Steine in der Dreieich
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Die Steine an der Hessisch-Bayrischen Grenze

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Im Kulturlandschaftskataster RheinMain entdeckte ich eine Reihe Symbole von Grenzsteinen an der Hessisch-Bayrischen Landesgrenze, genauer gesagt an der Grenze zwischen dem Kreis Offenbach und dem Kreis Aschaffenburg bzw. Mainhausen-Mainflingen und Stockstadt). Das war für mich Anlass, in einem explorativen Spaziergang und zwei anschließenden Fahrradtouren mir diese Steine anzuschauen und zu fotografieren. Aus verschiedenen Gründen entwickelte sich das zu einer spannenden Angelegenheit. Es fing damit an, dass ich mich in Stockstadt verfranzte aus Versehen am sog. Dorfplatz strandete, wo ein Meilenstein sehr prominent aufgestellt ist. Lesen Sie -->hier meine "Entdeckungsgeschichte". Dann war es für mich faszinierend, dass es dort einige Wappensteine gibt, die in der "Bibel" der hessischen Grenzstein- Aficionados abgebildet sind: Richard Zorn: "Die Grenzsteine des Rhein-Main-Gebietes", Selbstverlag 1931, Tafel 20, "Landes-Grenzsteine (Großherzogtum Frankfurt).

GrenzkarteGrenzverlaufDie Grenzlinie im Südosten des Kreises Offenbach (s. Karte links aus dem Kulturlandschaftskataster) verläuft nördlich der Staustufe Kleinostheim in der Mitte des Mains. Dort, wo sie an Land stößt, findet man auf der Höhe des Gersprenz-Wehrs eine Markierung mit der Inschrift "0,0". Wenige Meter weiter südlich steht ein würfelförmiger (25x25x25), unbeschrifteter Granitstein mit Zentrierloch. Unweit davon, an der Zufahrtstraße zur Siedlung "Am Schwalbennest" führt eine historische Brücke, die Grasbrücke über den Grenzgraben. Es handelt sich um die Geleitsübergabestelle, an der ein Seligenstädter Beamter (Fauth) mit seinen Mannen den Geleitschutz der zur Frankfurter Messe ziehenden Kaufleute übernahm (Infotafel). Die Grenze überquert dann zwei Straßen und verläuft dann westlich der Stockstädter Baggerseen. In diesem Naturschutzgebiet habe ich nicht nach Grenzsteinen gesucht. Allerdings fand ich entlang des Speckgrabens einige Gütersteine. An der Abfahrt von der vierspurigen B 469 zur Mülldeponie geht sie zunächst parallel zu dieser Straße um dann etwas nach Süden abzuknicken. Hier folgt sie der Trasse der aufgelassenen alten B 469. Die mit einem Klick oben rechts abrufbare Karte aus der Meilenstein-Abteilung zeigt den Grenzverlauf und die Trasse der alten Straße. Mit einem Pfeil ist der Parkplatz gekennzeichnet, von dem aus man die Grenze dort am besten erkunden kann. Man beachte, dass man von Stockstadt kommend hinter dem Friedhof nach rechts abbiegen muss, um zu diesem Platz zu gelangen. Von dort aus unterquert man durch einen schmalen Durchlass die Schnellstraße und geht bergan, bis man zu einer Wegegablung gelangt. Von hier aus erkennt man den Grenzgraben, der bergab zur Trasse der alten Straße führt. In dem mit Wasser gefüllten Straßengraben steht der erste Grenzstein der Steinserie dieser Grenzlinie. Er ist auf der Karte links mit einem blauen Punkt gekennzeichnet. Bis zum anderen blauen Punkt konnten insgesamt 32 Grenzsteine gefunden werden. Geht man nach Norden der Trasse entlang, erreicht man den Gedenkstein, der den ursprünglichen Standort des Stockstädter Grenzsteins markiert. Unterwegs kann man noch einen herausliegenden modernen Grenzstein entdecken.

