum Stadtwald Kelsterbach, der von der Stadt selbst bewirtschaftet wird.



Weiter weg

MenhiranlageDie Menhir-Anlage an der Hirtenwiese bei Roßdorf liegt definitiv nicht in der Landschaft Dreieich, ich erwähne sie hier trotzdem, weil sie einerseits relativ unbekannt ist und andererseits für historisch interessierte Bürger eigentlich von höchstem Interesse sein müsste. Die aus 14 Granitsteinen bestehende Anlage auf beiden Seiten des Ruthsenbachs ist natürlich nicht mit Carnac oder Stonehenge zu vergleichen, ist aber für unsere Gegend fast eine Sensation. Man erreicht diese 4000 Jahre alten Zeugen der Vergangenheit, wenn vom Parkplatz Bessunger Forsthaus an der alten Straße von Darmstadt nach Rossdorf die B 26 unterquert und nach knapp 1000 m nach links über einen Wiesenzug quert und den Hinweisschildern folgt. Die Menhiranlage ist sehr gut auf der Website www.menhire.de beschrieben.

Steinheimer GalgenVom Steinheimer Galgen stehen noch zwei gemauerte Steinsäulen auf einer Sanddüne im Wald westlich von Steinheim. Sie haben einen Durchmesser von ca. 75 cm und eine Höhe von ca. 5 m. Auf den 4,30 m entfernt stehenden Säulen lag früher ein Balken, an dem die Deliquenten aufgehängt wurden. An an einer Säule befestigen Tafel ist zu entnehmen, dass es sich um die Richtstätte des Steinheimer Hochgerichtes handelte, die 1597 erstmals erwähnt wurde. Die letzte bekannte hinrichtung erfolgte im 18. Jahrhundert. Näheres ist auf der Website des Steinheimer Geschichtsvereins nachzulesen. Der Besuch des Steinheimer Galgens kann mit einem Spaziergang um die Dietesheimer Steinbrüche verbunden werden. --> Karte



MyriametersteinAuf einer Radtour am Rhein bei Schwetzingen (Insel Ketsch) entdeckten wir einen "Myriameterstein". Das Wort leitet sich von myria (griechisch) für zehntausend ab. Myriametersteine sind demnach Vermessungssteine, die im Abstand von 10 Kilometer voneinander aufgestellt sind. Nach der Rheinbegradigung durch Tulla ergab sich die Notwendigkeit, den Rheinverlauf neu zu vermessen. Ab 1867 stellte man auf der rechten und linken Seite des Stromes diese Myriametersteine auf. Der Ausgangspunkt der Zählung war die Mittlere Rheinbrücke in Basel, das Ende die Rheinmündung bei Rotterdam.  Die Steine waren auf den Seiten beschriftet. Auf der Rheinseite steht in römischen Ziffern die Nummer des Steines (XXIV = 240 km von Basel entfernt), auf der Landseite dieses Steines ist "24,0000 M. von Basel - 58,4450 M. bis Rotterdam"  zu lesen. Die anderen Seiten sind mit den Entfernungen zur Landesgrenze (hier von Baden) beschriftet. Hier ist ein Link zu Wikipedia.
In Sachsen-Anhalt gibt es Myriametersteine an Straßenrändern, die als 10 km-Steine die Entfernungen anzeigen ("III Myriameter von Zerbst").


HochzeitswaldHochzeitswäldchen-Stein: Nach der Dokumentation einer der Koban-Steine im Mörfelder Wald wanderten wir zum ehemaligen Forsthaus Trebur. Es liegt an der Blechschneise, der Fortsetzung der Nauheimer Straße nach Westen, ca 800 m östlich der Autobahn Mönchhof - Darmstadt. Ca. 60 m westlich des Gebäudes, das vom Odenwaldclub Nauheim betreut wird, steht ein großer Findling, in dem eine ovale Metallplatte mit zwei Ringen eingelassen ist. Darunter ist "Hochzeitswäldchen / Gemeinde / Nauheim / 1986" eingemeißelt. Dahinter steht eine Abteilung relativ junger Bäume in Reih und Glied. Es sieht nicht danach aus, als ob dieses "Hochzeitswäldchen" intensiv genutzt würde. Gegenüber dem ehemaligen Forsthaus steht ein weiterer Findling, mit dem der Odenwaldclub Groß-Gerau seiner verstorbenen Mitglieder gedenkt. -->Standort



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