Bevor wir uns den Grenzsteinen im Detail zuwenden, sollen wir uns etwas mit der Geschichte dieser Grenze beschäftigen. Das Gebiet westlich des Maines war Teil des Wildbanns Dreieich. Im Dreieicher Weistum von 1338 wird die Grenze beschrieben: ... die Brubach inne mitten in den Meyne vffen tzu Stockstadt an den isern phale, den Meyne aber offen tzu Aschaffenburg mitten uff die brucken an das crutze, ..." (Lit. Grimm). Die Mark Seligenstadt befand sich wie das Gebiet um Aschaffenburg seit 1063 im Besitz des Erzstiftes Mainz. Im weiteren Verlauf der Geschichte kam der ganze Ostkreis unter die Herrschaft des Kurfürsten zu Mainz. 1803 gab es eine Zäsur: Kurmainz wurde säkularisiert. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Amt Seligenstadt (inklusive Mainflingen und der sog. Abtswald) an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt bzw. das Großherzogtum Hessen. Dem letzten Mainzer Erzbischof Karl Theodor von Dahlberg wurde dabei das Fürstentum Aschaffenburg geschaffen, zu dem auch Stockstadt (und seit 1806 auch Frankfurt) gehörte. Das Fürstentum ging 1810 in das Großherzogtum Frankfurt ein. Dalberg dankte 1813 nach der Völkerschlacht von Leipzig ab. Infolge der Pariser Verträge kam Aschaffenburg am 26.06.1814 zu Bayern. Bei den Verhandlungen während des Wiener Kongresses versuchte Bayern vergeblich, sich das restliche linksmainische Gebiet sowie die Stadt Frankfurt einzuverleiben. Die "Ausstülpung" des hessischen Gebietes im Südosten des Kreises Offenbach rührt vermutlich auf der Abtswald-Teilung von 1786, wodurch die Stockstädter Hübner zwei Drittel des ehemaligen Seligenstädter Abtswaldes ("Unterwald" links der Gersprenz) erhielten. Das andere Drittel verblieb bei dem Kloster und bildet heute die genannte "Ausstülpung". In den Buxbaum-Karten von Mainflingen wird diese als Abtswald bezeichnet. Interessant ist in diesem Zusammenhang die seit dem Mittelalter existierende Hübnerverwaltung in Stockstadt.

Steinpositionen

Es gibt drei Typen von Grenzsteinen auf der Grenze: 5 Wappensteine, 9 Grenzmarkierungen aus rotem Sandstein und 20 Steine aus Granit. Auf der Karte sind sie mit grünen, roten und blauen Symbolen bzw. mit den Suffixen W, S und G gekennzeichnet. Bei den roten Sandsteinen gibt es einige mit sehr schlechten Zustand, wobei nicht erkenntlich ist, ob sie zu dem unten beschriebenen Typ passen. Die Wappensteine stammen meist aus der Dalberg-Zeit, die mit "H" und "B" gekennzeichneten Sandsteine wurden nach 1814 aufgestellt und die mit einer Zahl versehenen Granitsteine im Jahr 1929. Die GPX-Datei der Standorte ist -->hier abzurufen.

HB 583HB 581Wir beginnen unseren Spaziergang bei dem oben erwähnten Grenzstein HB 583 im Graben der aufgelassenen Straßentrasse Seligenstadt - Stockstadt (Abb. links). Während meiner Erkundung stand er im Wasser, die Westseite war beschädigt. Auf der Ostseite konnte man die obere Rundung des Mainzer Rades vermuten. Wir gehen jetzt den deutlich sichtbaren Grenzgraben bergan. Wenige Meter vor der o.g. Abzweigung finden wir den ersten, allerdings stark beschädigten Grenzstein HB 582 aus Sandstein nur wenig aus dem Boden ragen. Er ist mit einer Stange markiert. Wir folgen jetzt dem Grenzweg nach Südwesten. Bald kommen wir zu dem ersten Granitstein HB 581 (Abb. rechts). Die Grundfläche dieses Typs beträgt 25x25 cm, der Kopf ist gerade. Sie sind mit einer fortlaufenden Nummer HB 575HB 575beschriftet, die ich als Teil der Grenzsteinbezeichnung wählte. Dieser Stein trägt die Nummer 581. Der letzte von mir gefundene Stein dieses Typs an der untersuchten Grenzlinie hat die Nummer 539. Der Grenzabstand zwischen diesen Steinen beträgt 3100 Meter, d. h. der mittlere Abstand liegt bei rund 86 Metern. Die ursprüngliche Vermutung, dass alle 50 oder 100 Meter ein Grenzstein steht, ließ sich nicht verifizieren. Nach 50 Metern erreichen den wiederum stark beschädigten Stein HB 577 aus Sandstein. An der nächsten Wegkreuzung steht der Granitstein mit der Nummer 576. Die Zahlen stehen übrigens meist auf der Nordseite dieser Steine. Anschließend kommen wir an den ersten gut erhaltenen Sandstein HB 575. Er ist mit "H" und "B" beschriftet (Hessen, Bayern). Die Grundfläche dieses Typs beträgt ebenfalls 25x25 cm mit leichten Variationen. Der Kopf ist dachförmig mit einem sehr großen Innenwinkel. Die Beschriftung ist interessanterweise "traufständig". Wir erreichen jetzt an der Autobahn A3 den Knick der Grenze nach Westen. Dort befindet sich durch einen Stock markiert der Sandstein HB 573, der kaum zu erkennen ist. Auf der Nordseite des Parallelwegs zur Autobahn finden wir drei weitere Grenzsteine aus rotem Sandstein und einen modernen kleinen Granitstein.

HB 565HB 565Bei Stein HB 568 macht die Grenze einen Sprung auf die südliche Seite des Weges. Der nächste Stein HB 564 der Grenzlinie besteht aus Granit, passt aber nicht in die Granitsteinserie (kleiner, unbeschriftet, mit Kreuz als Weisung). Dann erreichen wir den nächsten Wappenstein HB 565 (BTH: 36x21x70). Auf der Südseite erkennt man das Bayrische Rautenwappen mit Krönchen und Zweigen, darunter ST (Stockstadt) und "1853". Der Stein stammt demnach nicht aus der Dalberg-Zeit. Die Nordseite ist mit dem Hessischen Löwenwappen und "G H" versehen. Auf der Westseite ist "565" eingemeißelt. Am Knick der Grenze an der Rampe der Autobahnüberführung steht der Sandstein HB 564 etwas versteckt unter abgelegten Holzstämmen. Er ist der letzte dieses Typs an dem Grenzabschnitt.

HB 559HB 559ZornBis zum nächsten (leichten) Knick der Grenzlinie sind es 450 Meter. Auf dieser geraden Strecke stehen fünf Granitsteine und ein Wappenstein. Streng genommen handelt es sich dabei um Läufersteine. Der Wappenstein HB 559 ist leider mit grüner Farbe besprüht. Auf der Ostseite ist der Hessische Löwe eingemeißelt, sowie G und H für Großherzogtum Hessen. Auf der Ostseite erkennt man das Mainzer Rad, daneben GF und FP (jeweils untereinander) und darunter ein verschlungenes ST. Auf der Südseite ist "1810" und auf der Nordseite "No 559" zu lesen. Auf dem Kopf ist eine gerade Weisung aufgebracht. BTH: 32x16x38. Ein solcher Stein ist bei Zorn unter der Nummer 165 abgebildet. Allerdings schreibt er, dass der Stein an der Landstraße von Seligenstadt nach Stockstadt steht. Daraus kann geschlossen werden, dass die Zeichnung eigentlich zum Stein 583 gehört (der Wappenstein, des an der alten Straßentrasse in Wasser steht). Die Bedeutung der Beschriftungen: GF = Großherzogtum Frankfurt, FP = Fürstprimas, ST = Stockstadt). Ein Fürstprimas war der erste Bischof des Reiches (Mainzer Erzbischof).
HB 557
Der übernächste Granitstein am leichten Grenzknick ist interessant und aufschlussreich: Seine vier Seiten sind beschriftet: H / LG / B / 1929 (LG = Landesgrenzstein). Der Kopf ist leicht gewölbt und trägt eine Weisung. Offensichtlich war man 1929 der Meinung, die Landesgrenzen neu und sehr großzügig absteinen zu müssen. Nach 7 weiteren Granitsteinen erreichen wir bei Stein HB 550 die "Neue Straße", die dort schräg in den Stockstädter Weg mündet.

HB 548HB 548HB 548HB 548170 Meter weiter nordöstlich an einem 90 Grad Grenzknick am Stockstäder Weg steht der stark beschädigte Wappenstein HB 548. Er besitzt eine fast dreieckige Grundfläche (ca. 34x31x28x12, H=50), was auf einen Dreimärker hindeutet. Hier stoßen Stockstadt, Mainflingen und der Abtswald zusammen, wobei der Abtswald auf Mainflinger Gemarkungsgebiet liegt. Auf einer Seite ist nur ein "G" zu erkennen, auf der zweiten Seite das Mainzer Rad mit dem Oberstrich des F und einem P (von F P = Fürstprimas) sowie darunter das umschlungene ST (Stockstadt), das wir vom anderen Wappenstein kennen und auf der dritten Seite ein Hessischer Löwe sowie ein G H und darunter ein M (Mainflingen?). Dieser Stein ist bei Zorn unter der Nummer 163 abgebildet. Allerdings erkennt man dort ein Z und nicht ein M unter dem Hessischen Löwen. Weiterhin beschreibt Zorn, dass der Stein an der Stelle steht, an der die Gemarkungen von Stockstadt, Mainflingen und Zellhausen zusammenstoßen. Das tun sie an diesem Punkt nicht, wie auch aus der Buxbaum-Karte hervorgeht. An dieser Stelle sitzt Stein HB 544. Sollte sich Zorn in zwei Punkten geirrt haben?

Wie dem auch sei: Dieser Stein hat eine interessante Geschichte: Er wurde um 1995 gestohlen. "Wenige Tagen nachdem ein Jäger aus Mainhausen den Grenzstein als vermisst gemeldet hatte, entdeckte ein Mitglied des Seligenstädter Geschichtsvereins das wertvolle Stück in der Gartenmauer eines Mitbürgers. Der hatte angeblich den Stein irgendwo im Gelände gefunden - auch in diesem Fall war der Nachweis nicht zu erbringen, dass da jemand lange Finger gemacht hatte. Wer auf frischer Tat erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen. 1978 und noch einmal 1990 hatte nämlich das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Technik alle Grenzsteine unter den besonderen Schutz des Landes gestellt. Außerdem gelten für die Kleindenkmale die Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes. Da kein Täter namhaft gemacht werden konnte, mussten die beträchtlichen Kosten bei der Wiederaufstellung des Grenzsteins im Mainhausener Wald von der öffentlichen Hand bezahlt werden...." Artikelüberschrift: Der Steinkoloss zeigt wieder an, wo Hessen aufhört. Zitat aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 10.02.1996, zur Verfügung gestellt von Gesine Weber, Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach.

HB 547Wir folgen der Grenze jetzt in südwestlichen Richtung und kommen bald in einen Hohlweg. Auf der linken Seite am Hang, ca. 110 Meter von HB 548 erkennen wir an einer Markierung mit vier Pfählen den vierten Wappenstein HB 457. Er schaut nur wenig aus der Erde heraus. Beim vorsichtigen Freilegen kam der Hessische Löwe mit G H darunter zum Vorschein (Abb. rechts). Das Bild entspricht der Ostseite des Wappensteins 559. Der nächste Stein HB 544 ist wieder vom Granit-Typ. Er steht auf dem Berührungspunk der Mainflinger, Zellhäuser und Stockstädter Gemarkung. Der letzte Stein der Grenzlinie ist ein moderner Grenzstein. Er steht neben einem "ST Stein", der die Grenze des Eigentums der Straßenbauverwaltungen markiert. Hier stößt die Grenze an das Seligenstädter Dreieck. Damit ist unser Grenzgang beendet und man kann über die "Neue Straße" an den Ausgangspunkt zurückkehren.

Der Punkt, an dem die Kreise Offenbach, Aschaffenburg und Darmstadt-Dieburg mit den Gemarkungen Zellhausen, Stockstadt und Babenhausen zusammentreffen, dem eigentlichen Ende unserer Grenzsteinwanderung, liegt auf der anderen Seite des Seligenstädter Dreiecks. Um dorthin zu gelangen, muss man die Autobahn A3 am Stein HB 546 überqueren. Am Ende der Brückenrampe fällt ein Gedenkstein auf. Eine Tafel erinnert darauf, dass es den Hübnern gelungen ist, die Brücke über die A 3 bauen zu lassen, so dass sie ohne größere Umwege ihr Waldeigentum nördlich der A3 erreichen können. Nach einigen Abzweigungen erreichen wir den Schnittpunkt der drei Landkreise. Der Stein HB 539 ist ohne GPS Gerät nur schwer zu finden. Es handelt sich einen der üblichen Granitsteine, nur ist die Zahl 539 zweimal, auf der West- und Südseite eingemeißelt. Weiterhin besitzt er ein Zentrierloch auf seinem Kopf. Daneben befindet sich ein moderner Grenzstein. In den 1920er Jahre befand sich dort ein Stein, der bei Zorn die Nummer 168 besitzt. Folgt man von dort der Grenze nach Süden, dann findet man weitere mit einer fortlaufenden Nummer versehene Granitsteine. Es wäre interessant herauszufinden, wo Stein 1 dieser Serie steht.

AbtswaldgrenzsteinAbtswaldgrenzsteinHerr Stenger aus Mainhausen hat mich auf einen Güterstein an der Nordgrenze des Abtswaldes aufmerksam gemacht. Interessehalber habe ich ihn aufgesucht (-->Standort). Auf der Nordseite ist ein "AS" eingemeißelt und auf der Südseite ein "OM". Das A in AS besitzt einen Oberstrich. Das Kürzel soll wohl Abtswald heißen. OM bedeutet nach Herrn Stenger "Obermark", die 1784 aufgelöste, gemeinsame Waldbewirtschaftung der Gemeinden Mainflingen, Klein-Welzheim und Zellhausen. Zitat aus der Mainflinger “Ortschronik”: Ein den drei Gemeinden Mainflingen, Klein-Welzheim und Zellhausen gemeinschaftlich zugehöriger Wald, die Obermark genannt, wurde am 18. Oktober 1784 nach Abschätzung des Grunds und Bodens und Holzbestandes mit Rücksicht der darauf liegenden Lasten nach Kopfzahl der Märker – welche einen eigenen Herd hatten – vertheilt. Interessant ist ein Blick in die Buxbaum-Karte. Der Standort des Steins ist dort mit einem roten Punkt markiert. Wenn man von diesem Stein den Weg Richtung Osten geht, dann kommt man kommod an den oben erwähnten Speckgraben mit den verschiedenen Gütersteinen.

Abschließend noch einige Anmerkungen zur Tafel 20 aus "Landes-Grenzsteine (Großherzogtum Frankfurt) von Richard Zorn aus dem Buch "Die Grenzsteine des Rhein-Main-Gebietes", Selbstverlag 1931. Die Abbildungen 165 a und b, 168, sowie 163 a und b haben wir bereits kennengelernt. Interessant sind die Zeichnungen 169 a und b. Die Lagebezeichnung: "An HB 565-Zornder Südgrenze des Abtwaldes, gegen den Stockstädter Unterhubnerwald". Das würde zum Wappenstein HB 565 passen. In der Tat, die Südseite des Steins entspricht recht genau der Abbildung, die Nordseite allerdings nicht. Es wird wohl ein Geheimnis bleiben, ob sich Zorn geirrt hat oder ein weiterer Wappenstein - wie der von Zorn gezeichnete - an der Südgrenze des Abtswaldes stand.

HB 532-ZornBei der Fahrradtour auf die Südseite des Seligenstädter Autobahndreiecks querte ich die Hessisch - Bayrische Grenze (Babenhausen - Stockstadt). Am deutlich sichtbaren Grenzgraben stand ein Granitstein mit der Nummer 530. Ich ging eine kurze Strecke den Grenzgraben entlang in nördlicher Richtung und stieß dann auf einen Stein, der eine starke Ähnlichkeit zu der Abbildung 168 a und b besitzt (--> Standort). Nach Zorn stand der abgebildete Stein "im tiefen Walde, wo die Gemarkungen Zellhausen, Babenhausen und Stockstadt zusammenstoßen", d.h. wo jetzt der Stein HB 539 steht. Der Stein im Grenzgraben besitzt die Beschriftung: H.M. = Hanau-Münzenberg, G.H. = Großherzogtum Hessen, G.F. = Großherzogtum Frankfurt, F.P. = Fürstprimas. Nach Zorn hat man 1810 das H.M. und das F.P. zugefügt und aus einem C.M. (= Chur-Mainz) ein G.F. gemacht.